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27.07.2012

14:03 Uhr

Bundeswehr

Anschaffung bewaffneter Drohnen wird geprüft

Die Bundeswehr erwägt, sich bewaffnete Kampfdrohnen anzuschaffen. Die Entscheidung über die umstrittenen Waffensysteme solle laut Verteidigungsministerium nach einer breiten Diskussion in der Öffentlichkeit erfolgen.

Die Bundeswehr will die Anschaffung bewaffneter Kampfdrohnen diskutieren. dpa

Die Bundeswehr will die Anschaffung bewaffneter Kampfdrohnen diskutieren.

BerlinDie Bundeswehr prüft die Anschaffung von bewaffneten Kampfdrohnen. Der Entscheidung solle eine „breite Diskussion" in der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit der umstrittenen Waffensysteme vorausgehen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Das Ministerium stehe erst „am Anfang der Überlegungen". Generell gälten unbemannte Drohnen als „das Mittel der militärischen Luftfahrt der Zukunft", sagte der Sprecher. „Dieser Entwicklung muss man sich stellen."

Bislang setzt die Bundeswehr Drohnen nur zur Aufklärung ein - etwa in Afghanistan. Über bewaffnete Drohnen verfügt sie nicht. Solche bewaffneten Systeme nutzen zum Beispiel die USA häufig in Afghanistan und Pakistan, aber auch im Jemen, um mutmaßliche Terroristen zu töten. Dabei gibt es immer wieder Opfer unter der Zivilbevölkerung, weswegen die Waffensysteme sehr umstritten sind.

Die Bundeswehr setzt in Afghanistan derzeit Aufklärungsdrohnen vom Typ „Heron 1" ein, die sie im Rahmen eines Leasing-Vertrags betreibt. Dieser Vertrag sei kürzlich bis Oktober 2014 verlängert worden, sagte der Ministeriumssprecher. Ziel der Bundeswehr sei es, ein „eigenes System" in Betrieb zu nehmen.

Als Nachfolgemodell werde derzeit die US-Drohne „Predator B" geprüft. Bei der Prüfung des Systems gehe es auch um die Frage, „ob es bewaffnet werden kann oder soll", sagte der Sprecher. Eine solche Entscheidung müsse „natürlich durch die entsprechende Diskussion begleitet werden".

Nicht bestätigen wollte der Sprecher einen Bericht des ARD-Magazins „Panorama" vom Vortag, demzufolge auch die Anschaffung der israelischen Kampfdrohne „Heron TP" geprüft werde. Dies stehe „im Moment nicht zur Diskussion", sagte er. Laut „Panorama" besteht über die Anschaffung bewaffneter Drohnen bei der Bundeswehr bereits grundsätzlich Konsens.

Die Bundeswehr hat im März 2010 die israelische Aufklärungsdrohne „Heron 1" beim Einsatzgeschwader Masar-i Scharif in Afghanistan in den Dienst gestellt. Gebaut wird die Drohne von Israel Aerospace Industries. Geleast werden die Maschinen derzeit von der deutschen Firma Rheinmetall, die wiederum mit der Bundeswehr einen Nutzungsvertrag hat.

Von

afp

Kommentare (6)

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AngieB

27.07.2012, 14:40 Uhr

Nachdem wir den Israelis 3 Atom-U-Botte geschenkt haben, frage ich mich, warum wir im Gegenzug die Drohnen nicht ebenfalls von denen geschenkt bekommen!?!

77491ha

27.07.2012, 14:57 Uhr

damit sie uns bei krawallen abknallen können wie die Afghanen ++++++

Guerilla

27.07.2012, 16:15 Uhr

genau das war auch mein erster Gedanke, unter dem Deckmäntelchen der Landesverteidigung angeschafft und dann im Inneren eingesetzt. Logische Konsequenz, nachdem schon Werbung unter Reservisten gemacht wird und Batallione gegen Aufstände und Bürgerkriegsunruhen innerhalb der BRD-GmbH aufgestellt werden sollen. Schöne neue Welt

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