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08.05.2013

07:50 Uhr

Bundeswehr-Reform

Die Truppe schrumpft schnell

ExklusivFür Verteidigungsminister de Maizière läuft alles nach Plan: Der Personallabbau bei der Bundeswehr kommt zügig voran. Doch unter der Reform leidet die Moral der Truppe. Sie kann viele Entscheidungen nicht nachvollziehen.

Rund 190.000 Soldaten beschäftigen die deutschen Streitkräfte derzeit. dpa

Rund 190.000 Soldaten beschäftigen die deutschen Streitkräfte derzeit.

BerlinDer Personalabbau im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr kommt zügig voran. „Nach derzeitigem Stand steht zu erwarten, dass die personellen Ziele der Neuausrichtung des Bundeswehr sowohl quantitativ als auch qualitativ über alle Statusgruppen erreicht werden können“, heißt es im ersten Zwischenbericht von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zum Stand der Reform. Der Bericht wird am heutigen Mittwoch im Bundeskabinett behandelt und liegt dem Handelsblatt bereits vor.

Laut dem Bericht fehlt nicht mehr viel, bis die Bundeswehr ihre Sollstärke von maximal 185.000 Soldaten erreicht: 190.517 Soldaten beschäftigen die Streitkräfte in diesem Frühjahr noch. Darunter sind 11.305 freiwillig Wehrdienstleistende, deutlich mehr als die angestrebte Mindestzahl von 5000. Die Befürchtungen, die Truppe bekomme nach der Aussetzung der Wehrpflicht Mitte 2011 ernsthafte Nachwuchsprobleme, bewahrheiten sich bislang nicht. „Wir bekommen reichlich Bewerbungen und einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung, nicht nur die zehn Prozent ohne Schulabschluss“, heißt es im Ministerium.

Die tiefgreifende Reform, die rund 80 Prozent der Einheiten betrifft, drückt aber die Moral der Truppe. „Die Stimmung ist nicht wirklich gut“, sagte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), dem Handelsblatt. Die interne Kommunikation sei weiterhin verbesserungswürdig, auch seien viele Stationierungsentscheidungen und Aufgabenverlagerungen schwer nachzuvollziehen. Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels kritisierte de Maizière: „Es sieht nur vom Feldherrenhügel so aus, als ob alles glatt läuft.“

Der Minister kündigte an, 2014 mit einer umfassenden Evaluierung der Reform zu beginnen. „Im Ergebnis werden gegebenenfalls Feinjustierungen in Einzelbereichen“ stehen, heißt es in dem Bericht, „jedoch keine Generalrevision der Neuausrichtung“.

Von

tho

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

08.05.2013, 08:31 Uhr

POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG!

Bis 2014 ist ja noch lang. Zwischenzeitlich wäre das schon lange versäumte Nachsorge- und Behandlungskonzept für unsere schwerst traumatisierten heimkehrenden Soldaten ein bitter nötiges und dringendes Arbeitsgebiet, welches bereinigt gehört.

...VON WEGEN FEINJUSTIERUNGEN IN EINZELBEREICHEN.

undertaker

08.05.2013, 08:33 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Zahlmeister

08.05.2013, 08:40 Uhr

Der Personalabbau bringt dem deutschen Steuerzahler allerdings nichts, solange der Sanierungsfall Bundeswehr weiterhin Jahr für Jahr 33,3 Milliarden Euro Steuergelder verbrennt.

Man stelle sich einmal vor, dieser gewaltige jährliche Betrag würde nicht in die ineffizienteste Armee der Welt, sondern in Bildung investiert. Dann wäre PISA bald Geschichte - und nach entsprechenden Investitionen in die Bildung und Qualifizierung der derzeit als Soldaten tätigen Personen könnten diese nach einiger Zeit einer produktiven Tätigkeit in der Realwirtschaft nachgehen.

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