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27.01.2011

22:20 Uhr

Bundeswehr-Affären

Zu Guttenberg verliert das Vertrauen der Offiziere

Der Verteidigungsminister hat mit seinen Konsequenzen in der „Gorch Fock“-Affäre Offiziere verunsichert. In der Nacht werden Ermittler auf dem vor Argentinien ankernden Schulschiff erwartet. In Berlin entscheidet der Bundestag am Freitag über das Afghanistan-Mandat.

Zu Guttenberg beim Besuch in Afghanistan im August 2010: Seine Beliebtheit bei den Soldaten hat zuletzt gelitten. DAPD

Zu Guttenberg beim Besuch in Afghanistan im August 2010: Seine Beliebtheit bei den Soldaten hat zuletzt gelitten.

HB BERLIN. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verliert wegen seines Krisenmanagements bei den derzeitigen Bundeswehraffären an Vertrauen in der Truppe. „Gerade Offiziere mit Führungsverwendung fragen sich: Wie viel Vertrauen können wir noch in die politische Führung haben?“, sagte der Marinesprecher des Bundeswehrverbands, Uwe Sonntag, der „Rheinischen Post“. Er nannte die schnelle Absetzung des „Gorch Fock“-Kapitäns Norbert Schatz durch Guttenberg eine Überreaktion. Am Freitag soll ein Ermittler-Team seine Arbeit auf dem Schulschiff beginnen.

Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour teilte diese Einschätzung: „Meine Wahrnehmung ist, dass die militärische Führung das Vertrauen in die politische Führung verliert.“ Auch Marine-Inspekteur Axel Schimpf sei am 21. Januar von Guttenbergs Entscheidung überrascht worden. Auf der „Gorch Fock“ sollen Offiziersanwärter drangsaliert worden sein.

Die Bundeswehr steht wegen der Zustände auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“, eines tödlichen Unfalls in Afghanistan und geöffneter Feldpost in der Kritik. Guttenberg hatte am Mittwoch eingeräumt, dass die Bundeswehr bei der Unterrichtung des Parlaments zunächst nicht auf das Fremdverschulden des Todes eines Soldaten in Afghanistan verwiesen hatte. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier beklagte das im Deutschlandfunk erneut.

Die „Bild“-Zeitung berichtete, der amtierende „Gorch Fock“-Kommandant Michael Brühn sei während seiner Zeit als Kapitän 2004 Wasserski um das Segelschiff gefahren. Das Verteidigungsministerium wies Kritik daran zurück: „Die heute veröffentlichten Fotos in der „Bild“-Zeitung lassen kein vorwerfbares Verhalten von Kapitän zur See Michael Brühn erkennen.“ Es handele sich um eine „Betreuungsmaßnahme“ und gängige, erlaubte Praxis in der Marine. „Die Wasserskier wurden seinerzeit aus Betreuungsmitteln beschafft und standen der gesamten Besatzung zur Verfügung.“

Kommentare (2)

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Margrit Steer

28.01.2011, 14:38 Uhr

Der größte Feind von Guttenberg ist nicht die Opposition sondern die eigenen Leute.
Merkel, Westerwelle und Seehofer haben das größte interesse daran, dass Guttenbergs Lack bröckelt. Merkel duldet auf Dauer niemanden, der schlauer ist als sie und vor allem beim Volk gut ankommt.
Guttenberg kann für die Zustände nichts, wenn sie ihm nicht nekannt sind.
Denn diese Zustände sind ja nicht erst seit gestern und seiner Amtszeit sondern schon sehr lange. Wo waren denn da die vorherigen Vert.-Minister?
Wozu er aber neigt, sind Schnellschüsse wenig durchdacht und vor allem immer öffentlich und das ist nicht gut, an diesem Fehler sollte er arbeiten.
Dazu gehört auch die Abschaffung der Wehrpflicht ohne jede Not. die viele ihm übel nehmen. Aber er wird das selbst noch merken, denn der Offiziernachwuchs bei der bW wird extrem einbrechen bis fast wegfallen
Er muß in erster Linie sein Ministerium in den Griff bekommen, wenn ihm da ständig Dinge unterschlagen werden, dann ist da was faul

Michel

28.01.2011, 15:03 Uhr

ich wünsche mir, dass die Leute vielleicht irgendwann mal ihr Hirn einschalten, bevor sie sich zu Wort melden.
Der gute KTG lügt, fällt seinen eigenen Leuten in den Rücken, wartet ab, was die Presse so schreibt, bevor er eine Entscheidung trifft - man möchte ja schließlich beliebt bleiben, und da muss man schon so entscheiden, wie das Stimmvieh es haben möchte.

So siehts aus, mit eurem tollen KTG.

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