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19.12.2014

16:06 Uhr

Bundeswehr-Transportflugzeug

Erster A400M in Deutschland gelandet

Mit vier Jahren Verspätung ist der erste neue Transportflieger A400M der Bundeswehr in Deutschland gelandet. Die Maschinen werden dringend benötigt, um die Transall-Flieger zu ersetzen.

Vier Jahre zu spät

Transportflugzeug an Bundeswehr übergeben

Vier Jahre zu spät: Transportflugzeug  an Bundeswehr übergeben

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BerlinMit einer Verspätung von rund vier Jahren ist der erste der dringend benötigten neuen Transportflieger A400M der Bundeswehr in Deutschland eingetroffen. Die Maschine landete am Freitagmittag im niedersächsischen Wunstorf. Das Flugzeug war am Donnerstag im spanischen Sevilla von der Bundeswehr übernommen worden.

Der A400M soll die in die Jahre gekommenen Transall-Maschinen der Bundeswehr ersetzen, die wegen ihres Alters und der hohen Beanspruchung zuletzt immer wieder mit Pannen am Boden geblieben waren. Allerdings sind die Betriebsmöglichkeiten des A400M zunächst eingeschränkt.

Verschiedene wichtige Fähigkeiten des A400M müssen erst noch durch mit dem Hersteller Airbus vereinbarte Nachrüstungen aufgebaut werden. Dabei geht es besonders um Starts und Landungen auch auf kurzen, unbefestigten Landebahnen sowie um Systeme zum Selbstschutz. Anlässlich der Übernahme in Sevilla hatte die Bundeswehr hier noch einmal eine termingerechte Erledigung angemahnt.

Die Bundeswehr hat insgesamt 53 der neuen Transportflieger bestellt, von denen sie 40 selber nutzen will. Sie sollen bis 2019 in den Dienst genommen werden. Die übrigen Exemplare will die Bundeswehr weiterverkaufen. Nun soll zunächst die Ausbildung der Besatzungen beginnen.

Damit soll die Bundeswehr attraktiver werden

Prämien und Zuschläge

Die Bundesregierung will die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands machen. Hier wichtige Punkte des gebilligten Gesetzentwurfs.

Prämien und Zuschläge

Um hoch qualifiziertes Personal zu binden, soll auch die Bundeswehr künftig Prämien und Zuschläge auszahlen können. Diese sollen 20 Prozent der ersten Stufe des Grundgehalts betragen, über einen Zeitraum von vier Jahren.

Beförderungschancen

Für die 42.450 Zeitsoldaten mit Mannschaftsdienstgraden sollen Aufstiegschancen verbessert werden. Statt bisher 20 Prozent von ihnen sollen künftig bis zu 50 Prozent die höchste Laufbahnstufe erreichen können.

Altersversorgung

Durch eine Nachversicherung sollen die Renten für Zeitsoldaten verbessert werden. Damit sollen sie zivilen Arbeitnehmern gleichgestellt werden.

Mehr Teilzeit

Bisher können nur Soldaten mit Kindern unter 18 Jahren oder für die Pflege eines Angehörigen Teilzeit arbeiten. Künftig soll es keine Beschränkungen mehr geben.

41-Stunden-Wochen

Erstmals wird es bei der Bundeswehr eine gesetzlich geregelte Arbeitszeit von 41 Stunden in der Woche und Regeln für die Vergütung von Überstunden geben.

Sold

Der Wehrsold soll zum 1. November 2015 um 60 Euro erhöht werden. Das entspricht rund sieben Prozent des derzeitigen Solds von 777 bis 1146 Euro pro Monat.

Erschwerniszulagen

Für besonders schwere Jobs, etwa Minentaucher oder Arbeitsplätze im Bunker, sollen 20 teilweise seit Jahren unveränderte Zuschläge um bis zu 40 Prozent erhöht und drei neue Erschwerniszulagen eingeführt werden. Davon sollen insgesamt 22.000 Soldaten und 500 Zivilbeschäftigte profitieren.

Der A400M ist erheblich größer und deutlich schneller als die Transall. Das neue Flugzeug ist bei einer Reichweite von 3400 Kilometer für eine Nutzlast von 25 Tonnen ausgelegt. Bei einer geringeren Nutzlast ist auch eine größere Reichweite möglich - und umgekehrt.

Der A400M war 2003 von den Nato-Staaten Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und der Türkei gemeinsam in Auftrag gegeben worden. Wegen technischer Probleme und unterschiedlicher Wünsche der Länder verzögerte sich die eigentlich für 2011 geplante Auslieferung des Flugzeugs jedoch erheblich.

Von

afp

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