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26.04.2012

14:50 Uhr

Bundespräsident Gauck

Migranten sollen sich gesellschaftlich engagieren

In einer Rede vor Stipendiaten aus Zuwandererfamilien ermutigte der Bundespräsident junge Migranten zu gesellschaftlichem Engagement. Gauck will unter anderem mehr Lehrer mit ausländischen Wurzeln gewinnen.

Joachim Gauck besuchte zum ersten Mal nach seinem Amtsantritt Hessen. dpa

Joachim Gauck besuchte zum ersten Mal nach seinem Amtsantritt Hessen.

FrankfurtBundespräsident Joachim Gauck ermutigt junge Menschen mit Migrationshintergrund zu gesellschaftlichem Engagement. Gerade eine demokratische Gesellschaft sei auf jedes einzelne Mitglied angewiesen, sagte Gauck am Donnerstag in der Frankfurter Paulskirche zum zehnjährigen Bestehen eines Stipendienprogramms für engagierte Schüler aus Zuwandererfamilien. Eine demokratische, freiheitliche Grundlage sei keineswegs selbstverständlich und wolle immer wieder verteidigt und manchmal auch erkämpft sein.

Das zeige sich an manchen Erfolgen nationalistischer und fundamentalistischer Gruppen. „Wir müssen verteidigen was wir achten“, mahnte Gauck. Er sprach sich gegen Parallelgesellschaften aus. Und schon gar nicht könnten Gegenkulturen akzeptiert werden, wenn sie sich gegen die freiheitliche Grundordnung richteten.

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Die Botschaft des Förderprogramms laute: „Wir glauben an Euch! Nicht nur als Fachkräfte von morgen, sondern als Bürger, Menschen an unserer Seite, hier in diesem, unserem Land“, sagte Gauck mit Blick auf das vor zehn Jahren von der Hertie-Stiftung gegründete START-Stipendienprogramm.

Der Bundespräsident bezeichnete die Stipendiaten als „lebende und wunderbar lebendige“ Beweise für ein gelungenes Miteinander. „Ich bin tief dankbar dafür.“ Auch dankte Gauck den jungen Zuhörern, weil sie in dem Programm nicht nur etwas bekämen, sondern ihrem Land auch etwas schenkten: „Ihre Träume, Ihre Kraft, Ihren Optimismus, Ihre Kenntnisse.“

Gauck ermutigte die jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln, den Lehrerberuf zu ergreifen. „Es gibt so viele Schulen, die Unterstützung brauchen“, sagte der Bundespräsident. In Frankfurt habe beispielsweise fast die Hälfte aller Jugendlichen eine Zuwanderungsgeschichte. In einigen Jahren würden solche Biografien die Mehrheit sein. Die Lehrerzimmer seien darauf noch nicht ausreichend vorbereitet.

Der Bildungsbereich sei aber nur ein Beispiel von vielen, in dem junge Menschen mit Migrationserfahrung eine wichtige Rolle spielen könnten, betonte Gauck. „Für die Arbeitswelt in Zeiten der Globalisierung sind gerade Sie mit Ihren speziellen Lebensläufen gut gerüstet“, sagte er an die Stipdendiaten gerichtet.

Es war der erste Besuch des Bundespräsidenten Gauck in Hessen. Zum Auftakt trug er sich am Morgen in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt am Main ein. Er sei gerne hier, auch wegen der Vielfalt, die gelebt werde. Die Paulskirche würdigte Gauck als einen Ort mutiger Träume, in dem die Freiheit beschworen worden sei.

Zu den rund 900 geladenen Gästen der Feier zählten neben aktuellen und ehemaligen Stipendiaten auch die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU).

Von

dapd

Kommentare (6)

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sterbende_demokratie

26.04.2012, 15:06 Uhr

"Eine demokratische, freiheitliche Grundlage sei keineswegs selbstverständlich und wolle immer wieder verteidigt und manchmal auch erkämpft sein."

Sehr richtig Herr Bundespräsident!
Umso mehr musste ich mit Verwunderung zur Kenntnis nehmen das sie FÜR den ESM sind. Dieser dürfte mit Demokratie in etwa soviel zu tun haben wie eine Kuh mit dem legen von Eiern!

Account gelöscht!

26.04.2012, 16:02 Uhr

haben wir nicht andere Probleme? Die nichtintegrierten Migranten, werden doch eh irgendwann alleine abhauen, spätestens dann, wenn der Sozialstaat kollabiert. Also was soll die Diskussion über Migranten? Zudem wird es doch eh nicht von der deutschen Bevölkerung gesehen, wenn sich offensichtliche Migranten gesellschaftlich beteiligen.

GAUCK sollte sich bitte mal lieber zum ESM äußern!

Gauck stelle ich mit der Piratenpartei gleich. Sie dient nur zum Machterhalt der etablierten Parteien, dabei suggerieren beide dem Dummvolk eine Mitbestimmung!

Tja, wie werden wir Gauck wieder los? vielleich war Wulff doch nicht so schlecht, zumindest weiss man nicht, wie er genau zum ESM stand!

Buddha

26.04.2012, 16:14 Uhr

Wieso heißt es immer "Migranten sollen sich gesellschaftlich engagieren" und nicht "Türken sollen sich gesellschaftlich engagieren" Es handelt sich doch lediglich nur um Türken. Dies auch nur, weil von den gefühlte 10 Millionen Türken in Deutschland leben und deshalb ehe einige von dieser Masse negativ auffallen als wie von kleineren Migrantengruppen.

Eine Zumutung für Armenier und andere Christen aus der Region ist es jedoch, wenn die politische Idole, die zur vollständigen Vernichtung der dortigen Christen oder beim versklaven des kurdischen Volkes beigetragen haben, hier in Deutschland vor all den Augen der Geschädigten, wie selbstverständlich als Nationalhelden gehuldigt werden und von unwissenden hiesigen Politiker aufgewertet werden. Der Name "Fatih" der die meisten Moschee schmückt, ist nicht mit dem englischen Faith zu verwechseln!

Im Marketing waren die Türken immer schon spitze! Die Vernichtung von Christen wird den Christen in Europa sogar mit Billigtourismus schmackhaft gemacht und alle zahlen sogar gerne freiwillig 10 Euro Kircheneintritt an den Kirchenbesatzer obwohl dort alle kirchlichen Andeutungen strengstens untersagt sind und Religionsfreiheit strafrechtlich verfolgt wird! Wenn nicht vorher ein patriotischer Jihadist für Ordnung gesorgt hat.

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