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22.09.2013

23:37 Uhr

Bundestagswahl

Wie konnte das nur passieren?

Angela Merkel bleibt auch im Moment ihres größten Triumphs auf dem Teppich. Hut ab! – auch vor der AfD. Grüne und SPD geschlagen, die FDP ganz am Boden – jetzt muss Christian Lindner ran. Die Parteien in der Analyse.

Zum Wohl: Angela Merkel trinkt auf der Wahlparty ein Glas Wein. dpa

Zum Wohl: Angela Merkel trinkt auf der Wahlparty ein Glas Wein.

Berlin/DüsseldorfKanzlerin Angela Merkel hat einen großen Sieg eingefahren – und hat doch die Sensation verpasst: die absolute Mehrheit für die Union, die am Sonntagabend für einige Stunden möglich schien. So geht Merkel mit Glücksgefühlen, aber nicht als neue Alleinherrscherin in die Nacht.

Nach dem beispiellosen Absturz des bisherigen Partners der Union – der FDP – unter die Fünf-Prozent-Hürde, müssen CDU und CSU ein neues Bündnis eingehen. Merkel hat die Karten in der Hand – und wird wohl zuerst mit der SPD das Gespräch suchen. Die Kanzlerin versicherte noch am Wahlabend, „dass man sich um eine stabile Mehrheit bemüht“. Sie werde „keine Vabanquespiele eingehen“. Erleichtert wird sie daher auch zur Kenntnis nehmen, dass sie sich auch die nächsten vier Jahre im Parlament nicht mit den Euro-Kritikern von der Alternative für Deutschland wird herumschlagen müssen.

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Auch die Grünen kämen als Koalitionspartner für die Union infrage. Doch Merkel wiegelt ab, verschiebt jegliche Annäherungsversuche auf die kommenden Tage. Auch die anderen Parteien halten sich bedeckt – bei Koalitionsgesprächen wie personellen Konsequenzen. Bei den Wahlverlieren von der FDP dürfte kaum ein Stein auf dem anderen bleiben, die Spitzenleute Rainer Brüderle und Philipp Rösler deuteten zumindest an, Verantwortung für die krachende Niederlage übernehmen zu wollen.

Ein Problem hat Merkel trotz des überragenden Wahlergebnisses: Egal, welches Bündnis sie schmiedet, ihr droht ein rot-rot-grüner Gegenpol. „Die Linkspartei ist für uns nicht koalitionsfähig“, sagt SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zwar. Der SPD-Politiker schränkt aber ein: „Ich weiß nicht, was 2017, 2018, 2020 ist. Insofern gibt es von mir keine ultimativen Festlegungen über einen Zeitraum von einer Dekade.“ Das klingt so, als sollten Erpressungsversuche zumindest schon einmal angedeutet werden.

Welche Folgen der Ausgang der Bundestagswahl noch hat? Handelsblatt Online analysiert Zustand und Zukunft der großen Parteien.

Kommentare (41)

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WegMitDemEuro

22.09.2013, 23:50 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

22.09.2013, 23:57 Uhr

@ WegMitdemEuro

Ein Wahlgeschenk an Mutti von den Amis - NSA oder was ?
In diesem Lande wurde heute die Demokratie zu Grabe getragen

Analytiker

23.09.2013, 00:08 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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