Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2017

14:44 Uhr

Bundesregierung

Einzelfallprüfung bei jedem Türkei-Rüstungsexport

Jeder Antrag für Rüstungsexporte in die Türkei wird von nun an nach einer Einzelfallprüfung entschieden, erklärt ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Das könnte für den Rheinmetall ein Problem werden.

Rheinmetall-Chef Armin Pappberger sagt, dass sein Unternehmen mit der Türkei über ein Schutzsystem für dessen Leopard Panzer verhandle. dpa

Leopard 2 Panzer

Rheinmetall-Chef Armin Pappberger sagt, dass sein Unternehmen mit der Türkei über ein Schutzsystem für dessen Leopard Panzer verhandle.

BerlinDer Rüstungskonzern Rheinmetall kann sich nicht sicher sein, dass etwaige neue Waffen-Exportgeschäfte mit der Türkei von der Bundesregierung genehmigt werden. Entschieden werde über Anträge auf Rüstungsexportgenehmigungen von der Regierung jeweils nach einer Einzelfallprüfung, erklärte am Donnerstag ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Und zu konkreten „möglichen laufenden Verfahren“ äußere sich das Ministerium generell nicht, unterstrich er.

Hintergrund seiner Äußerungen war die Darstellung von Rheinmetall-Chef Armin Pappberger in Düsseldorf, dass sein Unternehmen mit der Türkei über ein Schutzsystem für dessen Leopard Panzer verhandle. Ein solches Geschäft müsste von der deutschen Regierung genehmigt werde. Rheinmetall fertigt den Kampfpanzer zusammen mit Krauss-Maffei.

Streit mit Ankara: Berlin könnte Türkei wieder Waffen liefern

Streit mit Ankara

Berlin könnte Türkei wieder Waffen liefern

Seit November verweigert die Bundesregierung elf Rüstungsexporte in die Türkei. Jeder Fall müsse aber einzeln geprüft werden. Die Missachtung der Menschrechtslage in dem Land sei der Grund für den Ausfuhrstopp.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums hatte gerade erst erklärt, die Tatsache, dass die Bundesregierung in letzter Zeit einige Rüstungsausfuhren in die Türkei nicht bewilligt habe, bedeute nicht, dass automatisch auch neue Anträge auf Exportgenehmigungen abschlägig beschieden würden.

Die Bundesregierung hat seit November 2016 insgesamt elf beantragte Waffenexporte für die Türkei untersagt. Es ging dabei um Handfeuerwaffen, Munition und Teile für Rüstungsgüter. Aber es wurden seit August 2016 andererseits auch acht Ausfuhr-Genehmigungen erteilt, wobei es sich vor allem um Teile für gepanzerte Fahrzeuge und Kampfpanzer handelte. Als Gründe für die Ablehnungen wurden die inneren Spannungen in der Türkei mit bewaffnete Konflikte im Land, Menschenrechtsmängel sowie die Unsicherheit über den Verbleib deutscher Waffen genannt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×