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15.09.2012

08:33 Uhr

Bundesländerranking

Brandenburg punktet – trotz Flughafen

VonLaura Patricia Montorio
Quelle:WirtschaftsWoche

Wer unten steht, kann sich besonders stark verbessern: Brandenburg siegt erneut im Dynamik-Vergleich der WirtschaftsWoche.

Wachmann steht auf dem Gelände des zukünftigen Flughafens Berlin-Brandenburg. dapd

Wachmann steht auf dem Gelände des zukünftigen Flughafens Berlin-Brandenburg.

Herbst 2012? Irgendwann 2013? Oder doch erst 2014? Chaos auf der Flughafenbaustelle Berlin-Brandenburg: die Planung desaströs, die Verzögerungen immens, die Eröffnung ungewiss. Deutschlands derzeit größtes Verkehrsinfrastrukturprojekt wirkt drei Nummern zu groß für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

Doch trotz Flughafendebakel führt Brandenburg wie schon in den vergangenen beiden Jahren den Dynamik-Vergleich des Bundesländer-Rankings an. Das heißt konkret: das von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) geführte Bundesland hat seine ökonomischen Kennziffern zwischen 2008 und 2011 so stark verbessert wie kein anderes. Dabei zeichnet hohe Dynamik auch die restlichen Ostländer aus: Sachsen, Berlin, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern folgen auf den Rängen zwei bis fünf. Nur Niedersachsen schiebt sich diesmal vor Sachsen-Anhalt, das auf Platz sieben landet.

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„Die erneute Verzögerung ist schlecht fürs Image Brandenburgs“, sagt Michael Bahrke vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das das Ranking wissenschaftlich betreut. Dies habe aber „keinen Einfluss auf die Investitionen – die sind bereits geflossen“. Rund um den neuen Flughafen haben sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt, das Großprojekt schafft Beschäftigung. Die Arbeitsplatzversorgung stieg in Brandenburg 2011 im Vergleich zu 2008 mit 4,7 Prozentpunkten bundesweit am meisten, die Arbeitslosenquote sank um 2,2 Punkte.

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Der große Vergleich der Leistungskraft der deutschen Bundesländer sieht Bayern weit enteilt – der einzige ernstzunehmende Konkurrent, Baden-Württemberg, schwächelt. Auf der Suche nach dem ewig bayerischen Erfolg.

So zehrt ganz Brandenburg vom Speckgürtel rund um die Hauptstadt. In Potsdam etwa liegt die Arbeitslosenquote im August 2012 laut Bundesagentur für Arbeit mit 7,7 Prozent wenig über dem Bundesdurchschnitt von 6,8 Prozent.

Doch außerhalb der boomenden Hauptstadtregion, in der Peripherie Brandenburgs, herrscht zum Teil tote Hose: die Region Uckermark beklagt den bundesweit höchsten Arbeitslosenanteil von aktuell 15,3 Prozent, praktisch doppelt so viel wie in Potsdam. Andere Regionen wie die Lausitz oder die Pignitz entvölkern – mit drastischen Folgen für die Zurückgebliebenen: Schulen schließen, die notärztliche Versorgung wird lückenhaft, die Kanalisation droht zusammenzubrechen.

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