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16.01.2011

10:30 Uhr

Bundeswehr-Reform

Guttenberg warnt und bleibt auf Sparkurs

In vorauseilendem Gehorsam hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erklärt, dass er bei der Reform der Bundeswehr zu Zugeständnissen bereit sei. Im Gegenzug erwartet er aber auch, dass seine Mitarbeiter mit ihm an einem Strang ziehen. Derweil wehrt sich zu Guttenberg gegen die Sparforderungen des Finanzministers.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) fordert Loyalität. Quelle: DAPD

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) fordert Loyalität.

HB BERLIN. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seine Mitarbeiter gewarnt, sich der geplanten Bundeswehr-Reform zu widersetzen. „Jeder tut gut daran, Motivation und Engagement zu zeigen“, sagte Guttenberg der „Welt am Sonntag“.

Er wolle bei der Umsetzung der Reform nichts auf die lange Bank schieben und „mit der Spitze, mit dem Ministerium“ beginnen. Schon im Februar werde über die grundsätzlichen Strukturen entschieden, der Umbau des Hauses soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein.

Guttenberg widersprach Spekulationen, er werde beim Umbau des Ministeriums weit hinter den Vorschlägen der sogenannten Weise-Kommission zurückbleiben, und kündigte signifikante Veränderungen an. Die Weise-Kommission hatte vorgeschlagen, auf die Hälfte der Mitarbeiter im Ministerium zu verzichten. „Ich meine es jedenfalls sehr ernst und habe nicht vor, mich aussitzen zu lassen“, sagte Guttenberg.

Keine Probleme erwarte er Minister bei der Rekrutierung von Freiwilligen. Künftig brauche die Bundeswehr bis zu 15 000 Freiwillige, zuletzt habe man bereits rund 29 000 gehabt, sagte der CSU-Politiker. Dennoch müsse man angesichts der demografischen Entwicklung die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber noch steigern.

Derweil bleibt Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf Konfrontationskurs zu Finanzminister Wolfgang Schäuble und dessen Sparvorgaben. Mit der politisch gewünschten Armee von 185 000 Soldaten sei das Sparziel von 8,3 Milliarden Euro bis 2014 im Wehretat nicht zu stemmen, sagte der CSU-Politiker der „Welt am Sonntag“. Auch mit der Mindestzahl von 163 500 Soldaten wären die Einsparungen nicht zu schaffen gewesen. Der Minister räumte ein, die Spardebatte als Hebel benutzt zu haben, um die Bundeswehrreform in Schwung zu bringen. „Es bedurfte eines lauten Weckrufes, um überhaupt die Reformbedürftigkeit darzustellen - das ist richtig“, sagte er.

Kommentare (3)

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Wolfgang Press

16.01.2011, 12:33 Uhr

Guttenberg legt sich jetzt offenbar mit seinen beamten an. Endlich hat mal einer den Mut diesem Krebsgeschwür auf die Füße zu treten, denn die beamten sind die Wurzel allen Übels in diesem Land. ich wünscher Herrn zu Guttenberg dass er erfolgreich ist.

Margrit Steer

16.01.2011, 14:43 Uhr

Na das ist zu Guttenberg aber optimistisch.
Klar, wird der genügend Freiwillige bekommen, keine Frage.
Jeder der auf dem Arbeitsmarkt nichts wird, der keinerlei Chancen hat, wird nun zur bW. gehen.
Die bW wird eine reine Unterschichtarmee werden, wie in den USA und England längst üblich.
enormen Mangel wird zu Guttenerg demnächst an Offizieren haben. Aber vielleicht gibt es dann ja wieder die Offiziere ohne Ausbildung ohe Studium. Die sind halt dann nur Soldaten, nie was anderes gelernt, auf Gedeih und Verderb an die bW gefesselt. Die werden dann alles machen ohne zu hinterfragen.
Genau das hat Helmut Schmidt abgeschafft, denn er wollte den denkenden Soldaten und Offizier. Das andre hatten wir bei der Wehrmacht und hat zu der bekannten Ja-Sagr und Mitmach-Truppe geführt. Denn was hätten sie denn im Zivilleben machen sollen?
Hinzu kommt, dass ein deutscher Offizier im Ggensatz zu den amerikan. hir keinen so hohen Stellenwert hat, begintn schonb ei der bezahlung.
Also Abiturienten werden sich kaum noch melden.
ich habe mehr und mehr das Gefühl, wir werden genau das wieder kriegen was die Wehmacht war, ein Söldnerheer quasi.
Armes Deutschland.
So ein Söldnerheer kann man dann auch im innern einsetzen und genau das wollen ja Schäuble und Merkel.
Soldaten eier solchen Truppe hinterfragen nichts und werden auch auf die eigenen Leute schießen.
Denn einfach gehen, weil mit irgendwas nicht einverstanden sind, geht ja nciht. Sie sind ja nichts, außer Soldat.
Die DDR läßt grüßen
Und sein Ministerium? Da solle er auf Weise hören.
Allein in bonn auf der Hardthöhe sitzen 3.000 Leute und produzieren den ganzen Tag fast nur für Ablage P (Papierkorb)
Wir werden usnere guten Wehrpflichtarmme, unsren bürgern in Uniform noch mal nachweinen

W. Fischer

16.01.2011, 15:27 Uhr

Sehr geehrte Frau Steer,
ihr Artikel ist sehr gut, nur frage ich mich, ob dieser Artikel von unserem Verteidigungsminister gelesen wird?
Danke

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