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27.03.2013

16:59 Uhr

Bundestagswahl

Kein Adenauer-Enkel für die Freien Wähler

Adenauer-Enkel Stephan Werhahn war das Aushängeschild der Freien Wähler. Enttäuscht von deren Chef Aiwanger tritt der Bundestags-Spitzenkandidat nun zurück. Ein herber Rückschlag für die Freien Wähler.

Adenauer-Enkel Stephan Werhahn galt als Aushängeschild der Freien Wähler. Nun ist er zurückgetreten. dapd

Adenauer-Enkel Stephan Werhahn galt als Aushängeschild der Freien Wähler. Nun ist er zurückgetreten.

MünchenDie Freien Wähler haben den Adenauer-Enkel Stephan Werhahn als ihren Bundestags-Spitzenkandidaten verloren. Werhahn gab am Mittwoch überraschend seine Rückkehr in die CDU bekannt. „Ich habe mir diesen Schritt nicht leicht gemacht, ich konnte aber die aktuellen Entwicklungen in der Partei nicht mehr mit gutem Gewissen mittragen“, erklärte Werhahn. Als Hauptgründe für seine Schritt nannte er mangelnde Unterstützung durch die Parteispitze, die fehlende Bereitschaft von Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger zur Kooperation mit der neuen eurokritischen Partei „Alternative für Deutschland“ und die organisatorische Schwäche der Freien Wähler außerhalb Bayerns. Die Freien Wähler bedauerten Werhahns Kehrtwende.

„Wir waren uns einig, dass ich in Nordrhein-Westfalen kandidieren sollte, um dort zusätzliche Stimmen zu holen“, sagte Werhahn der dpa. „Einzelne querulantische Mitglieder aus Mittelfranken haben mich dann angegriffen, indem sie gesagt haben, da in Düsseldorf gibt's bei den Freien Wählern Leute, die waren früher bei den Republikanern“, sagte er. „Diese Tatsachen sind aber schon seit zehn Jahren bekannt und diese Leute sind durch keine rechten Äußerungen mehr aufgefallen.“ Die Parteispitze habe sich nicht klar hinter ihn und vor die Düsseldorfer gestellt.

Werhahns zweiter Punkt: „Wenn sich eine neue eurokritische Partei bildet und es zu dem Ergebnis kommt, dass beide Parteien nur 2,5 Prozent holen, dann wären diese Stimmen verloren“, sagte Werhahn. „Ich will nicht Steigbügelhalter für einen rot-rot-grünen Regierungswechsel sein wie in Niedersachsen. Deswegen war meine Meinung, dass man mit der neuen Partei kooperieren sollte. Das hat Herr Aiwanger aber nicht gewollt.“

FW-Chef Hubert Aiwanger bedauerte Werhahns Abkehr. „Es hat sich abgezeichnet, dass er die Flinte ins Korn wirft“, sagte er der dpa. Werhahns offizielle Nominierung war für den 11. Mai geplant. Nun würden die Freien Wähler vorerst ohne Spitzenkandidaten weitermachen.

Werhahn war 2012 als erhoffte Galionsfigur für die Kampagne gegen die Euro-Rettung zu den Freien Wählern gewechselt. Doch die Kampagne traf auf keinen großen öffentlichen Widerhall. Bei den Landtagswahlen der vergangenen Jahre kamen die Freien Wähler nirgendwo in die Nähe der Fünf-Prozent-Hürde.

FW-Chef Aiwanger erntete Spott und Hohn der CSU: „Werhahns Rückzug ist auch ein persönliches Misstrauensvotum gegen Aiwanger und dessen selbstherrlichen Führungsstil“, erklärte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. „Der Fall Werhahn ist die Konsequenz daraus, dass Aiwanger die Freien Wähler zu einer billigen Protestpartei gemacht hat, die ständig Themen am rechten Rand bedient.“

Von

dpa

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

27.03.2013, 17:19 Uhr

Kann die Argumente Werhahn's durchaus nach voll ziehen. Die Freien Wähler sind keine Partei im eigentlichen Sinn sondern nur auf Kommunaler Ebene beschränkt.

Das was ich nicht nach vollziehen kann ist, dass Werhahn wieder in die CDU eingetreten ist. Sollte er etwa ein falsches Spiel gespielt haben? Will er nun zeigen, seht her Leute, die CDU ist doch besser als das was sich da als Alternativen anbietet. Zumindestens wäre es anständig gewesen, bis zur Bundestagswahl mit einer Rückkehr zur CDU zu warten.

RBern

27.03.2013, 17:24 Uhr

Es ist konsequent "die Brocken hinzuschmeissen" wenn man von der Parteiführung nicht unterstützt wird. Von Aiwanger und der FWG bin ich im Anti-€-Projekt auch nicht überzeugt.

Jedoch wie will der Adenauer-Enkel in der CDU seine ehemaligen Vorstellungen verwirklichen?
Hat er vielleicht keine mehr?

Account gelöscht!

27.03.2013, 17:41 Uhr

Klare Linie hätte Werhahn gezeigt, wenn er sich der AfD angeschlossen hätte. Ein Wechsel zur CDU, die ihn als bekennenden €-Skeptiker auf hintere Plätze der Wahlliste setzen wird, passt irgendie nicht ins Konzept.

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