Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2011

12:44 Uhr

Bundestag fordert Beteiligung der Banken

Berliner Rückendeckung für Griechenland hilft dem Dax

Der Bundestag fügt sich: Nur weitere Hilfen können Griechenland vor der Pleite retten. Die Eurozone muss wieder einspringen - und auch auf die privaten Gläubiger kommt einiges zu. Doch für Anleger überwiegen die Vorteile.

Debatte um neue Griechenland-Hilfe

Video: Debatte um neue Griechenland-Hilfe

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinDie Bundesregierung kann sich auf die Unterstützung der schwarz-gelben Koalition bei ihrem umstrittenen Griechenland-Kurs stützen. Ein gemeinsamer Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen zu weiteren Milliarden-Hilfen an Athen erhielt am Freitag im Bundestag die nötige Mehrheit von Union und FDP.

Die Bereitschaft des Bundestags zu weiteren Hilfen half dem Dax an einem ansonsten ruhigen Börsentag: Der Leitindex stieg um bis zu 0,2 Prozent auf 7176 Zähler. Vor allem Finanzwerte profitierten; Deutsche Bank legten nach der Abstimmung 1,6 Prozent zu, Commerzbank 2,5 Prozent. „Durch die Entscheidung wird vor den Pfingstfeiertagen etwas Nervosität aus dem Markt genommen“, sagte ein Händler. Die Reaktion der Märkte sind ein weitere Beleg für die These, dass die Banken ihre Griechenlandrisiken längst bereinigt haben.

Unmittelbar zuvor hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Bundestag für ein weiteres Milliarden-Hilfspaket geworben. „Die Lage in Griechenland und damit in Europa ist ernst“, sagte Schäuble am Freitag in einer Regierungserklärung am Freitag im Parlament. Für weitere Hilfen sei jedoch eine Beteiligung der privaten Gläubiger "unvermeidbar".

In diesem Punkt bildete sich eine breite Koalition: FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier waren sich in diesem Punkt mit Schäuble völlig einig. Die SPD brachte in diesem Zusammenhang erneut eine Finanzmarkttransaktionssteuer ins Gespräch. Nur die Grünen plädierten für eine harte

Für die nächste Hilfszahlung an Athen von 12 Milliarden Euro im Juli müsse noch eine Finanzierungslücke geschlossen werden. „Ohne Auszahlung dieser nächsten Tranche besteht die akute Gefahr der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands mit schwerwiegenden Folgen für die Stabilität der Euro-Zone insgesamt, aber auch mit schwerwiegenden Risiken für die globale Entwicklung,“ sagte Schäube. Um die Juli-Tranche aber auszahlen zu können, seien weitere Hilfen und ein zusätzliches Anpassungsprogramm nötig.

Den Umfang eines zweites Rettungspakets ließ Schäuble offent: „Man kann das nicht.“ Zuletzt war die Rede von einem Finanzbedarf von 90 bis 120 Milliarden Euro. Der müsste aber nicht komplett über ein neues Kreditpaket gedeckt werden. Der Minister verwies zugleich darauf, dass auch Athen weitere Anstrengungen zur Sanierung des Haushalts unternehme. „Die letzte Entscheidung liegt bei den Griechen selbst.“

Schäuble warb erneut für einen Tausch ausstehender Griechenland-Staatsanleihen in neue, was dem Land eine Atempause von sieben Jahren bei der Rückzahlung von Schulden geben würde. Griechenland gewinne damit Zeit für notwendige Reformen, um Vertrauen an den Märkten zurückzugewinnen.

Kommentare (48)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

MikeM

10.06.2011, 09:17 Uhr

Na, Herr Schäuble, schon die 100.000 DM wieder gefunden? Zumindest Sie müssen sich keine Sorgen um Ihre Zahlungsfähigkeit machen ...

Account gelöscht!

10.06.2011, 09:23 Uhr

Herr Schäuble,

Griechenland ist Zahlungsunfähig, und wer einem zahlungsunfähigen Schuldner neue Kredite gibt, der leistet keine Hilfe.

Account gelöscht!

10.06.2011, 09:25 Uhr

Griechenland ist zahlungsunfähig, und wer weitere Kredite gibt, der leistet keine Hilfe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×