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09.03.2013

21:57 Uhr

Bundesparteitag der FDP

Rückendeckung für Rösler, Dämpfer für die Widersacher

Zum Liebling der Liberalen wird Rösler nicht mehr. Trotzdem haben die meisten FDP-Delegierten für ihn als Chef gestimmt. Für seinen Rivalen Lindner gab es einen Dämpfer. Andere mussten auch Federn lassen.

Chef und Vize: Christian Lindner umarmt Philipp Rösler. dapd

Chef und Vize: Christian Lindner umarmt Philipp Rösler.

BerlinDie FDP hat ihren Parteichef Philipp Rösler nach monatelanger Führungsdiskussion für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Der 40-Jährige erhielt am Samstag auf einem Parteitag in Berlin 85,7 Prozent (534 von 623 Stimmen bei 17 Enthaltungen). Bei seiner ersten Wahl hatte er noch 95,1 Prozent bekommen. Neuer stellvertretender Parteivorsitzender wird Christian Lindner, der Chef des Landesverbands Nordrhein-Westfalen, der mit 77,8 Prozent der gültigen Stimmen gewählt wurde.

Lindner hatte Ende 2011 überraschend den Posten des FDP-Generalsekretärs niedergelegt. Dieser Schritt war weithin als Zeichen für Lindners Unzufriedenheit mit Rösler gewertet worden. Trotz des damaligen Zerwürfnisses hat Röslers Lindners Rückkehr als Vize in die Bundespartei begrüßt.

Die FDP unter Parteichef Rösler

12. Mai 2011

Rösler, bisher Bundesgesundheitsminister, löst Rainer Brüderle als Wirtschaftsminister ab und steigt zum Vizekanzler auf.

13. Mai

Auf dem Parteitag in Rostock wird Rösler mit 95,1 Prozent als jüngster FDP-Vorsitzender und Nachfolger von Guido Westerwelle gewählt. Rösler verspricht: „Ab heute wird die FDP liefern.“

22. Mai

Die FDP fliegt mit 2,4 Prozent in Bremen aus der Bürgerschaft.

4. September

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kassiert die FDP mit 2,8 Prozent die nächste Niederlage.

18. September

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin landen die Liberalen bei 1,8 Prozent.

14. Dezember

Generalsekretär Christian Lindner tritt überraschend zurück.

16. Dezember

Die Parteispitze setzt sich bei einem Mitgliederentscheid knapp mit ihrem Kurs bei der Euro-Rettung durch.

25. März 2012

Nachdem das Jamaika-Bündnis mit CDU und Grünen im Saarland geplatzt ist, stürzt die FDP bei der folgenden Landtagswahl auf 1,2 Prozent ab.

6. Mai

Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Schleswig-Holstein wird die schwarz-gelbe Koalition abgewählt. Mit Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki erringen die Liberalen aber 8,2 Prozent.

13. Mai

Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewinnt Rot-Grün, mit Lindner an der Spitze kommen die Liberalen jedoch auf 8,6 Prozent. Im Bund bleiben die Umfrage in den folgenden Monaten desaströs.

6. Januar 2013

Entwicklungsminister Dirk Niebel verlangt beim Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart offen ein neues Führungsteam. Er fordert, den für Mai geplanten Parteitag vorzuziehen.

18. Januar

Zwei Tage vor der Niedersachsen-Wahl plädieren auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und Lindner für ein Vorziehen des Parteitages.

20. Januar

Die FDP erreicht bei der Landtagswahl in Niedersachsen sensationelle 9,9 Prozent, viele Stimmen kommen von CDU-Wählern.

21. Januar

Die FDP-Führung einigt sich darauf, dass Rösler Parteivorsitzender bleibt. Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl soll Brüderle werden. Der Parteitag wird von Mai auf März vorgezogen.

Als weitere stellvertretende FDP-Vorsitzende wurde Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wiedergewählt. Sie kam auf ein Ergebnis von 83,7 Prozent. Für den dritten und letzten Vizeposten gab es zwei Kandidaten: die ehemalige Bundestags-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger und Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow.

Am Ende unterlag Homburger in einer Kampfabstimmung dem Sachsen Zastrow. Im zweiten Wahlgang stimmten 323 Delegierte für Zastrow, nur 315 für Homburger.

Homburger bleibt aber in der engeren Parteiführung. Sie wurde dafür am Abend auf Vorschlag Röslers ohne Gegenkandidaten mit 63,8 Prozent auf einen der drei Beisitzer-Posten im Präsidium gewählt. Sie erhielt 397 von 622 gültigen Stimmen.
Generalsekretär Patrick Döring wurde mit 65,6 Prozent in seinem Amt bestätigt. Der Vertraute von Parteichef Philipp Rösler bekam 392 Stimmen, musste aber auch 180 Nein-Stimmen und 26 Enthaltungen hinnehmen.

Kommentare (6)

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Pro-d

09.03.2013, 19:13 Uhr

So lange noch Männer wie Rößler die FDP repräsentieren, wird die FDP ein Musterbeispiel für Deutschland sein, wie bereit Deutschland ist, Migranten zu integrieren. Allerdings müssen sich diese .... Ausländer... Den deutschen Gesetzen und Gepflogenheiten unterwerfen, wie wir es ja auch machen.

Viele Türken sollten sich an Herrn Rößler mal ein bespiel nehmen.

beobachter

09.03.2013, 20:29 Uhr

Männer wie Rösler
verkaufen auch Inkompetenz als Politik.

Die FDP?

Ein Gebrauchtwagenhöker.

Nicht mehr, indes nicht weniger.
Dr. Otto Graf Lambsdorf hatte den Abverkauf der FDP vorbereitet, Dr. Rösler gibt den politischen Insolvenzverwalter mit seinen Einsichten in seine politische Lage.

Fein.

liberaler

09.03.2013, 20:34 Uhr

ein politisches Dramolett a la Carte.

Und die schämen sich nicht: sie glauben immer noch dass sie eine politische Kraft seien: Dauerlutscher klänge fast wie ein Kompliment für diese Prolettenbande.

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