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24.11.2012

08:17 Uhr

Bundesparteitag

Piraten in Not

VonJohannes C. Bockenheimer

Können sich die Piraten zusammenraufen? Auf dem Parteitag in Bochum unternehmen die Freibeuter jedenfalls einen Versuch und wollen ihr zerrüttetes Verhältnis zu Mitgliedern und Wähler kitten.

Rettendes Ufer? Oder doch Untergang für die Piraten? Jedenfalls ist die Partei in Not. © Elenarts - Fotolia.com [M] Fotolia.com

Rettendes Ufer? Oder doch Untergang für die Piraten? Jedenfalls ist die Partei in Not.

© Elenarts - Fotolia.com [M]

BerlinFrisch Verliebte? Man sollte Sie krankschreiben. Für sechs bis acht Wochen mindestens, dann ist das Allerschlimmste vorbei. Bis man sich wieder vernünftig mit Ihnen unterhalten kann und Sie sich wieder für das aktuelle Tagesgeschehen interessieren. Das schrieb vor einigen Jahren die Schriftstellerin Ildikó von Kürthy empfehlend im Umgang mit akut Verliebten und es wäre auch der Ratschlag gewesen, den man den Deutschen im Umgang mit der Piratenpartei hätte geben müssen.

Als Anfang des Jahres deutsche Medien und Wähler Frühlingsgefühle für die Freibeuter entwickelten, schien nichts unmöglich. Die Piraten waren die Partei derjenigen, die mit der Politik eigentlich schon abgeschlossen hatten, die Partei der Enttäuschten. Egal ob ehemalige Christdemokraten, Sozialdemokraten, Freidemokraten, Grüne, Linke oder Nichtwähler: Die Freibeuter lockte mit der Aussicht darauf, allen eine neue politische Heimat sein zu können. Kein Wunder also, dass die Partei in Umfragen auf zweistellige Ergebnisse kam, in vier Landesparlamente einzog und von Neumitgliedern geradezu überrannt wurde.

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Und dann kam der schnöde Alltag. Ärgerlicherweise. Vorbei das Blitzlichtgewitter, das die Freibeuter beim Jubeln über den Wahlsieg bis in die letzte Pore ausleuchtete. Vorbei die Zeit, in der die neue Liebe auf politische Fragen mit „keine Ahnung“ antworten konnte und dennoch - oder sogar gerade deswegen - angehimmelt wurde. Übrig blieb das ernüchternde Bild einer Partei, die alles sein möchte, aber nur wenig davon tatsächlich ist.

Kurz: Die Frühlingsgefühle sind verflogen und nach der rasanten Jagd von Umfragehoch zu Umfragehoch findet sich die Partei in der Situation wieder, um die einstige Zuneigung erbittert kämpfen zu müssen. Zeit für eine Analyse der Problempunkte.

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Kommentare (12)

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Account gelöscht!

24.11.2012, 09:51 Uhr

Ohne Worte.
Selbst im Kindergarten geht es disziplinierter zu.^^

Red_Hot_Chili

24.11.2012, 10:15 Uhr

Ich meine: Das wird nichts mehr mit den Piraten. Keine Inhalte, keine Linie, keine Visionen, keine Perspektiven.

Unter dem Strich haben die mir als Partei nichts zu bieten. Im Beschimpfen anderer sind die ganz groß und wenn irgendwo eine Verschwörungstheorie gepredigt wird, springt zumindest der naive Teil der Mannschaft auf den Zug auf. Einblicke ins Privatleben von ein paar Egonmanen, die meinen, ihr Leben sei so wichtig und hochinteressant, dass sie es der Welt mitteilen müssten, sind für mich persönlich ohne Relevanz.

Die kommende Wahlniederlage in Niedersachsen wird der abschließende Sargnagel sein.

Schade? Nein, in dem gezeigten Format sind die Piraten einfach überflüssig.

easyway

24.11.2012, 10:50 Uhr

Großteil der CDU-Gründungsmitglieder waren Nazis.

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