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18.03.2012

09:23 Uhr

Bundespräsidentenwahl

Erst Gauck-Wahl, dann Deutsch-Abi

Katharina Digel wählt am Sonntag in der Bundesversammlung Joachim Gauck. Am Tag darauf schreibt sie ihr Deutsch-Abi. Die 19-jährige Abiturientin aus Baden-Württemberg ist die jüngste Wahlfrau.

Katharina Digel in ihrer Heimatstadt Reutlingen. dpa

Katharina Digel in ihrer Heimatstadt Reutlingen.

ReutlingenWenn am Sonntagabend der Flieger von Berlin wieder gen Stuttgart abhebt, wird es für Katharina Digel höchste Zeit. Die 19-jährige Gymnasiastin aus Reutlingen hat am Montagmorgen ihre schriftliche Abiturprüfung in Deutsch. Vorher macht Digel noch kurz eigene praktische Erfahrungen in Staatsbürgerkunde.

Als jüngste Wahlfrau im Reichstag stimmt sie über den neuen Bundespräsidenten ab. Die engagierte Jugendgemeinderätin, Mitglied der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos, glaubt nicht, dass der Kurztrip nach Berlin ihre Chancen auf eine gute Note schmälern. „Das Wochenende bringt eh nichts mehr.“ Ihr Abi werde sie schon schaffen.

Bevor sich Digel am Montag womöglich über einen Text aus dem „Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt beugen muss, will sie am Sonntag einem älteren Herrn ihre Stimme geben. Sie gehört nicht zu den Linken bei den Jusos, die den auch von der SPD vorgeschlagenen Kandidaten Joachim Gauck als zu wenig sozial empfinden. Digel findet gut, dass sich der 72-Jährige nicht verbiegen lasse. „Er hat seine eigenen Ziele“, findet Digel. Der Ex-DDR-Bürgerrechtler setze sich eben stark für die Freiheit ein.

Kommentare (3)

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Rainer_J

18.03.2012, 11:07 Uhr

Ich würde auch gerne unseren Präsidenten wählen. Hab sogar schon das Abi. :-D



Brasil

18.03.2012, 11:11 Uhr

Na, das ist doch mal wieder eine äußerst wichtige Information! Danke Handelsblatt, dass sie uns von den unnötigen Problemen damit erlösen!
Ist die aktuelle Welt denn nicht wunderbar? Gibt es nicht wichtigeres als Facebook a-la HB!

Rainer_J

18.03.2012, 13:02 Uhr

@Brasil

Ich finde es eigentlich ganz interessant, wer alles den Bundespräsidenten wählt. Frag mich nur, wieso das z.B. Personen sind, die (ohne es böse zu meinen) noch nichts zum Allgemeinwohl beigetragen haben und eher (bis jetzt) nur die Vorteile (z.B. gute Schulbildung für alle) genossen haben.

Wieso nicht Herr X, der seit 20 Jahren einen Nahverkehrsbus fährt? Wieso nicht Herr Y, der seit 30 Jahren Mathelehrer ist? Wieso nicht Herr Z, der seit 25 Jahren als Elektromeister in einem mittelständischen Betrieb arbeitet und Lehrlinge ausbildet? usw. usw.

Haben diese Personen weniger zum Allgemeinwohl beigetragen als Frau Digel? Wohl kaum!

Das ganze ist für mich eine antidemokratische Farce. Peinlich und lächerlich zugleich. Offenbar hat auch Frau Digel die Grundsätze von Demokratie nicht begriffen, sonst würde sie sich nicht an dieses lächerliche Getue beteiligen.

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