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12.01.2011

00:03 Uhr

Bundestagswahl 2013

Grüne wollen Millionäre schröpfen

Eine Vermögensabgabe von 1,5 Prozent soll auf Deutschlands Reichste zukommen, wenn es nach den Grünen geht. Das berichtet die „Rheinische Post“. Die Chancen, dass die Partei nach der kommenden Bundestagswahl in die Regierungsverantwortung kommt, stehen nicht schlecht.

Die Parteiführung der Grünen will Geld bei den Reichen einsammeln. Quelle: Reuters

Die Parteiführung der Grünen will Geld bei den Reichen einsammeln.

HB DÜSSELDORF. Die Grünen wollen nach der Bundestagswahl 2013 eine auf zehn Jahre befristete Vermögensabgabe für Millionäre einführen. Für wohlhabende Singles solle ein Freibetrag von einer Million Euro gelten, für Verheiratete von zwei Millionen und für Kinder von 250 000 Euro. Betroffen wären weniger als 500 000 Deutsche, schreibt die Düsseldorfer Zeitung "Rheinische Post" in ihrer Mittwochsausgabe unter Berufung auf Kreise der Grünen-Bundestagsfraktion.

Die Einnahmen seien ausschließlich zum Schuldenabbau gedacht. Auf Nettovermögen oberhalb der Freibeträge wollen die Grünen demnach eine Abgabe von voraussichtlich 1,5 Prozent pro Jahr erheben. Für Betriebsanlagevermögen solle ein Freibetrag von fünf Millionen Euro gelten.

Insgesamt soll der Bund so binnen zehn Jahren bis zu 115 Milliarden Euro einnehmen. Dies entspräche dem Betrag, den die Steuerzahler nach einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise aufbringen müssen.

„Diejenigen, die von den staatlichen Rettungsprogrammen indirekt am meisten profitiert haben, nämlich die Vermögenden, sollen nun auch die Kosten der Finanz- und Wirtschaftskrise tragen, nicht die kleine Leute“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Gerhard Schick, der Zeitung. „Die Abgabe soll aus den Vermögenserträgen bezahlt werden, nicht aus der Substanz. So beeinträchtigt der Schuldenabbau die wirtschaftliche Entwicklung so wenig wie möglich.“

Dazu muss die Partei freilich erst in die Regierungsverantwortung kommen.Laut Umfragen liegen die Grünen aber gut im Rennen.

Die Pläne fußten auf einem Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Der DIW-Finanzexperte Stefan Bach werde die Studie am Freitag auf der Fraktionsklausur in Weimar vorstellen.

Kommentare (17)

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Honsen

12.01.2011, 01:59 Uhr

"ausschließlich zum Schuldenabbau"

Haha, wer's glaubt wird seelig...
Ansonten nix dagegen.
Würden wirklich die Schulden damit abgebaut,
bei gleichzeitiger Sparsamkeit der Politik,
würde ich freiwillig meinen Anteil an der "pro-Kopf-Verschuldung" plus noch 'nen bonus zahlen.

Aber Sparsamkeit mit egal welcher Partei ist ja von unseren kriminellen berufspolitikern nicht zu erwarten.
Hauptsache ordentlich Wahlgeschenke verteilen,
egal ob grün,rot,schwatz,gelb...

Vote 4 Deutschland das neue Griechenland ab 2030,
spätestens dann funktioniert nicht mal mehr der geistesgestörte "Generationen-Vertrag".


MfG.

Ondoron

12.01.2011, 08:15 Uhr

Das ist der subtile Staatsbankrott. Der offizielle wird wenig später folgen. Die Grünen sind Sozialisten, grüne Sozialisten. Und was "Geld" ist, wissen die auch nicht. Peinlich, solche Politiker...

Micha

12.01.2011, 09:24 Uhr

Würden Steuerverschwender genauso verfolgt und bestraft wie Steuerhinterzieher, bräuchten wir keine Steuererhöhungen! Jährlich werden zig-Milliarden Steuergelder von Politikern und beamten verschwendet, ohne daß diese zur Rechenschaft gezogen werden! Schlimmstenfalls wird man einfach einen Schreibtisch weiter versetzt! Steuerverschwender genauso verfolgen und bestrafen wie Steuerhinterzieher, dann brauchen wir keine Steuererhöhungen!

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