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08.09.2012

17:47 Uhr

Bundespräsident

Gauck fordert neue Formen des Engagements

Bürgerfest im Schlosspark: Bundespräsident Gauck sieht die Gesellschaft vor neuen Herausforderungen. Auch unbequeme Themen müssten offen diskutiert werden, mahnt er vor geladenen Ehrenamtlern.

Bundespräsident Joachim Gauck fordert mehr ehrenamtlichen Einsatz. dpa

Bundespräsident Joachim Gauck fordert mehr ehrenamtlichen Einsatz.

BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat beim Bürgerfest im Park von Schloss Bellevue seinen Gästen für ihr ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft gedankt. Zugleich forderte er neue Formen der Beteiligung vor allem für junge Menschen und die Debatte auch über unbequeme Themen. Unter den 4000 geladenen Gästen am Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin waren am Samstagabend vor allem ehrenamtlich engagierte Bürger.

Am Sonntag stehen Schloss und Schlosspark allen Bürgern offen. Gerechnet wird dann mit mindestens 10 000 Gästen.

Gauck hob in seiner Begrüßungsansprache am Samstag die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor und rief den Gästen zu: „Sie machen unser Land stark! Sie machen unser Land solidarisch! Sie machen unser Land zu einem Ort, an dem wir alle uns willkommen fühlen können.“ In Deutschland sollten die Menschen auch „als Verschiedene gemeinsam gut leben können, weil uns alle mehr miteinander vereint, als dass uns die vorhandenen Unterschiede trennen könnten“.

Der demografische Wandel konfrontiere Deutschland mit erheblichen Herausforderungen, sagte Gauck weiter. So stünden vor allem Seniorenheime und Hospize in den nächsten Jahrzehnten vor großen Aufgaben. Diesen Themen müsse sich die Gesellschaft stellen und dabei auch unbequeme Themen diskutieren. Junge Leute wünschten sich neue Formen der Beteiligung.

Zugleich mahnte Gauck zu Wachsamkeit vor extremistischen Strömungen. „Extremisten und Fanatiker verachten die Demokratie“, sagte er. Dagegen seien Bündnisse von Bürgern notwendig, die dem nicht tatenlos zusehen.

Gauck wollte mit dem Bürgerfest einen anderen Akzent setzen als frühere Präsidenten. Die Rolle von Sponsoren wurde zurückgeschraubt und auf Sachspenden beschränkt. Kultur und Unterhaltung bieten Orchester und Bands, die auf ihre Gage verzichten. Unter den geladenen Gästen am Samstag waren der Vizekanzler, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Durch das Programm führte der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner.

Am Sonntag gehört eine Podiumsdiskussion des aktuellen Hausherren mit den Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Roman Herzog zum Programm. Auch Schloss Bellevue wird für alle Gäste für Rundgänge geöffnet. Zum Abschluss waren an beiden Abenden Konzerte im Schlosspark geplant.

Zu den Programmhöhepunkten gehörten Konzerte des Deutsch-Polnischen Jugendorchesters sowie Akrobatik- und Tanzshows mit jungen Nachwuchskünstlern. Am Sonntag treten zudem die Reggae-Band Jahcoustix sowie die Hamburger Rockband Station 17 im Schlosspark auf. Viele Darbietungen laden die jungen Gäste zum Zuschauen und Mitmachen ein. Im Theaterzelt tanzen Kinder für Kinder, die Kinderrockband „Radau!“ soll das junge Publikum unterhalten.

Von

dpa

Kommentare (17)

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08.09.2012, 18:31 Uhr

Das Hauptproblem sind die willenlosen Abgeordneten, die anonym über die Partei-Listen in die Parlamente kommen. Das ist die "faule Stelle" der Demokratie !!

Direkt-Kandidaten hat man ja wenigstens irgenwie angekreuzt als Wähler, sie sind ok.

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08.09.2012, 18:48 Uhr

Herr Gauck könnte mit gutem Beispiel vorangehen und seine Unterschrift unter das grundgesetzwidrigen ESM-Gesetz verweigern (nachdem das Verfassungsgericht dieses Gesetz voraussichtlich am Mittwoch durchwinken wird).
Die größte Gefahr für dieses Land sind nicht Rechtsextreme, sondern die Euro-Überzeugungstäter im Bundestag und ihre Komplizen bei den Zentralbanken.

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08.09.2012, 18:49 Uhr

Und wie nennen wir dann die Politiker, die unsere Demokratie verachten?

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