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14.09.2012

11:46 Uhr

Bundesregierung prüft

Union knüpft EADS-Fusion an Bedingungen

VonDietmar Neuerer, Michael Inacker

ExklusivDie Bundesregierung prüft die Fusion von EADS und BAE, auch wenn das gar nicht ihre Sache ist. Aber die CDU-Fraktion sieht viele nationale Interessen betroffen. Daher dürfe man die Entscheidung nicht Managern überlassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung mit EADS-Chef Thomas Enders. dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung mit EADS-Chef Thomas Enders.

BerlinDie Fusionspläne von Europas Luft- und Raumfahrtkonzern EADS mit der britischen BAE Systems zum globalen Rüstungsgiganten werden in der CDU im Bundestag grundsätzlich begrüßt, aber an Bedingungen geknüpft. Es seien hier „im höchsten Maße volkswirtschaftliche, technologiepolitische, industriepolitische und sicherheitspolitische Interessen betroffen, die nicht durch die Vorstände entschieden werden können“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer (CDU), Handelsblatt Online. „Deutschland hat hierbei viel zu verlieren.“

Es gehe hier nicht nur um den Unternehmenssitz, sondern auch um Produktionsstandorte und damit Arbeitsplätze sowie den Erhalt von Wertschöpfung und technologischer Kompetenz, sagte Pfeifer. „Dies sind Fragen von nationalem Interesse.“

EADS-Vorstandschef Thomas Enders und seine Teams verhandeln bereits seit Ende August mit den Regierungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA, um die politische Unterstützung für das komplexe Vorhaben zu sicher. In den beteiligten Unternehmen wird darauf verwiesen, dass man natürlich die politische Unterstützung von Berlin wolle. Formal könne die deutsche Seite aber den Deal nicht blockieren könne, da sie - anders als Frankreich oder Großbritannien - keine direkten Anteile an der EADS hält.

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Mit der geplanten Fusion mit BAE greift EADS seinen Erzkonkurrenten Boeing zu Hause an. Doch der US-Konzern gibt sich angesichts des entstehenden Rüstungsgiganten gelassen. Und dann ist ja auch noch Wahlkampf.

Dagegen betont Pfeiffer, dass Deutschland viele Milliarden Euro an Steuergeldern in den Aufbau des Unternehmens EADS gesteckt habe. „Daher ist für mich klar, dass eine Entscheidung über eine Fusion eine hohe Bedeutung für die Zukunft des Wirtschafts- und Technologiestandorts Deutschland hat“, sagte er. Die Letztentscheidung in dieser „hoch politischen Frage“ müsse daher die Bundesregierung treffen.

Grundsätzlich wird in Berlin der Zusammenschluss nicht infrage gestellt, aber es gibt Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierungskoalition über die künftige Struktur und die Art der Einflussnahme auf das neue Unternehmen. Nach anfänglich verbreiteter Skepsis seien weite Teile der Bundesregierung inzwischen positiv gestimmt. Allerdings gebe es eine "kleine Minderheit", die aus industriepolitischen Gründen Bedenken habe und einen deutschen Einflussverlust befürchte, heißt es.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

14.09.2012, 12:20 Uhr

Schon wieder ein "Welt-AG"-Bastler?
Reuter und Schremp sollten eigentlich genügen.
Enders sollte seine Kraft einsetzen den A380 und den A400M fehlerfrei und profitabel zu bekommen.

eingreiffen

14.09.2012, 12:21 Uhr

"Es gehe hier nicht nur um den Unternehmenssitz, sondern auch um Produktionsstandorte und damit Arbeitsplätze sowie den Erhalt von Wertschöpfung und technologischer Kompetenz, sagte Pfeifer. „Dies sind Fragen von nationalem Interesse.“"

So wie ich Merkel kenne, wird sie auch dieses Projekt wieder versemmeln. Die mit deutschen Steuergeldern und deutschem Know-how aufgebaute Technologie wird letztlich aus Deutschland abgezogen - und die Pute wird anschließend wieder eine Beschwichtigungsrede halten, in der sie die Vorteile und den großen Nutzen für unser Land herausstellt. Ich könnte sie jeden Tag ...

matze_dr_matin_boehmer

14.09.2012, 12:24 Uhr

aber schön harte kriterin anlegen! wie sieht es mit de langfristige geostrategie von de EU bzw. eurozone aus. jo, und mal prüfen, ob nich die BAE kunde vielleicht in de nächst jahre zum "imperialen rückbau" gezwunge sinde!!! oder? soll BAE aufgefangen werden, da sag ich, erst besser mal mit de grichen, spanier und italiener "sich übernehme"!

ja, und für de juten jutmensche in de brd politike: seid wohl frohe, nix mehr de abstimmungen über de rüstungsexporte, weilet so über frankreich und UK läuft! kopfe in de sand und jut! vielleicht isset ja doch besser mal mitzubekomme, wose den mal wieder de waffen in de welt stapeln wolle. jo, so künte manne und fraue sich den entwicklehilfe spare, wirde ja blade zerlegt, de infrastruktur bzw. lebesgrundelage vonde mensche da!

FAZIT: mann/frau ist kein guter mensch nur weil mann/frau sich der verantwortung entledigt! oder?

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