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20.12.2013

12:01 Uhr

Bundeswehr-Chefin von der Leyen

Rucksack statt Handtasche

Was für Deutschland ein Novum ist, kennen andere Länder längst: eine Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Ursula von der Leyen bekommt nun viele gut gemeinte Tipps – etwa von ihrer Amtskollegin aus Holland.

Unter Männern: Von der Leyen bei der Amtsübergabe mit Vorgänger Thomas de Maizière (l.) und Generalinspekteur Volker Wieker (2.v.r.) Reuters

Unter Männern: Von der Leyen bei der Amtsübergabe mit Vorgänger Thomas de Maizière (l.) und Generalinspekteur Volker Wieker (2.v.r.)

BerlinDie erste deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird es nach Ansicht ihrer niederländischen Amtskollegin in ihrem neuen Job nicht leicht haben. Generell werde eine Frau in diesem Job viel kritischer von den Medien beobachtet als ein Mann, sagte Jeanine Hennis-Plasschaert dem „Spiegel“. Und auch die männerdominierte Welt des Militärs müsse sich erst umstellen, sagte die 40-Jährige, die seit einem Jahr Verteidigungsministerin der Niederlande ist.

Ihr Adjutant, ein Marineinfanterist, habe es beispielsweise seltsam gefunden, „in der Öffentlichkeit meine Handtasche zu tragen“. Daraufhin habe sie sich einen kleinen Rucksack gekauft. „Damit kommen wir beide gut zurecht“, sagte die Ministerin. Der deutschen Amtskollegin riet sie, die besondere Beobachtung der Medien zu nutzen, um „den Streitkräften die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie verdient haben, aber oft nicht bekommen“.

Was für Deutschland ein historisches Novum ist, haben zahlreiche andere europäische Staaten teils schon vor vielen Jahren erlebt: Mit der Übernahme des Verteidigungsministeriums steht von Leyen in einer ganzen Reihe von Chefinnen dieses Ressorts. Selbst bei den konservativen Parteien in Europa ist sie damit keine Vorreiterin.

So gilt die französische Konservative Michèle Alliot-Marie, die das Ressort in Paris in den Jahren 2002 bis 2007 leitete, als eine der bekanntesten Verteidigungsministerinnen der europäischen Geschichte. Für Aufsehen sorgte auch die Ernennung der spanischen Sozialistin Carme Chacón im Jahr 2008, die bei ihrem Amtsantritt im siebten Monat schwanger war.

Vorreiter mit einer Frau an der Spitze des Verteidigungsressorts war allerdings Finnland. Dort übernahm im Jahr 1990 Elisabeth Rehn von der schwedischen Minderheit das Ministerium und blieb fünf Jahre im Amt. Kurz nach ihr wurde die Konservative Anneli Taina Verteidigungsministerin und blieb es bis zum Jahr 1999. Im Nachbarland Schweden wurde im Jahr 2002 die Sozialdemokratin Leni Björklund für vier Jahre erste Ressortchefin. Weitere Frauen an der Spitze der Verteidigungsministerien gab es in den vergangenen Jahren zudem in Dänemark, Slowenien und Tschechien.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.12.2013, 12:37 Uhr

Zitat : Wie von der Leyen Verteidigungsministerin wurde

- da werden Ministerpöstchen nach Regeln des "Zickenkrieges" zugeschachert !

Unfassbar, was uns regiert !


Seismograph

20.12.2013, 12:40 Uhr

Die Bsenfreundin der FDJ Trulla ist wichtig fuer das HB, doch die Massenproteste in ganz Europa und nun auch in Bruessel (aktuell) werden VERSCHWIEGEN!
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/20/massenprotest-in-bruessel-polizei-riegelt-eu-viertel-ab/#comments

hyaene

20.12.2013, 12:48 Uhr

Jetzt wird es einwenig emanzen-sexy in der Bundeswehr. Die berühmten Plakate in den Spinds gehören nun bedingungslos ausgetauscht in (brand-!) aktuelle Fotos!

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