Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.10.2017

08:45 Uhr

Bundestagspräsidium

Widerstand gegen AfD-Kandidaten

Durch umstrittene Äußerungen zur Religionsfreiheit für Muslime hat sich Albrecht Glaser ins Abseits gestellt. Eine Mehrheit der Abgeordneten will den AfD-Mann nicht ins Bundestagspräsidium wählen.

Abgeordnete wollen AfD-Kandidat Albrecht Glaser nicht in Bundestagspräsidium wählen dpa

Albrecht Glaser

Das Mitglied der Bundestagsfraktion der AfD kommt für einige nicht mehr als Kandidat für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten infrage.

BerlinBundestagsabgeordnete von SPD, FDP, Grünen und Linkspartei sträuben sich dagegen, den AfD-Kandidaten Albrecht Glaser zum Bundestagsvizepräsidenten zu wählen. Zur Begründung verwiesen sie in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) auf umstrittene Äußerungen Glasers, in denen er die Religionsfreiheit für Muslime in Abrede gestellt haben soll. Sie gelte demnach nicht, da der Islam eine politische Ideologie und keine Religion sei, hatte Glaser in verschiedenen Interviews ausgeführt.

Grünen-Parteichef Cem Özdemir sagte der Zeitung (Montag): „Wer die Religionsfreiheit infrage stellt, hat sich disqualifiziert. Ich kann so jemanden nicht wählen.“ Ein geeigneter Kandidat müsse sich klar zur Verfassung bekennen.

Glaser, ehemals Frankfurter Stadtkämmerer, hatte im Februar als Kandidat der AfD an der Wahl des Bundespräsidenten teilgenommen.

Kommentar von Bert Rürup: Deutschlands Sozialkapital ist aufgebraucht

Kommentar von Bert Rürup

Premium Deutschlands Sozialkapital ist aufgebraucht

Für viele haben sich die Chancen auf beruflichen Aufstieg und höhere Einkommen verschlechtert. Die künftige Bundesregierung muss dieses Problem anpacken – sonst droht die AfD, noch mehr Zulauf zu bekommen. Ein Kommentar.

Auch die FDP signalisierte Ablehnung. „Es ist bekannt, dass Herr Glaser für eine Reihe von Positionen steht, die eine Zumutung für mich darstellen“, sagte Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer. Die Fraktionen seien gehalten, Personen vorzuschlagen, die mehrheitsfähig sind.

Aus der Linken hieß es, Glaser könne nicht mit Unterstützung rechnen. „Für mich steht fest, dass ich Herrn Glaser nicht wählen werde“, sagte der Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch der „FAZ“. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, sagte, Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten müssten auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und insbesondere die Grundrechte respektieren. Die Führung der CDU-Fraktion wollte sich auf Anfrage der Zeitung zu der Frage nicht äußern.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland bezeichnete die Vorwürfe gegen Glaser als absurd. „Selbstverständlich stehen wir hinter Herrn Glaser als Kandidaten“, sagte Gauland.

Von

dpa

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

02.10.2017, 10:41 Uhr

Es ist faszinierend wenn ein EX CDU Politiker (warum wurde dies im Artikel nicht erwähnt??) plötzlich so rechtsradikal sein soll, dass dieser nicht wählbar sei.

Ich nehme an, Herr Glaser hat seine Ansichten beibehalten und ist einfach durch den rasanten Linksrutsch der gemerkelte CDU zum "Rechtsradikalen" geworden.

Alle Religionen geben den Menschen Halt im Leben und machen diesen das Leben durch ein einfaches schwarz - weiss Bild einfacher. So muss sich ein Anhänger der Ökoreligion nicht mit Physik beschäftigen, er glaubt dass das Waldsterben/Klimawandel den Weltuntergang beschert und mittelalterlich erzeugte Lebensmittel gesund seien.

Der Islam ist in seinen Anweisungen an die Gläubigen wesentlich präziser als das Christentum. Dadurch steht der Islam als Religion wesentlich stärker im Konflikt mit einem weltlichen Staat als die meisten anderen Religionen. In den arabischen Staaten führt dieser Konflikt zu regelmässiger Gewalt und der latenten Gefahr des Umsturzes (Ägypten, Syrien...). Insofern gilt es abzuwägen ob die Religionsfreiheit im Fall des Islam mit dem staatlichen System der BRD im Einklang stehen kann.

Herr Holger Narrog

02.10.2017, 10:41 Uhr

Es ist faszinierend wenn ein EX CDU Politiker (warum wurde dies im Artikel nicht erwähnt??) plötzlich so rechtsradikal sein soll, dass dieser nicht wählbar sei.

Ich nehme an, Herr Glaser hat seine Ansichten beibehalten und ist einfach durch den rasanten Linksrutsch der gemerkelte CDU zum "Rechtsradikalen" geworden.

Alle Religionen geben den Menschen Halt im Leben und machen diesen das Leben durch ein einfaches schwarz - weiss Bild einfacher. So muss sich ein Anhänger der Ökoreligion nicht mit Physik beschäftigen, er glaubt dass das Waldsterben/Klimawandel den Weltuntergang beschert und mittelalterlich erzeugte Lebensmittel gesund seien.

Der Islam ist in seinen Anweisungen an die Gläubigen wesentlich präziser als das Christentum. Dadurch steht der Islam als Religion wesentlich stärker im Konflikt mit einem weltlichen Staat als die meisten anderen Religionen. In den arabischen Staaten führt dieser Konflikt zu regelmässiger Gewalt und der latenten Gefahr des Umsturzes (Ägypten, Syrien...). Insofern gilt es abzuwägen ob die Religionsfreiheit im Fall des Islam mit dem staatlichen System der BRD im Einklang stehen kann.

Herr Günther Schemutat

02.10.2017, 10:49 Uhr

Die AFD als zweite Partei im Bundestag wird nicht besonders überrascht sein. Die Rache ist mein, sprach der Herr und ich bin mir sicher es werden Fragen gestellt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×