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10.02.2016

14:58 Uhr

Bundespräsidenten-Wahl

Gauck erwägt zweite Amtszeit

Bundespräsident Joachim Gauck will sich 2017 erneut zur Wahl zu stellen, wie Medien berichten. Dann wäre er immerhin 77 Jahre alt. Die Begründung aus dem Schloss Bellevue klingt wenig bescheiden.

Daumen hoch – auch für eine neue Amtszeit? Bundespräsident Gauck will laut einem Zeitungsbericht 2017 noch einmal antreten. Gauck ist gerade auf Staatsbesuch in Nigeria. ap

Joachim Gauck

Daumen hoch – auch für eine neue Amtszeit? Bundespräsident Gauck will laut einem Zeitungsbericht 2017 noch einmal antreten. Gauck ist gerade auf Staatsbesuch in Nigeria.

Bundespräsident Joachim Gauck erwägt nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung eine zweiten Amtszeit. Das Blatt schreibt in seiner Mittwochausgabe, Gaucks Gründe dafür seien die Flüchtlingskrise und das starke Anwachsen der AfD in allen Umfragen.

„Der Bundespräsident wird auch vor dem Hintergrund der Flüchtlingsproblematik die Politik nicht noch in eine zusätzliche Krise stürzen“, heiße es im Bundespräsidialamt. Wie die Zeitung weiter schreibt, will Gauck offenbar erst nach den drei Landtagswahlen am 13. März endgültig erklären, ob er 2017 noch einmal antritt. Gauck wurde 2012 zum Bundespräsidenten gewählt.

Ein Sprecher des Präsidialamtes kommentierte die Meldung am Mittwoch nicht. Während Grüne eine zweite Amtszeit Gaucks befürworten, lehnte die Linkspartei sie ab. Union und SPD haben bereits früher signalisiert, eine Wiederwahl Gaucks unterstützen zu wollen.

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Eigentlich will sich Bundespräsident Joachim Gauck nicht in die Tagespolitik einmischen. Er tat es in Davos dennoch. Zumindest einer seiner Botschaften steht im Widerspruch zur bisherigen Linie der Bundeskanzlerin.

Der parteilose Theologe war 2012 von der damaligen Koalition aus CDU/CSU und FDP ins Rennen um die Nachfolge des zurückgetretenen Christian Wulff geschickt worden. Bislang hat Gauck jede Festlegung in der Frage vermieden, ob er sich nach dem Ende seiner ersten Amtszeit für weitere fünf Jahre zum Staatsoberhaupt wählen lassen will. Er wäre dann 77 Jahre alt - und am Ende der Amtszeit immerhin 82.

Immer wieder wurde öffentlich spekuliert, dass Gauck daher für zweite Amtszeit zu alt sein könnte. Journalisten hatten bei größeren Reisen von nötigen längeren Ruhepausen berichtet. Gegen diesen Einwand spricht, dass ein Bundespräsident keine kraftraubenden Nacht- und Marathonsitzungen wie etwa die Bundeskanzlerin absolvieren muss, sondern seine Bedeutung im Staatsgefüge von der Wucht einiger weniger Reden lebt.

Neben den Koalitionsparteien befürworten auch die Grünen eine zweite Amtszeit des Bundespräsidenten. „Wir haben Gauck bei seiner ersten Amtszeit unterstützt. Ich sehe keinen Anlass, nun einen anderen Kandidaten ins Spiel zu bringen“, sagte die Grünen-Vorsitzende Simone Peter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

„Dass Bundespräsident Gauck angesichts der schwierigen innen- und außenpolitischen Lage eine zweite Amtszeit erwägt, ist nachvollziehbar“, sagte Peter. „Ich würde mir aber wünschen, dass Gauck in der Flüchtlingsdebatte noch stärker die Chancen einer vielfältigen, weltoffenen Gesellschaft betont.“

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