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23.03.2012

09:59 Uhr

Bundespräsident Gauck

„Wählt den Mut“

Diesen Bundespräsidenten haben sich die Deutschen gewünscht. Jetzt redet Joachim Gauck uns ins Gewissen. Er fordert mehr Zuversicht und macht klar: Hilfe können nur die erwarten, die sich auch selbst helfen wollen.

Gauck-Rede findet parteiübergreifendes Lob

Video: Gauck-Rede findet parteiübergreifendes Lob

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BerlinFünf Tage nach seiner Wahl ist der neue Bundespräsident Joachim Gauck vereidigt worden. Der 72-Jährige leistete am Freitag in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat seinen Eid. Gauck ist das elfte Staatsoberhaupt der Bundesrepublik. Er sprach die von der Verfassung vorgegebene Eidesformel mit dem Zusatz: „So wahr mir Gott helfe“. Der elfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland schwor seinen Eid auf die Originalausgabe des Grundgesetzes.

Unmittelbar nach seiner Vereidigung rief Gauck die Menschen in Deutschland zu Zuversicht auf. „Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen. Und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können“, sagte Gauck in seiner ersten wichtigen Rede.

Ein Passus aus seiner Rede dürfte allerdings noch für Diskussionsstoff sorgen. Zwar sagte Gauck sagte, dass Deutschland ein Land sein soll, das „soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschance“ miteinander verbindet. Aber er fügte auch hinzu: „Der Weg dazu ist nicht der einer paternalistischen Fürsorgepolitik, sondern ein Sozialstaat, der vorsorgt und ermächtigt“, sagte Gauck. Niemand dürfe den Eindruck haben, kein Teil der Gesellschaft zu sein, weil er „arm, alt oder behindert“ ist.

In seiner Rede bezeichnet Bundespräsident Joachim Gauck Deutschland weiter als „Land des demokratischen Wunders“. Entgegen aller Skepsis habe Deutschland nach dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges eine „stabile demokratische Ordnung“ herstellen können, sagte das Staatsoberhaupt bei seiner Vereidigung im Deutschen Bundestag am Freitag. Er lobte in diesem Zusammenhang auch die 68-Bewegung in Westdeutschland und das Streben nach Freiheit der Bürger in Ostdeutschland.

Bundestagspräsident Norbert Lammert bezeichnete die Wahl Gaucks als Zeichen des unaufhaltsamen Fortschritts beim Zusammenwachsen von Ost und West. Das erste in der DDR aufgewachsene Staatsoberhaupt habe das Leben in Unfreiheit persönlich erlebt, sagte Lammert vor der Vereidigung. Gauck werde getragen von einer Woge der Sympathie. Die Erwartungen an ihn seien hoch.

Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte Gaucks Wahl als wichtigen Meilenstein in der Geschichte Deutschlands. Der ostdeutsche Theologe stehe wie kaum ein Zweiter für den Satz der friedlichen Revolution in der DDR von 1989 „Wir sind ein Volk“, sagte der bayerische Ministerpräsident, der zwischenzeitlich kommissarisches Staatsoberhaupt war.

Lammert und Seehofer dankten dem zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff, er habe wichtige Impulse für Zusammenhalt und Integration gesetzt. Wulffs Frau Bettina habe „dem modernen Deutschland ein Gesicht gegeben“, sagte Seehofer.

Kommentare (54)

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SabineM

23.03.2012, 09:44 Uhr

Das "demokratische Wunder" ist doch, dass das Volk regelmäßig Volksvertreter wählen, die sich anschließend einen Scheiss um die Interessen des Volkes kümmern und agieren wie Diktatoren.

Lutz

23.03.2012, 09:54 Uhr

Was für eine Predigt.

Danken wir Gott! Und gut, dass wir diese Demokratie gegen das Christentum erkämpft haben.

JosefRobert

23.03.2012, 09:56 Uhr

Sehr geehrte SabineM,
haben Sie noch mehr zu bieten?
Welcher Politiker führt sich denn gerade auf wie ein Diktator? Und sie persönlich sind immer ein absolut, 1000%iger integrer Mensch, dem mann nie etwas vorwerfen könnte?

Haben Sie noch mehr zu bieten als Latrinenparolen?

Wegen so platter Kommentare, die noch nicht mal Stammtischniveau erreichen, taugen Blogs, Foren usw. immer weniger für eine sachliche Diskussion.

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