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05.07.2013

14:42 Uhr

Bundesrat

Neue Atommüll-Endlagersuche perfekt

Die Suche kann beginnen: Der Bundesrat hat den Weg für ein Standortauswahlgesetz frei gemacht. Gorleben ist nur noch eine Option unter vielen. Eine Expertenkommission soll Kriterien für die Atommüll-Lagerung festlegen.

Gorleben ist nun nicht mehr die einzige Option für ein Atommüll-Endlager. dpa

Gorleben ist nun nicht mehr die einzige Option für ein Atommüll-Endlager.

BerlinNach über 35 Jahren Konzentration auf den Salzstock Gorleben wird erstmals deutschlandweit nach einem Atommüll-Endlager gesucht. Der Bundesrat machte am Freitag einstimmig den Weg frei für ein Standortauswahlgesetz, mit dem Alternativen zu Gorleben geprüft werden sollen. Eine 33-köpfige Bund/Länder-Kommission soll bis Ende 2015 Grundlagen und Kriterien für die Suche empfehlen.

Anschließend sollen bis 2023 mehrere Standorte ausgesucht und oberirdisch verglichen werden, bevor am Ende wahrscheinlich zwei Standorte auch unterirdisch geprüft werden. Gorleben bleibt im Rennen, soll aber trotz bereits getätigter Investitionen von 1,6 Milliarden Euro gleichberechtigt mit allen anderen Optionen verglichen werden.

In Frage kommen wohl Standorte in Salz-, Ton- und Granitgestein. Kontroversen gibt es auch darüber, ob der Atommüll rückholbar gelagert werden soll, um zum Beispiel Fehlentscheidungen noch korrigieren oder spätere technische Fortschritte leichter nutzen zu können.

Ende 2031 soll das Endlager bestimmt und von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Die Kosten werden auf über zwei Milliarden Euro geschätzt und müssen von den Energiekonzernen getragen werden. Bis auf Hamburg, Bremen und Berlin kommen fast alle Länder infrage – die mit Abstand meisten Optionen gibt es aber in Niedersachsen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach von einem historischen Akt. Dass eine parteiübergreifende Einigung wenige Monate vor der Bundestagswahl gelinge, sei bemerkenswert. „Das Gesetz hat allen Unkenrufen zum Trotz das Licht der Realität erblickt.“ Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte: „Dieser Neustart ist eine echte Chance, dies es zu nutzen gilt.“

Kommentare (2)

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vandale

05.07.2013, 14:35 Uhr

Die Zusammensetzung des Gremiums das die ergebnisfreie "Endlagersuche" leiten soll ist so gewählt, dass diesem kein Fachmann angehören wird. Die Regeln sind so gesetzt, dass die Suche garantiert ergebnisfrei bleiben wird. Der Zeitraum ist so gewählt, 2031, dass Fr. Merkel während ihrer Karriere garantiert keine Entscheidung treffen muss.

Geologen und Strahlenschützer stehen im internationalen Austausch. Gem. dieser Fachleute ist Salz ideal geeignet zur Einlagerung chemotoxischer und radiotoxischer Abfälle, mit Abstrichen folgen Ton (schlechtere Wärmeleitfähigkeit, schlechterer Abschluss von der Biosphäre) und mit grossen Abstrichen Granit (kein Abschluss gegenüber der Biospäre).

Die Endlagersuche wurde bereits in den 70er Jahren, seinerzeit von Fachleuten, durchgeführt. Man hatte mehrere Standorte in die engere Auswahl genommen und sich für Gorleben entschieden. Man hat ca. 1,7 Mrd. € für die Erkundung ausgegeben und nichts Negatives gefunden. Somit könnte eine Einlagerung bald beginnen. Die populärste Oekolegende Deutschlands wäre durch ein profanes Endlager zu Ende.

Die Kosten dieser neuen Endlagersuche sollen die Versorger und damit am Ende der Verbraucher tragen. Rechtlich gesehen muss diese sinnlose Kostenbelastung nicht von den Versorgern bezahlt werden. Es wäre zu hoffen, dass diese sich gegen eine Kostenübernahme wehren.

Vandale



S21saustarkesArgument

05.07.2013, 23:09 Uhr

Allein für die Suche in "Baden-Württemberg" auf Vorschlag von Herrn Oettinger, wird Herr Mappus vielleicht oder auch andere mit dem Fall sich befassenden Gremien auf den Trichter kommen, wäre doch irgendwie toll, würden wir bei der Gelegenheit die vernichteten Akten des Herr Mappus finden.

So gesehen, Herr Kommissar Oettinger, da tun Sie nur ihre staatsmännische Pflicht. Chapeau für so viel Bürgernähe. Danke.

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