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07.05.2015

18:37 Uhr

Bundesprognose

Doppelt so viele Asylbewerber wie 2014

400.000 Flüchtlinge werden in diesem Jahr voraussichtlich in Deutschland um Asyl bitten. Das teilt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit. Mehrere Länder fordern deshalb mehr Unterstützung vom Bund.

Weil es zu wenige Unterkünfte gibt, werden in vielen Gemeinden Sporthallen zu Asylbewerberheimen umfunktioniert – wie hier im baden-württembergischen Esslingen. dpa

Notdürftige Unterbringung

Weil es zu wenige Unterkünfte gibt, werden in vielen Gemeinden Sporthallen zu Asylbewerberheimen umfunktioniert – wie hier im baden-württembergischen Esslingen.

BerlinDer Bund rechnet in diesem Jahr mit mehr als doppelt so vielen Asylbewerbern wie 2014. Es sei von 400.000 Erstanträgen sowie 50.000 Folgeanträgen auszugehen, schreibt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in einer Mitteilung an die Länder.

Schon bei den 202.000 Asylanträgen vergangenes Jahr handelte es sich um die vierthöchste Zahl seit Bestehen der Bundesrepublik.

Das BAMF war noch im Februar von 300.000 Asylbewerbern 2015 ausgegangen. Die Bundesländer, die teils mit 500.000 Anträgen rechnen, hatten dies als zu niedrig kritisiert. Sie fordern eine deutlich stärkere Unterstützung des Bundes bei der Unterbringung der Flüchtlinge. Dies soll Thema am Freitag beim Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt sein.

Das Bundesamt begründet die Anpassung der Prognose mit einem unerwartet hohen Zustrom von Asylbewerbern aus Albanien und anderen Westbalkan-Staaten. Zudem würden verstärkt die Mittelmeer-Routen zur Flucht von Menschen etwa aus Eritrea, Somalia, Nigeria oder Syrien genutzt, von denen ein Teil nach Deutschland weitergeleitet wird. Die starke Wirtschaft in Deutschland und die vergleichsweise hohen Sozialleistungen böten einen Anreiz, hierher zu kommen.

Wie das Innenministerium mitteilte, beantragten bis April 114.125 Personen in der Bundesrepublik Asyl. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um rund 130 Prozent. Die meisten Menschen stammten aus dem Kosovo, Syrien und Serbien - gefolgt von Albanien, Irak und Afghanistan. Allein im April ersuchten 15.675 Flüchtlinge mehr als im Vorjahresmonat (plus 136 Prozent) in Deutschland Asyl.

Wer nimmt die meisten Flüchtlinge auf?

Anstieg der Flüchtlingszahlen

Aufgrund von internationalen Krisen rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2014. Im ersten Quartal 2014 haben rund 108.300 Flüchtlinge in einem der 28 EU-Staaten um Asyl angesucht. Doch kommen die meisten Asylsuchenden, die derzeit über das Mittelmeer nach Europa kommen, wirklich nach Deutschland?

Quelle: Eurostat/ Mediendienst Integration 2014

Platz 9

Griechenland: 2.440 Antragsteller

Platz 8

Ungarn: 2.735 Antragsteller

Platz 7

Österreich: 4.815 Antragsteller

Platz 6

Belgien: 5.065 Antragsteller

Platz 5

Großbritannien: 7.575 Antragsteller

Platz 4

Italien: 10.700 Antragsteller

Platz 3

Schweden: 12.945 Antragsteller

Platz 2

Frankreich: 15.885 Antragsteller

Platz 1

Deutschland: 36.890 Antragsteller

An dem Gipfel nehmen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Innenminister Thomas de Maiziere, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Kanzleramtschef Peter Altmaier Vertreter mehrerer Bundesländer sowie Experten teil. Nach Informationen von „Focus Online“ will de Maiziere bei dem Treffen eine neue Verteilung der Flüchtlinge in Deutschland vorschlagen. Asylbewerber vom Balkan, deren Anträge ohnehin überwiegend abgelehnt würden, sollten aus dem bisherigen Verfahren herausgenommen und nur noch in ausgewählten Aufnahme-Einrichtungen untergebracht werden, hieß es unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. In diesen Einrichtungen solle es eine Außenstelle des BAMF geben, zudem solle möglichst ein Verwaltungsgericht in der Nähe sein.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Herr Horst Meiller

07.05.2015, 19:56 Uhr

Sind die alle nicht mehr ganz richtig im Kopf?
http://www.pi-news.net/2015/05/hh-cdu-will-fluechtlinge-in-privatwohnungen/

Herr Ockham Rasiermesser

07.05.2015, 20:48 Uhr

Stimmt. Die sind nicht ganz dicht. Also PI-News.

Herr Teito Klein

08.05.2015, 08:02 Uhr

Kein (Armuts)Flüchtling ist illegal
-------------------
Sie feiern zwar auf der Überfahrt ins "gelobte Land" die feierliche Passverbrennung und verschleiern ihre Herkunft, aber hier sind sie willkommen.
Hier gibt es sofort H4, Nachzug für den gesamten Clan, Kindergeld und Wohnung.

Wie viele "Gutmenschen" haben schon "Flüchtlinge" privat aufgenommen? KEINER!

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