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18.02.2015

17:46 Uhr

Bundeswehr

Rechnungshof kritisiert Hubschrauber-Deal

Der Bundesrechnungshof kritisiert die Bundeswehr: Der Kauf von Hubschraubern soll über 100 Millionen Euro mehr kosten als ursprünglich festgelegt war – obwohl die Stückzahl deutlich reduziert wurde.

Das Hubschrauber-Geschäft der Bundeswehr ist schon lange umstritten. dpa

Kampfhubschrauber Tiger

Das Hubschrauber-Geschäft der Bundeswehr ist schon lange umstritten.

BerlinDer Bundesrechnungshof hat eine Kostensteigerung im dreistelligen Millionenbereich beim Kauf von Hubschraubern für die Bundeswehr kritisiert. Trotz Reduzierung der Stückzahl von 202 auf 168 Kampf- und Transporthubschrauber des Herstellers Airbus seien die Kosten im Vergleich zum Ursprungsvertrag um 104 Millionen Euro gestiegen, heißt es in einem vertraulichen Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestags, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Sollte die Option zur Beschaffung weiterer 22 Hubschrauber gezogen werden, würden die Mehrkosten sogar 697 Millionen Euro betragen – und das, obwohl die Bundeswehr mit 190 immer noch weniger Hubschrauber erhalten würde als ursprünglich geplant.

Das Verteidigungsministerium will 68 Kampfhubschrauber „Tiger“, 82 Transporthubschrauber NH90 und 18 Marine-Hubschrauber „Sea Lion“ für insgesamt 8,7 Milliarden Euro anschaffen. Die Reduzierung der Stückzahl hatte der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière 2011 im Zuge der Bundeswehrreform beschlossen.

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Haushälter fordern Verteidigungsministerin von der Leyen auf, die Mehrkosten bei der Anschaffung neuer Helikopter zu erklären. Künftig müsse besser mit der Industrie verhandelt werden, fordert die SPD.

Der Grünen-Haushaltsexperte Tobias Lindner sprach von einem „vernichtenden Urteil“ des Rechnungshofs. Auch die jetzige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen trage Verantwortung dafür. „Besonders fragwürdig ist, dass auch die Ministerin keine Alternativen geprüft hat und die Vereinbarung nun mit Scheuklappen durchboxt.“

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Wolfgang Trantow

18.02.2015, 21:03 Uhr

Wioeso darf der Rechnungshof nur kritiesieren, statt sehr hohe Gefängsnisstrafen , Vermögensentzug , Wiesdergutmachung usw. zu verhängen. Wieso schützen Politiker ihre eigenen Leute ungestraft? Wann werden diese Leute endlich bestraft und des Landes verwiesen unter Verlust der Staatsbürgerschaft? Wieso schützt Fr. Merkel Kriminelle?????? Dies ist Christentum????

Account gelöscht!

19.02.2015, 08:40 Uhr

Dass immer Mehr für immer Weniger immer mehr bezahlen müssen, damit immer Weniger immer mehr bekommen können - das ist doch längst reale Politik (wenn auch bislang auf Ruhestandsversorgungen für Politiker und deren Begünstigte bezogen).
Nur wird das Prinzip doch nur ausgeweitet.

Herr Joly Joker

19.02.2015, 12:08 Uhr

Die Preissteigerung hat ihre Ursache im Unvermögen der politischen Beschaffer. Es wird aus Kostengründen immer die wollmilcheierlegende Supersau verlangt. Deutlich schon bei der Beschaffung des Starfighters, aber auch der Tornado und der Jäger )0 sind solch typische Beispiele. Das Lastenflugzeug der Bundeswehr und nun auch die Hubschrauber....immer wird zusätzlich nach Auftragsvergabe noch neue Anforderungen eingebracht. Die Verträge sind rein politischer Natur. kein Privatunternehmer würde solch einen Vertrag akzeptieren. Airbus ist auch nicht privat - rein politische Strukturen.

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