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19.11.2016

09:00 Uhr

Bundestagswahlkampf

AfD-Führung will nicht nur mit Petry antreten

Die AfD-Führung wünscht sich für den Bundestagswahlkampf 2017 ein Spitzenteam. Damit stellt sich der Vorstand gegen eine alleinige Spitzenkandidatur von Parteichefin Petry. Die Entscheidung fällt auf dem Bundesparteitag.

Gegner der Parteichefin fürchten, mit einer Solo-Kandidatur werde zu viel Macht auf Petry konzentriert. AP

Frauke Petry

Gegner der Parteichefin fürchten, mit einer Solo-Kandidatur werde zu viel Macht auf Petry konzentriert.

BerlinDie AfD-Führung will nicht mit Parteichefin Frauke Petry als alleinige Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf ziehen. „Der Bundesvorstand beschließt als Empfehlung an den Bundesparteitag, mit einer Spitzenmannschaft in den Bundestagswahlkampf 2017 zu gehen“, heißt es in einem Beschluss, der Reuters am Samstag vorlag. „Über die genaue Anzahl und die Personen soll der Bundesparteitag entscheiden“, beschloss das Gremium bei seiner Sitzung am Freitag. Begründet wird die Entscheidung für mehrere Spitzenkandidaten damit, dass dann die „unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen und Schichten in der AfD und damit der Charakter der Alternative für Deutschland als erfolgreich wachsende Volkspartei am besten kommuniziert werden“.

Die Sprüche der AfD

Immer wieder im Mittelpunkt

Ob Flüchtlingspolitik oder Fußball - mit markigen Sprüchen sorgen führende AfD-Politiker immer wieder für Kopfschütteln und Empörung, wie jetzt die stellvertretende Bundesvorsitzende Beatrix von Storch. Einige Zitate.

Quelle:dpa

Undeutsches Nationalteam

„Eine deutsche oder eine englische Fußballnationalmannschaft sind schon lange nicht mehr deutsch oder englisch im klassischen Sinne.“ (Der AfD-Bundesvize Alexander Gauland am 3. Juni im „Spiegel“)

Unerwünschter Nachbar

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ (Gauland in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 29. Mai über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng)

Bitte abschotten

„Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.“ (Gauland am 24. Februar im Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ über Flüchtlinge)

Schießbefehl dringend erwünscht

„Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.“ (Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry in einem Interview des „Mannheimer Morgen“ vom 30. Januar 2016. Angesichts des Flüchtlingszustroms forderte sie im Notfall auch den Einsatz von Schusswaffen.)

Der Flüchtling als Angreifer

„Wer das HALT an unserer Grenze nicht akzeptiert, der ist ein Angreifer. Und gegen Angriffe müssen wir uns verteidigen. (...) Es gibt keinen Grund, mit Gewalt unsere Grenze zu überqueren.“ (Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch Ende Januar auf ihrer Facebook-Seite über Flüchtlinge)

Nachhilfe in Rassenkunde

„Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“ (Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke am 21. November 2015 in einem Vortrag über Asylbewerber aus Afrika)

Flucht als Naturkatastrophe

„Das ist ungefähr so, als würden Sie mit Plastikeimern einen Tsunami stoppen wollen.“ (Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen am 24. Oktober 2015 bei einem Landesparteitag in Baden-Württemberg über die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise)

Parteiintern ist umstritten, ob die AfD nur Petry als Spitzenkandidaten aufstellen soll. Gegner von Petry fürchten, damit werde zu viel Macht auf die Parteichefin konzentriert. Ihr Konkurrent und Co-Vorsitzender Jörg Meuthen hatte Anfang des Monats seinen Verzicht auf eine Kandidatur für ein Bundestagsmandat erklärt.

Von

rtr

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