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07.05.2016

13:26 Uhr

Bundeswehr

Von der Leyen will mehr Soldaten

25 Jahre lang ist die Bundeswehr geschrumpft. Jetzt will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Trendwende einleiten. Wie viele zusätzliche Soldaten die Truppe benötigt, ist aber umstritten.

Trendwende beim Bundeswehrverband

Von der Leyen fordert viel mehr Soldaten für die Bundeswehr

Trendwende beim Bundeswehrverband: Von der Leyen fordert viel mehr Soldaten für die Bundeswehr

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BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen will einem Magazinbericht zufolge das Personal der Bundeswehr aufstocken und neu justieren. Wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ am Samstag berichtete, soll die starre Personalobergrenze von 185.000 Soldaten gekippt werden, um die Truppe für neue Bedrohungslagen und Einsätze zu ertüchtigen. Nach dem Prinzip des „atmenden Personalkörpers“ sei zunächst ein Stellenzuwachs um rund 7000 Soldaten geplant und im Haushalt kalkuliert. Zeitnah werde zudem ein Ausbau der Zahl der Berufs- zulasten der Zeitsoldaten angestrebt.

Bislang darf die Bundeswehr maximal 170.000 Zeit- und Berufssoldaten und rund 15.000 freiwillige Wehrdienstleistende haben. Um Qualifikationen zu sichern, sei auch daran gedacht, die Rolle der lokalen Vorgesetzten gegenüber der zentralen Personalsteuerung zu stärken, berichtete das Redaktionsnetzwerk. Flexibler gehandhabt werden sollen auch die körperlichen Leistungsanforderungen an Bewerber – je nachdem, ob es sich beispielsweise um gesuchte IT-Experten oder um Mitglieder der Kampftruppe handelt.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums wollte die Angaben nicht bestätigen. Sie verwies darauf, dass von der Leyen den Personalbestand habe überprüfen lassen. Die Untersuchung sei abgeschlossen und die Ergebnisse würden in Kürze vorgestellt.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Frakton, Henning Otte, lobte das Konzept als richtige Antwort, um flexibel auf veränderte Sicherheitslagen reagieren zu können. Das Vorhaben, im Verhältnis zu den Zeitsoldaten mehr Berufssoldaten einzustellen, verlängere die Expertise in der Truppe. Auch die Erweiterung um 7000 Planstellen zeige in die richtige Richtung.

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Der Bundeswehrverband fordert eine Vergrößerung der Truppe um 15.000 Soldaten und 4000 Zivilisten. „Wir sind seit Ende 2014 im roten Bereich“, mahnte Verbandschef André Wüstner in der „Rheinischen Post“ (Samstag). Am kommenden Dienstag stellt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Verteidigungsexperten der Koalitionsfraktionen ihr Konzept zur Truppenverstärkung vor.

Seit der Wiedervereinigung ist die Bundeswehr von damals fast 600.000 Soldaten auf heute 177.000 geschrumpft. Die Obergrenze liegt bei 185.000 Soldaten. Diese soll es künftig nicht mehr geben. Von der Leyen will flexibel auf die Anforderungen an die Bundeswehr reagieren können.

Wüstner sagte, die Aufstockung müsse so schnell wie möglich beschlossen werden. „In personeller Hinsicht ist es bereits fünf nach zwölf“, sagte er. Von den 177.000 Soldaten seien nur 135.000 verfügbar, weil die anderen sich in Aus- und Weiterbildung befänden. Dies sei eine „Schockzahl“.

Von den Koalitionsexperten erhielt von der Leyen Unterstützung. Das sei die „richtige Antwort, um flexibel auf veränderte Sicherheitslagen reagieren zu können“, sagte der Verteidigungsexperte der Union, Henning Otte, dem Redaktionsnetzwerk. Rainer Arnold, Verteidigungsexperte der SPD-Fraktion, begrüßte grundsätzlich den Wegfall eines starren Personaldeckels. „Solange die Ministerin aber nicht das für Personal und Gerät zusätzliche Geld hinterlegt hat, gibt es null politische Verbindlichkeit“ für die versprochene Trendwende, sagte er dem Redaktionsnetzwerk.

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