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06.11.2013

19:11 Uhr

Bundestagspräsident

Kein Plagiatsverfahren gegen Lammert

Die Vorwürfe kamen aus dem Netz: Norbert Lammert soll in seiner Doktorarbeit plagiiert haben – was die Uni Bochum nun zurückweist. Sie erkennt zwar handwerkliche Schwächen, aber kein wissenschaftliches Fehlverhalten.

Seiner Parteifreundin Annette Schavan erkannte ihre Uni den Doktortitel ab, er darf seinen „Dr.“ behalten: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). dpa

Seiner Parteifreundin Annette Schavan erkannte ihre Uni den Doktortitel ab, er darf seinen „Dr.“ behalten: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

Bochum/BerlinDie Universität Bochum wird kein Verfahren zur Aberkennung des Doktorgrades von Bundestagspräsident Norbert Lammert eröffnen. Das beschloss das Rektorat der Hochschule nach eingehender Prüfung, wie die Ruhr-Universität am Mittwoch mitteilte. „In der Dissertation finden sich zwar vermeidbare Schwächen in den Zitationen, die aber den Verdacht des Plagiats oder der Täuschung keineswegs rechtfertigen“, heißt es in der Mitteilung.

Ein anonymer Blogger mit dem Pseudonym „Robert Schmidt“ hatte Lammert Ende Juli vorgeworfen, dass sich auf 42 Seiten seiner Arbeit aus dem Jahr 1975 Unregelmäßigkeiten fänden. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Lammert selbst um eine Überprüfung gebeten. Der Ombudsmann habe seinen Bericht dem Rektorat Ende Oktober vorgelegt.

Wurde bereits am Dienstag von seiner Uni entlastet und darf seinen Doktortitel behalten: Frank-Walter Steinmeier, SPD-Fraktionschef. AFP

Wurde bereits am Dienstag von seiner Uni entlastet und darf seinen Doktortitel behalten: Frank-Walter Steinmeier, SPD-Fraktionschef.

„Wir haben jede einzelne Verdachtsstelle genau überprüft und uns bemüht, so sorgfältig wie möglich vorzugehen“, sagte Elmar Weiler, Rektor der Universität, der Nachrichtenagentur dpa. „Da das Ergebnis ein so eindeutiges ist, ist das auch für die Universität eine Erleichterung.“ Durch die Methode der digitalen Auswertung, mit der Plagiatsjäger häufig vorgingen, gehe leicht der Kontext verloren. Dieser sei jedoch wichtig sei, um beurteilen zu können, ob es sich tatsächlich um die Übernahme geistigen Eigentums ohne Kennzeichnung handle.

Sowohl der von der Universität eingesetzte Ombudsmann Ulf Eysel als auch der externe Gutachter Jürgen Kocka seien unabhängig voneinander zu der Einschätzung gelangt, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliege. Beide bezeichnen die nachweislichen Fehler in Lammerts Promotion der Mitteilung zufolge als „handwerkliche Schwächen“. Kocka betone in seinem Gutachten die begrenzte Bedeutung der beanstandeten Passagen für die wissenschaftliche Gesamtleistung des Werkes, heißt es weiter.

Kommentare (2)

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Diplom-Ingenieur

06.11.2013, 19:53 Uhr

Nenn mir mal einen Dr. Typen, der aus dieser Disziplin der Dummschwätzer NICHT abgeschrieben hat. Diese Dummschwätzer erschaffen kein neues Wissen (Wissen – schafft), denn sie kopieren nur aus vielen Quellen ab. Ob es stimmt oder nicht, ist denen egal, Hauptsache die Quellenangabe stimmt.

Im Gegensatz dazu stehen die echten Wissenschaften, wo wirklich noch neues Wissen erschaffen wird. Besonders Ingenieur-Wissenschaften, oder Naturwissenschaften.

Account gelöscht!

07.11.2013, 08:46 Uhr

"Diese Dummschwätzer erschaffen kein neues Wissen (Wissen – schafft), denn sie kopieren nur aus vielen Quellen ab. "

Finde ich immer wieder interessant das Ingenöre genau wissen was Wissen schafft :)

Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten können überhaupt nur geschrieben werden WEIL es Wissen zum "abschreiben" gibt. Wissen schafft man auch mit Wissen forschen, folgern, denken, beweisen, schreiben, denken, aufdecken usw.

Wissenschaft ist also genau das Gegenteil von Ansprüchen an Absolutismus, verkanteten Urheberrechten, "Leistungsschutzrechten", "Zitierschutz" und anderen Formen der monetären Ausbeutung von Wissen, Kunst und Kultur.
In Doktorarbeiten kann man aber wenigstens noch schreiben was man denkt, man muß nur dazu noch eine Beweisführung bieten :)

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