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07.12.2013

00:10 Uhr

Bundeskongress

Johanna Uekermann ist neue Juso-Bundesvorsitzende

Sie ist gegen die Große Koalition und für mehr Gleichstellung: Die Niederbayerin Johanna Uekermann wurde beim Bundeskongress der Jungsozialisten in der SPD zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt.

Johanna Uekermann, neue Bundesvorsitzende der Jusos. dpa

Johanna Uekermann, neue Bundesvorsitzende der Jusos.

NürnbergDie niederbayerische SPD-Nachwuchspolitikerin Johanna Uekermann ist neue Juso-Bundesvorsitzende. Die Delegierten des Bundeskongresses der Jungsozialisten in der SPD wählten die 26-Jährige am späten Freitagabend in Nürnberg mit 207 von 296 gültigen Stimmen. Die Politikwissenschaftlerin aus Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen löst Sascha Vogt ab, der nicht mehr antrat.

Zur geplanten schwarz-roten Bundesregierung sagte die neue Juso-Chefin: „So groß die Koalition auch sein mag, ihre Konzepte sind zu klein für die Herausforderungen unserer Zeit.“ Sie wolle die demokratische Erzählung wieder mit Leben füllen. Uekermann setzte sich gegen den 31 Jahre alten ehemaligen Hamburger Juso-Vorsitzenden Hauke Wagner durch.

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Johanna Uekermann will sich am Freitag zur neuen Juso-Chefin wählen lassen. Zuvor erklärt sie, warum sie die Große Koalition ablehnt, welche Bilder sie irritieren und wie sie die Partei der alten Männer aufbrechen will.

Die Bildungspolitik Edmund Stoibers (CSU) brachte sie auf die Barrikaden. Die damalige Schülerin kämpfte gegen die Einführung von Studiengebühren und das achtjährige Gymnasium in Bayern. Ein Jahrzehnt später steht Johanna Uekermann nun an der Spitze der 70.000 deutschen Jungsozialisten.

Sie steht für die traditionell linke Linie der SPD-Jugendorganisation. Uekermann hat den sprichwörtlichen Stallgeruch: Sie wuchs in einem sozialdemokratischen Elternhaus im tiefschwarzen niederbayerischen Landkreis Starnberg auf, schon mit 14 trat sie den Jusos bei und machte die Ochsentour durch die Parteigremien.

Als sie bei der letzten Wahl für den Bundestag kandidierte, setzte die Bayern-SPD sie jedoch auf den aussichtslosen Listenplatz 38. „Ich habe erlebt, wie zäh und frustrierend Politik sein kann“, sagt Uekermann. In ihrem neuen Amt will die 26-Jährige, seit 2011 bereits Vize im Juso-Bundesvorstand, mehr Macht für die Parteijugend einfordern. Die Partei müsse jünger werden, die Jusos weiblicher, sagt die Politikwissenschaftlerin, die zurzeit auf Jobsuche ist.

Die große Koalition lehnt sie entschieden ab. Stattdessen setzt sie auf eine linke Regierungsperspektive. „Von "Ausschließeritis" halte ich nichts“, sagt Uekermann. Ein großes Thema ist für sie die Gleichstellung: Frauenpolitik werde immer mehr auf Familienpolitik reduziert, kritisiert sie. Im Bundestagswahlkampf kettete sie sich an einen Herd, um gegen das Betreuungsgeld zu protestieren.

Von

dpa

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