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28.01.2014

10:01 Uhr

Bundesregierung 2.0

GroKo im Social-Media-Rausch

VonDietmar Neuerer

Als Angela Merkel das Internet zum „Neuland für alle“ erklärt hat, lag sie gründlich daneben. Denn in Wahrheit berauscht sich selbst ihre Regierung an den Möglichkeiten des Web 2.0 – mit mehr oder weniger großem Erfolg.

Social Media wirkt: Politiker twittern inzwischen so emsig wie nur wenige andere Berufsgruppen. Reuters

Social Media wirkt: Politiker twittern inzwischen so emsig wie nur wenige andere Berufsgruppen.

BerlinHohn und Spott erntete Angela Merkel, als sie im vergangenen Jahr sagte: „Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Dass die Kanzlerin mit ihrer Einschätzung gründlich daneben liegt, zeigen die Social-Media-Aktivitäten ihrer Regierung. 

Laut Recherchen von Martin Fuchs, der als „Hamburger Wahlbeobachter“ bloggt, haben 70 Prozent der Regierungsmitglieder mindestens einen aktiven Account bei einem der sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, YouTube, Google+, XING, Flickr, MySpace oder Wer kennt wen.

Noch eindeutiger fällt die Quote beim Blick auf das Nutzungsverhalten von Ministern, Parlamentarischen Staatsekretären und Staatsministern aus. Fast jeder (94 Prozent) besitzt demnach ein Social-Media-Profil. Zum Vergleich verweist Fuchs auf den Bundestag, wo knapp über 95 Prozent der Abgeordneten in Social Media aktiv sind.

Als Lieblingsverbreitungskanal für politische Botschaften erweist sich Facebook. 44 der 71 Mitglieder der Bundesregierung haben dort laut Fuchs ein eigenes Facebookprofil.  62 Prozent der Regierungsmitglieder sind demnach bei Facebook angemeldet. Danach folgt Twitter (35,2 Prozent), YouTube (25,6 Prozent), Xing (21 Prozent) und Google+ (15,5 Prozent). Andere Netzwerke werden nur vereinzelt genutzt.

Social-Media-Experte Faas: „Das Internet vergisst nichts“

Social-Media-Experte Faas

exklusiv„Das Internet vergisst nichts“

Immer mehr Politiker nutzen Twitter oder Facebook für die Verbreitung ihrer Botschaften. Warum diese Form der Kommunikation nicht nur neue Chancen eröffnet, erklärt der Mainzer Politikwissenschaftler Faas im Interview.

Woher rührt die große Lust der Politik an Social Media? Für den Mainzer Politikwissenschaftler Thorsten Faas liegen die Gründe auf der Hand. „Zunächst einmal schafft es Möglichkeiten für Politiker, mit den Bürgerinnen und Bürgern direkt in Kontakt zu treten – an klassischen Medien vorbei“, sagt Faas im Interview mit Handelsblatt Online. Teilweise seien die Followerzahlen ja auch beachtlich. Dadurch  eröffneten sich theoretisch auch Rückkanäle, die es bisher nicht gab.

Allerdings gibt der Experte zu bedenken, dass sich auch früher schon in der politischen Kommunikation neue Kanäle etabliert hätten und genutzt wurden, etwa das Fernsehen. Interessant werde jetzt allerdings zu sehen sein, was sich durch Social Media ändere: „Werden die Bindungen zwischen Wählern und Gewählten dadurch enger? Oder wird es ein 'inner circle' bleiben, der untereinander kommuniziert – via Twitter etwa.“

Kommentare (1)

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HofmannM

28.01.2014, 11:39 Uhr

Die Merkel-Union soll lieber regieren und nicht weiter die Macht verwalten. Das gute "Mutti-Image" der Merkel Diktatur ist durch diese Medien aufgebaut und geschönt worden. Die Merkel-Diktatur macht hinten herum eine Wohlstandsvernichtende und Industrievernichtende grünsozialistische Schönwetter Politik. EEG/Energiewende und ESM sind der größte Sabotageakt einer deutschen Regierung am eigenen Volk nach dem 2. Weltkrieg!

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