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11.06.2011

17:24 Uhr

Bundesnetzagentur

Stromversorgung erreicht ihr Limit

Belastungsprobe für das deutsche Stromnetz: Die Abschaltung zahlreicher Atomkraftwerke droht die Leitungen zu überfordern, warnt die Netzagentur. RWE erwägt, die Regierung mit dem Neustart von Biblis herauszufordern.

Comeback für Biblis B? RWE zieht das in Erwägung. Quelle: dpa

Comeback für Biblis B? RWE zieht das in Erwägung.

BerlinDas deutsche Stromnetz wird durch die Stilllegung von acht Atomkraftwerken bis an seine Belastungsgrenzen getrieben. „Wir haben derzeit eine Art Mangelverwaltung im Netz“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, der Deutschen Presse-Agentur. Kraftwerke müssen viel häufiger hoch- und heruntergefahren werden, um das Netz stabil zu halten, sagte Kurth. Die Situation sei wegen der starken Schwankungen von Angebot und Nachfrage bei Strom so angespannt, dass zum Teil geplante Reparaturen verschoben werden.

RWE hält sich die Entscheidung offen, ob es seinen abgeschalteten Meiler Biblis B nächste Woche nach Ende des nach dem GAU von Fukushima verhängten Moratoriums wieder hochfährt. Rechtlich wäre das möglich, da frühestens Mitte Juli das Atomgesetz vorliegen wird, das die Stilllegung von Biblis B verfügt. „RWE wird seine Entscheidung in den kommenden Tagen verkünden“, sagte ein Sprecher der dpa in Berlin.

In Koalitionskreisen fürchtet man, RWE könnte die Konfrontation suchen und einen Neustart bei Biblis B vorbereiten, während Block A abgeschaltet bleibt. Die hessische Atomaufsicht und das Bundesumweltministerium hätten laut Juristen kaum eine Möglichkeit, einen solchen mehrwöchigen „Restbetrieb“ zu verhindern. Mit einem abgeschriebenen Kernkraftwerk lässt sich abzüglich der Atomsteuer mehr als eine halbe Million Euro täglich verdienen.

Nachdem aber Konkurrent Eon angekündigt hat, den politischen Mehrheitswillen zu akzeptieren und nach Auslaufen des Moratoriums in der kommenden Woche die Meiler Isar I und Unterweser nicht wieder anzufahren, hofft man, dass RWE diesem Beispiel folgen wird.

In der politischen Debatte warnte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) seine Partei, auf dem Sonderparteitag am 25. Juni den Atomausstieg bis 2022 abzulehnen. Die Vereinbarung der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei für die Grünen „ohne Frage ein epochaler Sieg“, sagte Kretschmann dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Nun könne der Ausstieg unumkehrbar werden, weil fast alle mitmachen wollten.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

11.06.2011, 19:32 Uhr

Konnten wir doch schon gestern in allen Zeitungen lesen das GM mit Opel den Anfang macht .
Oder glaubt wirklich noch jemand das Gm gerade kurz nach der Ausstiegsverkündung andere Gründe hat ?
Die Produktionskosten haben in Deutschland in naher Zukunft Dimensionen erreicht das Energieintensive Unternehmen nicht mehr Wettbewerbsfähig produzieren können . GM (Opel) ist nur der Anfang !!!
Die Deindustrialisierung Deutschlands hat begonnen !
http://www.rp-online.de/wirtschaft/news/RWE-Chef-warnt-vor-Deindustrialisierung-Deutschlands_aid_1007828.html

Nachwuchs

11.06.2011, 19:35 Uhr

Strom kommt aus der Steckdose! Leitungen, Erzeugermaschinen brauchen wir nicht und die Preise, so die Kanzlerin und Grünen sollen um 1000% steigen, sofort!!!!

Account gelöscht!

11.06.2011, 20:50 Uhr

Ich fordere alle Unternehmen, die Produktionsstätten in der BRD unterhalten, auf, im Interesse der Eigentümer und Aktionäre schnellstmöglich dem Standort BRD den Rücken zu kehren. Es wäre gegenüber den Kapitalgebern unverantwortlich, in einem Land wo Ökochaoten, Technikfeinde und Grüne Asoziale das Sagen haben, noch einen müden Cent zu investieren. Als Aktionäre erwarte ich von jedem Vorstand, unverzüglich die Produktion ins Ausland zu verlagern. Alles andere wäre Untreue.

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