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19.07.2017

08:30 Uhr

Bundeswehr

Abgesetzter Chefausbilder rügt Verteidigungsministerin

Der ehemalige Heeres-Chefausbilder kritisiert Verteidigungsministern von der Leyen nach den Enthüllungen über entwürdigende Rituale bei der Bundeswehr. Ihre Vorwürfe entbehrten in ihrer Absolutheit jedweder Grundlage.

Der abgesetzte Chefausbilder der Bundeswehr rügte das Vorgehen der Ministerin auch mit Blick auf seine eigene Versetzung. dpa

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen

Der abgesetzte Chefausbilder der Bundeswehr rügte das Vorgehen der Ministerin auch mit Blick auf seine eigene Versetzung.

Pfullendorf/SigmaringenEin halbes Jahr nach mehreren Enthüllungen über entwürdigende Aufnahmerituale und sexuelle Belästigung bei der Bundeswehr kritisiert der wegen zu schleppender Aufklärung abgesetzte Heeres-Chefausbilder Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Das Ministerium und seine Leitung hätten Soldaten und einzelne Standorte wie Pfullendorf oder Sondershausen „pauschal, beständig und in einem verantwortungslosen Maße“ beschädigt, sagte Walter Spindler den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch). Die Vorwürfe der Ministerin entbehrten in ihrer Absolutheit jedweder Grundlage.

Auch mit Blick auf seine eigene Versetzung Ende April rügte er das Vorgehen der Ministerin. „Diese stil- und würdelose Art, die Misstrauen schürt und die Bundeswehr in eine Loyalitäts- und Vertrauenskrise stürzt, wird mir immer fremd sein.“

Das Verwaltungsgericht Sigmaringen verhandelt am Mittwoch (14.30 Uhr) die Klage von vier Soldaten gegen ihre Entlassung. Die Männer waren in der Kaserne in Pfullendorf in Baden-Württemberg stationiert und sollen dort an entwürdigenden Aufnahmeritualen teilgenommen haben. Das Urteil wird am Donnerstag bekanntgegeben.

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In den Berichte aus Pfullendorf ging es um angebliche sexuell-sadistischen Praktiken: Soldatinnen sollen demnach zu Tänzen an der Stange gezwungen und belästigt worden sein. Die anderen Vorwürfe betrafen Aufnahmerituale, sogenannte „Taufen“: Soldaten sollen unter anderem aus ihren Stuben geholt worden sein, sie hätten einen Stiefelbeutel über den Kopf gestülpt bekommen und seien mit kaltem Wasser aus einem Schlauch abgespritzt worden, so der Vorwurf eines Mannschaftssoldaten.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Novi Prinz

19.07.2017, 10:41 Uhr

Die Dienstgrad-Rampe muß man sich oft " hochschleimen" !
Etwas für schmierige Typen.

Herr J.-Fr. Pella

19.07.2017, 11:43 Uhr

Soldaten, die die Ausbildungszeiten mit einer Vorschulausbildung gleich setzen, und den Kasernenhof mit einem Spielplätzchen verwechseln, haben in der Bundeswehr nichts zu suchen, auch dann nicht, wenn es an fähigen Soldaten mangelt.
Aber unsere, mittlerweile, "weichgespülte" Gesellschaft und deren politischen Vertretern, wollen nichts merken. Demnächst wird Deutschland durch eine etwas militant aussehende Küchenbrigade okkupiert. Bei der Verteidigung Deutschlands, innerhalb der eigenen Grenzen, dass Lösen von Bahnsteigkarten nicht vergessen, falls der Bahnhof von Stuttgart oder Ulm verteidigt werden müßte.. Grüne Berater stehen jeden Soldaten zur Seite.

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