Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.08.2012

16:17 Uhr

Bundestagswahl 2013

Albig wünscht sich Steinmeier als Kanzlerkandidaten

Der Kieler SPD-Regierungschef Albig rät seinem einstigen Chef Peer Steinbrück von einer Kanzlerkandidatur ab - und spricht sich für Frank-Walter Steinmeier aus. Die SPD will sich erst 2013 auf einen Kandidaten festlegen.

Der SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier. dpa

Der SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier.

BerlinSchleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat sich für eine Kanzlerkandidatur von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. „Er wäre ein guter Kanzler für unser Land“, sagte Albig der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Steinmeier sei eine starke Führungspersönlichkeit und „seit der Zeit des letzten Wahlkampfs sehr gereift“. Der auch als möglicher Herausforderer von Angela Merkel (CDU) gehandelte frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) verteidigte den Zeitplan der Parteispitze, den Kanzlerkandidaten erst Anfang kommenden Jahres zu bestimmen. Bei der Euro-Schuldenkrise erwartet er keine Beruhigung.

Albig, der einst Steinbrücks Ministeriumssprecher war, riet diesem von einer Kandidatur ab. Er „würde das Korsett nicht mögen, in das er sich als Kandidat zwängen müsste“. Sein Rat an Steinbrück sei: „Tu dir das nicht an! Es gibt auch andere Stellen, wo Du mit dem, was Du kannst und was Dich stark macht, unserem Land großartig helfen kannst.“ Dagegen sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels der Zeitung, gebraucht werde ein Kandidat, der auch schwankende Wähler von Union und FDP gewinnen könne. Steinbrück sei „wegen seines intelligenteren Krisenmanagements und seines größeren ökonomischen Sachverstands die beste Alternative zu Angela Merkel“.

Steinbrück bekräftigte in der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag), die SPD küre den Kandidaten in der Regel sechs bis acht Monate vor der Wahl. „Wer länger im Ring steht, wird schnell wund gerieben.“ Die Partei habe sich inzwischen „stabilisiert und viel neues Vertrauen gewonnen“. Zu Umfragewerten der SPD, die bei 30 Prozent verharren, äußerte sich Steinbrück gelassen: „Das wird sich in dem Moment ändern, in dem sich die SPD inhaltlich, programmatisch und personell aufstellt für den Bundestagswahlkampf, also um die Jahreswende.“

Dritter möglicher Kanzlerkandidat neben Steinmeier und Steinbrück ist Parteichef Sigmar Gabriel. Wer aus dieser Troika antritt, soll nach der Niedersachsen-Wahl im Januar entschieden werden. Bei der Bundestagswahl 2009 hatte die SPD mit Steinmeier als Kanzlerkandidat mit 23 Prozent das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit erzielt.

Steinbrück bezweifelte, dass Merkel die eher schwieriger werdende Lage in der Euro-Zone in den Griff bekommen werde. „Ich spreche der Kanzlerin nicht ab, dass sie auch richtige Entscheidungen getroffen hat“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Aber ich spreche ihr ab, dass sie die Kraft hat, das offensichtlich erfolglose Krisenmanagement auf einen neuen, qualitativ anderen Kurs zu bringen.“ Steinbrück unterstützte die Position Gabriels für eine gemeinsame Schuldenhaftung der Euro-Länder, für die aber eine europäische Haushaltskontrolle nötig sei.

Von

dpa

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.08.2012, 16:48 Uhr

Ist ja auch nur logisch. Gabriel und Steinbrück haben sich durch die öffentliche Äußerung zur faktisch bedingungslosen Schuldenvergemeinschaftung selbst disqualifiziert. Ob das gewünscht war und man die Wähler damit austesten wollte? Steinmeier kann sich da noch entscheiden, wie er will. Praktisch wärs. Trotzdem unwählbar. Hoffentlich treten die Freien Wähler an.

oha

11.08.2012, 17:04 Uhr

Ja, das Dreigestirn:
Und Steinmeier wird sich nicht zurückhalten.
Die Frage bleibt nur, wann er sich inkommodieren möchte abzublähen.
In der Position, in die er sich selbst hineinmanövriert hat kann das doch nur ein Lacher werden.
SPD war gestern.
Morgen wird garnichts mehr da sein, außer den üblichen Verdächtigen beim "Kampf um Deutschland".
Das wars dann.
Welcome back im Propädeutikum.

+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

freie_waehler_Hausfrauenpartei

11.08.2012, 17:11 Uhr

Die Freien Wähler?
Henkel als Kühlerfigur und der Rest eher aus der politischen Klippschule?
Na dann: viel Spaß damit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×