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17.08.2016

03:15 Uhr

Bundespolizei

Deutlich weniger illegale Einreisen nach Deutschland

In den ersten sechs Monaten von 2016 sollen wesentlich weniger Menschen versucht haben, illegal nach Deutschland zu kommen. Die Linke kritisiert die hohe Zahl der Bundespolizei-Kontrollen aber als unverhältnismäßig.

Die Bundespolizei hat im ersten Halbjahr 2016 wesentlich weniger Fälle von illegaler Einreise festgestellt als 2015. dpa

Bundespolizei

Die Bundespolizei hat im ersten Halbjahr 2016 wesentlich weniger Fälle von illegaler Einreise festgestellt als 2015.

BerlinIn den vergangenen Monaten haben deutlich weniger Menschen als noch im Vorjahr versucht, ohne Erlaubnis nach Deutschland einzureisen. Die Bundespolizei habe im ersten Halbjahr 2016 bei Kontrollen 12.710 Fälle von illegaler Einreise festgestellt, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitierten.

Die Kontrollierten kamen demnach vor allem aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. Im gesamten Jahr 2015 waren noch 128.655 Fälle festgestellt worden.

Aus der Regierungsantwort geht dem Bericht zufolge zudem hervor, dass im ersten Halbjahr rund eine Million Menschen von der Bundespolizei wegen des Verdachts auf illegale Einreise kontrolliert worden sei. Im gesamten Vorjahr hatte diese Zahl bei knapp drei Millionen gelegen.

Die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke kritisierte die hohe Zahl der Kontrollen. "Das ist völlig unverhältnismäßig, weil es bei der unerlaubten Einreise ja um einen sehr geringfügigen Gesetzesverstoß geht", sagte sie den Funke-Zeitungen.

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Die Linke äußerte die Sorge, dass es einen Zusammenhang zwischen der Hautfarbe eines Menschen und den Kontrollen der Bundespolizei gebe. "Es ist völlig klar, dass es unter dieser einen Million Kontrollmaßnahmen auch Fälle von 'racial profiling' gibt", sagte Innenexpertin Jelpke den Funke-Zeitungen. "Die Bundesregierung wäre in der Pflicht, der Bundespolizei klipp und klar zu vermitteln: Die Hautfarbe darf kein Kriterium für eine Kontrolle sein."

Von

afp

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