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18.09.2013

13:22 Uhr

Bundestagswahl

Rösler und Schäuble grenzen sich von AfD ab

Bisher konnte die AfD die Fünf-Prozent-Hürde in keiner Umfrage überwinden. Die Dunkelziffer der Anhänger wird jedoch hoch eingeschätzt. Wolfgang Schäuble und Philipp Rösler üben indes deutliche Kritik an der Partei.

Schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD aus: Wirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler. dpa

Schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD aus: Wirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler.

BerlinWenige Tage vor der Bundestagswahl haben sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) klar von der europaskeptischen Alternative für Deutschland (AfD) abgegrenzt. „Ich habe für diese Leute nichts übrig, die offenbar tief in der Vergangenheit verfangen sind“, sagte Schäuble am Mittwoch dem Online-Dienst der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die AfD habe „aus lauter Rückwärtsgewandtheit das Wohl Deutschlands im 21. Jahrhundert nicht im Blick“.

FDP-Chef Rösler sagte dem Zeit-Onlinedienst: „Eine Koalition mit der AfD kommt für die FDP nicht infrage“. Das gelte allein schon deshalb, weil sie nicht in den Bundestag einziehen werde, zeigte sich der Wirtschaftsminister überzeugt. Auch Schäuble demonstrierte Gelassenheit: „Monothematische, rückwärtsgewandte Grüppchen sind immer mal wieder gekommen und wieder verschwunden“, sagt der CDU-Politiker.

So beliebt sind die Youtube-Kanäle der Parteien

Piratenpartei

5.092 Abonnenten, 365.001 Aufrufe, Beitritt am 13.03.2007.

Persönlichere Ansprache als bei den meisten anderen Parteien. Irgendwie ist der Kanal jung, aber auch nicht ganz so geradeaus, wie man es von den Piraten erwarten würde. Die Partei weiß hingegen die Funktionen und technischen Möglichkeiten ihres YouTube-Kanals besser auszuschöpfen und verwendet zum Beispiel Verweise innerhalb ihrer Videos, die bei anderen Vertretern nicht zu finden sind.

Quelle (Stand: September 2013): Andreas Graap ist Berater für Video-Marketing und Autor des Hangouts On Air Handbuchs.

Linkspartei

4.560 Abonnenten, Aufrufe ausgeblendet, Beitritt ausgeblendet.

In einem sehr emotionalen Interview spricht Gregor Gysi über das Verhältnis zu seinem Freund Lothar Bisky, der am 13. August 2013 – vier Tage vor seinem 72. Geburtstag – gestorben ist. Fragt sich der gemeine YouTube-Nutzer da vielleicht: Sehr authentisch, aber wer ist eigentlich Lothar Bisky?

Grüne

4000 Abonnenten, 3.031.025 Aufrufe, Beitritt am 25.05.2006.

Die Grünen wissen Inhalte im Kanal Grün verständlich zu vermitteln und geben sich mit reiner Polit-Werbung nicht zufrieden. Erkennbar im Vordergrund steht hier aber so keiner. Stattdessen geht's hier satirisch zu. Die Grünen vergleichen in ihrem Werbespot „Neues aus dem schwarz-gelben Tierreich“ Regierungsvertreter mit Weinbergschnecken.

SPD

4.040 Abonnenten, 2.539.362 Aufrufe, Beitritt am 17.10.2007.

Die SPDvision ist ein kämpferischer YouTube Kanal mit Peer Steinbrück im Vordergrund. Neben einem gut gemachten Werbespot und zwischen diversen TV-Reden existieren ebenfalls Stimmen und Gesichter aus der Bevölkerung, die man auf dem Kanal der Arbeiterpartei auch erwarten würde.

CDU

3.398 Abonnenten, 2.593.510 Aufrufe, Beitritt am 05.08.2008.

Das „Internetfernsehen“, CDU.TV, möchte sagen: Wir sind da, wir bleiben. Einziger Haken: Dahinter steht eine Partei, die eben keinen eigenen Fernsehsender betreibt, sondern Wahlkampf, mit zugegeben großem Engagement auf der Videoplattform. Das Video „Angela Merkel hat einen guten Job gemacht!“ zeigt zum Beispiel zufriedene Merkel-Wähler vor der Kamera, eingebettet in die üblichen Wahlkampf-Produktionen. Die CDU bietet Besuchern auch Videos in Gebärdensprache.

FDP

2.661 Abonnenten, 2.886.891 Aufrufe, Beitritt am 15.02.2006.

„TV liveral“ Die FDP ist mit Mikrofonen im Partei-Design unterwegs und lässt zum Beispiel Angelika Brunkhorst zu Wort kommen, Sprecherin für Naturschutz und Reaktorsicherheit der FDP-Bundestagsfraktion. Rainer Brüderle ergreift im Kanal das Wort zum Sonderfonds „Flutopfer“, das Video einer Pressekonferenz vom 16.08.2013 zeigt Brüderle und FDP-Chef Rösler mit dem Titel „Soli abschaffen. Deutschland entlasten. (182 Aufrufe)“.

AfD

895 Abonnenten, 54.494 Aufrufe, Beitritt am 25.07.2013.

Auch die  Alternative für Deutschland hat es fast zum echten Fernsehkanal gebracht. Wo andere Parteien nur mit Musik und Animationen spielen, macht die Produktion „AfD TV – Aktuelle Nachrichten“ ernst. AfD bringt mit Videos in dramatischer Aufmachung alla „World News“ und Moderator Marcel Ellenberg Inhalte der Partei zur Sprache. 

CSU

585 Abonnenten, 933.499 Aufrufe, Beitritt am 11.02.2008.

Im Video „Horst Seehofer und seine Vision für Bayern: hautnah und direkt“ spricht der CSU-Vorsitzende von seinem Bayern, der Vorstufe zum Paradies. Eindeutig der bayrischste YouTube-Kanal!

In allen Wahlumfragen liegt die AfD unter der Fünf-Prozent-Hürde. Allerdings halten es Wahlforscher für nicht ausgeschlossen, dass sich die Chancen für die junge Partei in letzter Minuten noch verbessern könnten und sie in den Bundestag einzieht. Ihr wahrer Wert sei nur schwer zu ermitteln, da die Wähler der Partei sich nicht offen zu ihr bekennen würden, hatte etwa Forsa-Chef Manfred Güllner erklärt.

Schäuble warf der Partei eine Angstkampagne vor: „Wer wie die AfD anfängt, Ängste vor Europa zu schüren, der schürt auch schnell Ängste gegen Migranten.“ Dagegen müsse man sich wehren. Die Behauptung, Deutschland würde ohne Euro wirtschaftlich besser dastehen, sei grundlegend falsch. Deutschland als großes Exportland profitiere vom Euro.

Von

rtr

Kommentare (124)

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Natt0r

18.09.2013, 13:32 Uhr

Wieder toller Artikel. Scheinbar hat auch das Handelsblatt beim verfassen des Artikels nichts verstanden. Die AfD ist nicht gegen Europa sonderen gegen den EURO so wie wir ihn jetzt haben. Und wer bis zum heutigen Tage nicht verstanden hat das EURO und Europa zwei verschiedene Dinge sind dem ist nicht zu helfen.

TomOrden

18.09.2013, 13:33 Uhr

Interessant die FDP (die nicht in den Bundestag kommt) grenzt sich von der AfD (die in den Bundestag kommt) ab.
Nun ja, es ist ja praktisch schon ein Kompliment wenn sich eine Partei wie die FDP "abgrenzt"; denn sein wir erlich:
Die FDP ist ziemlicher Mist!
Deshalb wählen meine Freunde vom "Orden der Patrioten" und ich auch die "Alternative für Deutschland" AfD.
Ich bin mir 100% sicher die kommen mit mindestens 7% in den Bundestag!
Viel Erfolg AfD

Account gelöscht!

18.09.2013, 13:34 Uhr

„Ich habe für diese Leute nichts übrig, die offenbar tief in der Vergangenheit verfangen sind“

Ist schon klar Schäubelino, Du schwelgst ja auch in einer imaginären Zukunft in der alle Länder am Ziel ihres "Guten Weges" sind. Deutschland wäre schon viel geholfen, wenn man sich in der Mitte treffen würde und Lösungen für die sich immer höher türmenden faulen Staats- und Bankkredite finden würde, statt ihnen ständig neue Leerversprechen hinzuzufügen. Deutschland braucht die AfD!

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