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23.01.2017

14:22 Uhr

Bundesregierung schaltet sich beim BER ein

„Wir planen ja keine Mondlandung“

Das erneute Desaster um die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens zieht weite Kreise: Jetzt schaltet sich die Bundesregierung ein und fordert endlich Klarheit über einen realistischen Eröffnungstermin.

Der neue Hauptstadtflughafen wird auch in diesem Jahr nicht eröffnet. dpa

Hauptstadtflughafen BER

Der neue Hauptstadtflughafen wird auch in diesem Jahr nicht eröffnet.

BerlinNach der erneuten Verschiebung der Eröffnung des Hauptstadt-Flughafens BER dringt die Bundesregierung auf einen neuen Termin. Die Flughafengesellschaft müsse sich dazu erklären, wann sie die Eröffnung nun für realistisch erachte, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Montag in Berlin und verwies auf die Sitzung des Aufsichtsrats am 7. Februar.

Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sein Bedauern über die erneute Verschiebung: „Dass dieses keine für Berlin oder Deutschland besonders schöne Situation ist, mit der wir große Werbung für uns machen, ist glaube ich jedem klar.“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft sowie und Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld hatten am Wochenende mitgeteilt, dass eine Eröffnung des Airports in diesem Jahr nicht mehr funktionieren könne. Der elektronische Schließmechanismus der Türen im Zusammenhang mit dem Brandschutz sorgte für neue Probleme. Mühlenfeld wies im „Tagesspiegel“ aber Befürchtungen zurück, der Flughafen könne auch 2018 nicht in Betrieb gehen. „Es entbehrt jeder Grundlage, über 2019 oder 2020 zu diskutieren“, sagte er.

Hauptstadtflughafen BER: Flughafenchef soll früher von unmöglicher Eröffnung gewusst haben

Hauptstadtflughafen BER

Flughafenchef soll früher von unmöglicher Eröffnung gewusst haben

Wusste Flughafenchef Mühlenfeld schon seit Monaten, dass der BER in diesem Jahr nicht eröffnet werden kann? Einem Bericht zufolge soll er Fristen verstreichen lassen und dies offenbar dem Aufsichtsrat verschwiegen haben.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte ebenfalls Klarheit. „Wir müssen in diesem Jahr mit dem Bau fertig werden, mit der technischen Fertigstellung, um den Flughafen 2018 eröffnen zu können“, sagte er dem „Tagesspiegel“ und fügte hinzu: „Wir planen ja keine Mondlandung.“ Die Geschäftsführung müsse Aufsichtsrat und Gesellschaftern ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen und auch Druck auf die Firmen ausüben.

Der BER hat schon eine Reihe von Verschiebungen hinter sich. Im Jahr 2012 waren schon Einladungen zur Eröffnung verschickt worden. Gesellschafter und Eigentümer des Projekts sind die Länder Berlin und Brandenburg (je 37 Prozent) sowie der Bund (26 Prozent).

Von

rtr

Kommentare (11)

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Herr Heinz Keizer

23.01.2017, 15:16 Uhr

Es entbehrt jeder Grundlage überhaupt über Eröffnungstermine zu spekulieren. Schon beim ersten Verschieben hätte sich der Bundesverkehrsminister einschalten müssen. Die Aufsicht hätte an Fachleute übergeben werden müssen und hätte nicht bei unbedarften Politikern bleiben dürfen. Es muß doch auch jetzt möglich sein, bestehende Fehler festzustellen, sowie die Dauer und Kosten der Beseitigung. Für was werden die Manager eigentlich bezahlt?

Herr Kurt Mueller

23.01.2017, 15:27 Uhr

Tja - wenn der Herr Dobrindt als Vertreter des Mit-Bauherren Bund lieber seine Zeit mit einer nutzlosen Pkw-Maut vertändelt, statt vor der Ministeriumstür mal nach dem Rechten zu sehen - dann darf man sich nicht wundern, wenn nix vorangeht.

Herr Michael Müller

23.01.2017, 15:32 Uhr

BER ist ein Zeichen für den Zustand Deutschlands. Wir verwalten und reglementieren uns zu Tode. Vorschriften und Auflagen ohne den Sinn zu hinterfragen und über allem natürlich ein Beamtenheer das alles überwacht und kontrolliert und ein sofortiges Veto einlegt wenn es nicht 100% so läuft wie es die Beamten gerne hätten.

In der heutigen Zeit hätten es Daimler, Siemens, Krupp und Co. niemals geschafft ihre Unternehmen zu gründen. Warum? Einfach mal mit "Gründern" reden, was ihnen für Steine in den Weg gelegt werden. Aber vor allem ist es wichtig, dass jeder Existenzgründer zuerst seine GEZ-Gebühr, seine Müllgebühren, seinen IHK-Beitrag, seinen Krankenversicherungsbeitrag und natürlich seine Steuervorauszahlungen leistet.... Wenn er dann auch noch erfolgreich ist, darf er die Hälfte seines Gewinnes an den Staat abführen. Wenn er sogar sehr erfolgreich ist, bekommt er alle 3 Jahre vom Finanzamt Besuch, die ihn dann jeden einzelnen Beleg rechtfertigen lassen.

Tja, Unternehmer in Deutschland macht nicht wirklich Spass. Kein Wunder, dass es mit dem BER nicht klappt. Vielleicht sollte man hier mehr ausländische Unternehmen beschäftigen. Die haben neben der Verwaltung noch Zeit zum Arbeiten...

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