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31.12.2011

09:27 Uhr

Bundestagspräsident

Lammert kritisiert Medien im Fall Wulff

Der Umgang mit der Kreditaffäre des Präsidenten sei nicht angemessen gewesen. So kritisiert Bundestagspräsident Lammert Fernsehen und Zeitung. Art und Dauer der Auseinandersetzung hätten Amt und Autorität berührt.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). dapd

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

OsnabrückBundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat den Umgang der Medien mit der Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff kritisiert. Nicht nur Wulff selbst müsse sich fragen, ob er mit den Vorwürfen gegen ihn angemessen umgegangen sei, sagte
Lammert der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag. „Auch die Medien haben Anlass zu selbstkritischer Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierten Berichterstattung.“

DieArt und die Dauer der Auseinandersetzung hätten nicht nur Wulff strapaziert sondern auch das Amt und seine Autorität berührt, sagte Lammert der Zeitung.

Wulff steht wegen eines Privatkredits im Umfang von einer halben Million Euro in der Kritik. Während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident hatte Wulff zur Ablösung des umstrittenen Kredits für sein Wohnhaus, den ihm die Unternehmergattin Edith Geerkens gewährt hatte, von der BW-Bank zunächst ein besonders zinsgünstiges, kurzfristiges Darlehen erhalten.

Mitte Dezember erklärte Wulff, dieses sei inzwischen in einen langfristigen Kredit zu normalen Konditionen umgewandelt worden. Zahlreiche Politiker forderten eine rasche Aufklärung der Umstände der Vergabe des Kredits.

Von

afp

Kommentare (67)

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Leopold

31.12.2011, 10:03 Uhr

Ist es angemessen, wenn ein Bundespräsident mit der Wahrheit so laviert wie Herr Wulff? Da verfestigt sich doch der Verdacht, dass er aus seiner Position persönliche Vorteile ziehen will. Herr Wulff sollte wissen, dass er in diesem Amt unter Beobachtung steht und sollte mit Kritik offen und ehrlich umgehen können.

Thomas-Melber-Stuttgart

31.12.2011, 10:03 Uhr

Wenn schon das Parlament nicht kontrolliert (Ausschuß in NDS abgelehnt), so muß dies die Presse als "4. Gewalt" eben tun. Wer mit der Wahrheit nur scheibchenweise und auch nur wenn es sich nicht mehr vertuschen läßt herausrückt muß damit rechnen, daß andere damit vorangehen. Oder fordert Herr Lammert "die Schere im Kopf", eine Selbstzensur?

Bruder

31.12.2011, 10:04 Uhr

Welch ein weiser Mann

Dass es sich bei der ganzen Wulff-Affäre nur um eine Ablenkung von den wirklich für uns wichtigen Sachen handelt, ist ja klar.

Aber schade, dass sich selbst das HB wie die Regenbogenpresse verhält.

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