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16.02.2012

17:37 Uhr

Bundesnetzagentur

Deutsches Stromnetz droht zu kollabieren

Die Bundesnetzagentur hat in einem Brief vor einem Kollaps der deutschen Netze gewarnt. Nun stellt sich die Frage, ob auf Kosten der Stromversorgung gezockt wurde, um wegen hoher Preise beim Energie-Einkauf zu sparen.

Das deutsche Stromnetz ist in den kalten Wintertagen von einem Zusammenbruch bedroht gewesen. dpa

Das deutsche Stromnetz ist in den kalten Wintertagen von einem Zusammenbruch bedroht gewesen.

Düsseldorf/BerlinDas deutsche Stromnetz ist anscheinend durch Fehlprognosen zum Bedarf akut von einem Zusammenbruch bedroht gewesen. Die zuständige Bundesnetzagentur kritisierte in einem Schreiben an die Stromhändler, dass es zu gefährlichen Defiziten im Netz gekommen sei. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben heißt es, das deutsche Stromnetz habe seit dem 6. Februar zu unterschiedlichen Tageszeiten „erhebliche, über mehrere Stunden andauernde Unterdeckungen verzeichnet“. Über den brisanten Vorgang hatte zunächst die „Berliner Zeitung“ berichtet.

Der Grund könnte darin liegen, dass Kosten für sehr hohe Börsen-Strompreise infolge der langanhaltenden Minusgrade gespart werden sollten und der Bedarf entsprechend kleingerechnet worden ist. Daher mussten wegen der Fehlprognosen Notreserven angezapft werden, die zu dem Zeitpunkt weit billiger waren als Strom an der Börse. Die Netzagentur betonte, dieser Zusammenhang sei reine Vermutung. Die Schätzungen lagen teilweise mehrere tausend Megawatt daneben.

Wegen des starken Anzapfens der sogenannten Regelenergie sei im Störungsfall teilweise keine Absicherung mehr verfügbar gewesen, kritisierte die Behörde. Wenn also Kraftwerke ausgefallen wären, hätte das Netz kollabieren können. „Wir werden das in alle Richtungen untersuchen“, sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde der dpa. Die Netzagentur sprach von einer sehr ernsten Situation. Grüne und Linke fordern eine stärkere staatliche Überwachung des Strommarktes.

Konkret geht es darum, dass Stromhändler, sogenannte Bilanzkreisverantwortliche, mit Liefer- und Abnahmeversprechen handeln. Sie schätzen anhand von Erfahrungswerten, wie viel Strom gebraucht wird. Weil durch eine enorme Nachfrage, etwa auch in Frankreich, der Strompreis an der Börse auf teils weit über 350 Euro für die Megawattstunde hochschnellte, besteht der Verdacht, das die Händler Kosten sparen wollten und die Prognosen kleinrechneten. Dadurch wurde aber nicht genug Strom produziert, obwohl trotz des Aus für acht Atommeiler genug Kapazitäten zur Verfügung standen.

Kommentare (7)

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Steuerzahler

16.02.2012, 18:04 Uhr

Ich habe flackerndes Licht an den sehr kalten Morgen erlebt, in einer Nachbarstadt kam es zu einem längeren Stromausfall.
In der Presse habe ich davon nichts gelesen. Nur das es wohl sehr knapp war.
Natürlich liegt das alles nicht an der Politik, sondern an den bösen Stromhändlern, ist doch klar, oder?

Account gelöscht!

16.02.2012, 18:20 Uhr

Es sind immer Lobbyisten und Geschäftemacher die für die verfehlte Politik einer verkochten rot/grünen Umweltsuppe verantwortlich sind .
Was will man von einem Ornithologen erwarten wenn er für die Reaktorsicherheit verantwortlich zeichnen soll ( Jochen Flasbarth ) berufen von einen Bundesumweltminister Jürgen Trittin weil er Ideologisch seinen Vorstellungen entsprach .
So ist es auch hier die Bundesnetzagentur wird geleitet von dem Herrn Matthias Kurth (SPD) die Ideologische Linie ist erkennbar - die anderen sind schuld !

RudiSchlau

16.02.2012, 18:33 Uhr

... hauptsache sich zu wort melden. sollte frau merkel und ihre crew schuld an ihrem flackernden und im nachbarort angeblich länger ausgefallenen strom schuld sein, dann wenden sie sich an diese adresse und verbreiten sie hier nicht so ein müll. zocker gibt es in jedem geschäft, auch an der strombörse.

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