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24.11.2011

19:15 Uhr

Bundesnetzagentur warnt

Stromnetze „am Rand der Belastbarkeit“

VonKlaus Stratmann

ExklusivEs hakt beim Netzausbau: Viele dringende Bauprojekte verzögern sich, die deutschen Stromnetze werden anfälliger. Das stellt die Bundesnetzagentur in ihrem Jahresbericht fest.

Monteure arbeiten an einem Hochspannungsmast. dpa

Monteure arbeiten an einem Hochspannungsmast.

DüsseldorfDie Stromnetze entwickeln sich zur Achillesferse der Energiewende. Das geht aus dem „Monitoringbericht 2011“ der Bundesnetzagentur hervor, der am Freitag veröffentlicht werden soll. In dem Bericht, der dem Handelsblatt vorliegt, heißt es, von 24 besonders eilbedürftigen Ausbauprojekten im Stromnetzbereich seien zwölf verzögert. Der Zeitverzug liege zwischen einem und vier Jahren.

Die Netzagentur bezieht sich auf Stromleitungen, die mit der Einführung des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) im August 2009 als vordringlich eingestuft wurden. Erst 214 Kilometer von insgesamt 1807 Kilometern, die in das EnLAG aufgenommen wurden, seien bislang fertig gestellt.

Aus Sicht der Netzagentur ist der Neubau der Leitungen dringend geboten. Die bestehenden Netze seien „durch die Vielzahl der in den letzten Jahren zu erfüllenden Transportaufgaben und die Veränderung der Erzeugungsstruktur am Rand der Belastbarkeit angekommen“, heißt es im Monitoringbericht weiter.

Der Bericht, den die Agentur im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt erstellt hat, dokumentiert, analysiert und bewertet die Entwicklungen in den verschiedenen Wertschöpfungsstufen im Strom- und Gasbereich.

Die Stilllegung der acht Kernkraftwerke nach der Atomkatastrophe von Fukushima sowie die Integration der erneuerbaren Energien stellten „besondere Anforderungen“ an die Netzbetreiber, heißt es in dem Bericht weiter. Der Ausbau der Netze sei das „Gebot der Stunde“. Die über das EnLAG hinaus geschaffenen Beschleunigungsmöglichkeiten beim Netzausbau müssten daher „rasch ausgeschöpft werden“.

Mit ihren Beschlüssen zur Energiewende hatte die Bundesregierung in diesem Sommer das Netzausbaubeschleunigungsgesetz und Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes auf den Weg gebracht. So sollen die Genehmigungsverfahren gebündelt und weiter gekürzt werden.

Kommentare (11)

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Mazi

24.11.2011, 19:24 Uhr

Da gibt es doch hoffentlich noch genug eigene Milliarden Euro um die Probleme vor der eigenen Haustür zu kehren.

Ohne sozialistisch zu denken, muss man prüfen, ob Infrastuktur nicht in die Hände des Staates gehört. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass den Stromkunden seitens der Stromkonzern die Kosten für die Netzerneuerung schon immer in Rechnung gestellt, aber nicht investiert haben. Es darf daher nicht zu einem doppelten abkassieren kommen.

Ich weiss, sie werden entgegen halten. Mineralölsteuer, Maut, etc. werden ja auch nicht an die Infrastruktur des Verkehrsnetzes investiert.

Es ist, als wollte man mit dem Teufel den Satan austreiben.

Account gelöscht!

24.11.2011, 19:39 Uhr

http://www.handelsblatt.com/roundup-regierung-schneller-atomausstieg-treibt-strompreis-in-die-hoehe/3970628.html

Wer,wann zahlt wussten sie als sie gebrüllt haben "abschalten sofort"

dada

24.11.2011, 19:47 Uhr

Leider berücksichtigen sie bei ihrer aussage nicht, dass auch in der vergangenheit geld für das netz ausgegeben wurde und dass es neue anforderungen an das netz gibt. neue netzaufgaben hat bisher noch kein kunde bezahlt!

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