Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2012

09:03 Uhr

Bundestagskandidaten

SPD-Abgeordnete kritisieren Kandidaten-Troika

In der SPD wächst der Unmut über das Vorgehen bei der Kür eines Kanzlerkandidaten. Immer mehr Abgeordnete fordern mittlerweile, den Spitzenkandidaten der Partei noch vor Januar 2013 zu bestimmen.

Bald soll sich entscheiden, wer im Wahlkampf den Schritt angibt. dapd

Bald soll sich entscheiden, wer im Wahlkampf den Schritt angibt.

Hamburg"Das Konzept der Troika hat sich totgelaufen", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Garrelt Duin, dem Magazin "Der Spiegel". Derzeit gelten Parteichef Sigmar Gabriel, Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als mögliche Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Duin will die Kür des Kanzlerkandidaten vorziehen und diesen nicht erst im Januar 2013 bestimmen. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe fordert ein Ende der Troika: "Es muss klar sein, dass der Parteivorsitzende das Verfahren bestimmt, das darf nicht unter drei Männern ausgemacht werden."

Von

dapd

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

NUR-DER-BANKER-IST-ECHT

25.05.2012, 10:19 Uhr

Steinmeier ist schon als Staatssekretär auf die Welt gekommen. Im Untergrund zu graben, im Hintergrund Kulissen schieben, selber dabei unsichtbar zu bleiben: diese Rolle ist ihm auf dem Leib geschneidert. Taktik und Winkelzüge beherrscht er wie kaum ein anderer und sind - das ist sein größtes Problem - so sehr zu seiner zweiten Natur geworden, dass er sich bemühen kann wie er will. Die durch Offenheit, Klarheit, Ehrlichkeit und Emphase überzeugende Ansprache will ihm einfach nicht mehr gelingen. Fazit: Nicht nur als Bundeskanzler ungeeignet. Vielmehr schadet jeder öffentliche Auftritt Steinmeiers seiner Partei so sehr, wie er ihr im Verborgenen von Nutzen sein kann.

In Statur, Gestik und Mimik verkörpert Gabriel besser als die anderen Kandidaten die Saturiertheit des Wohlstandsbürgertums. Alles Kämpferische und Klassenkämpferische wirkt gerade nach den Schröder'schen Reformen, für die seine Partei verantwortlich zeichnet, bei ihm künstlich, aufgesetzt und zum Scheitern verurteilt, wie das Aufplustern eines Truthahns vor Thanksgiving.

Bleibt als Letzter Steinbrück, äußerst kompetenter und hochkonzentrierter Finanzakrobat und Zahlenjongleur, der den Anschein erweckt, gerne mal aus der Haut fahren zu wollen, wenn Andere seine Kreise stören oder Kunststücke partout nicht verstehen wollen. Beispiele dafür sind Legion, und man verzeiht einem Banker Eskapaden dieser Art nur schwer. Doch wie, wenn der Banker so waschecht gar nicht ist, sondern ein Mensch mit Herz und Witz, dessen Gefühle echt und manchmal einfach zu stark sind, um sie zu unterdrücken. Solche Authenzität, die weder ein Steinmeier noch ein Gabriel jemals werden lernen können, lässt gerade Steinbrück zu einem Politiker werden, in dem der Bürger sich wiedererkennen und durch den er sich glaubwürdig vertreten sehen kann. Dass es ihm zukünftig gelingen wird, seine Ausbrüche in staatsmännische Formen zu giessen, ist jedenfalls eine sehr viel kleinere Herausforderung als Erstgenannte zu bewältigen hätten.

Account gelöscht!

25.05.2012, 15:16 Uhr

Den Vortrag sollten Sie sich für die nächste Bilderberger-Konferenz patentieren lassen. Da wird man sich für den eigenen Kandidaten und Liebling sehr freuen...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×