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17.12.2012

14:29 Uhr

Bundesverfassungsgericht

Adoptionsrecht für Schwule und Lesben auf dem Prüfstand

Die eingetragene Lebenspartnerschaft haben homosexuelle Paare sich bereits erstritten – und es naht der nächste Erfolg: Vor dem Bundesverfassungsgericht wird diese Woche ein erweitertes Adoptionsrecht geprüft.

Nach derzeit geltendem Recht darf bei gleichgeschlechtlichen Paaren ein Lebenspartner nur das leibliche Kind des anderen adoptieren. dpa

Nach derzeit geltendem Recht darf bei gleichgeschlechtlichen Paaren ein Lebenspartner nur das leibliche Kind des anderen adoptieren.

KarlsruheSeit mehr als 30 Jahren steht die Regenbogenfahne international für die Lesben- und Schwulenbewegung. Leben gleichgeschlechtliche Partner mit einem Kind zusammen, spricht mittlerweile auch das Bundesjustizministerium von einer Regenbogenfamilie. Doch so vielfältig, bunt und leicht, wie das Bild suggeriert, ist deren Alltag rechtlich gesehen längst nicht. Nach dem erfolgreichen Kampf der Homosexuellen um die eingetragene Lebenspartnerschaft steht vor dem Bundesverfassungsgericht am Dienstag mit dem Adoptionsrecht ein weiterer wichtiger Mosaikstein auf dem Prüfstand.

Nach derzeit geltendem Recht darf ein Lebenspartner nur das leibliche Kind des anderen adoptieren. Dies gilt etwa, wenn zwei Lesben zusammenleben und eine von ihnen dann etwa über eine Samenspende Mutter wird oder ein Kind aus einer früheren heterosexuellen Beziehung mitbringt.

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Einer Studie des Bundesjustizministerium zufolge lebten 2008 etwa 2200 Kinder in einer Regenbogenfamilie. Davon waren 92 Prozent leibliche Kinder von einem der beiden Partner, sechs Prozent kamen als Pflegekinder und knapp zwei Prozent als Adoptivkinder in die eingetragene Lebenspartnerschaft.

Ein Kind adoptieren, das darf das im Gegensatz zu einer heterosexuellen Ehe bislang nur einer der beiden Lebenspartner - mit allen nachteiligen Folgen für die zweite Mutti oder den zweiten Papa. Sie haben kein Auskunftsrecht beim Arzt, wenn das Kind krank ist, sie dürfen keine Entschuldigung für die Schule schreiben und auch keine Elternabende besuchen. Zudem müsste ein einzeln adoptiertes Kind wieder ins Heim, wenn die Adoptivmutter oder der -vater stirbt.

In den in Karlsruhe vorliegenden Ausgangsverfahren hatte eine lesbische Frau ein in Bulgarien geborenes Kind adoptiert und im zweiten Fall ein schwuler Mann ein Kind in Rumänien. Den beiden jeweiligen Lebenspartnern, die die Kinder ebenfalls betreuen und umsorgen, wurde die Adoption bislang verwehrt.

Kommentare (7)

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Dannert

17.12.2012, 15:41 Uhr

Haben wir denn in Deutschland keine wichtigeren Probleme zu lösen als das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben? Diese Leute sollten zufrieden sein mit dem, was sie bisher erreicht haben. Eine völlige Gleichstellung mit Ehepaaren lehne ich ab. ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es für ein Kind gut sein kann mit zwei Schwulen oder Lesben aufzuwachsen. Mit tun diese Kinder leid.

nicht_repraesentativ

17.12.2012, 15:58 Uhr

Die repräsentative Studie von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) kommt zu dem Ergebnis, dass sich Kinder in Regenbogenfamilien mindestens ebenso gut entwickeln wie in anderen Familien - wenn nicht sogar noch besser: Die Kinder in beiden Lebensformen unterschieden sich mit Blick auf schulische Leistungen und die Beziehungsqualität zu ihren Eltern zwar nur wenig. Doch die Regenbogenkinder verfügen laut Studie über "ein höheres Selbstwertgefühl und mehr Autonomie".


Was für ein Unfug. Ausserdem sagt eine Studie zu dem Thema ÜBERHAUPT NICHTS. Erst wenn die Studie mehrere Male wiederholt wurde, kann man sie als valide ansehen. Da es ja auch den Bias der Untersucher gibt und der scheint deutlich vorzuliegen.

Auswanderer

17.12.2012, 18:39 Uhr

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