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06.10.2014

16:51 Uhr

Bundeswehr

Von der Leyens Milliarden-Risiko

VonDietmar Neuerer

Die Kosten für Rüstungsprojekte der Bundeswehr laufen aus dem Ruder. Ein Gutachten listet zahlreiche Vorhaben mit Milliarden-Risiken auf. Schafft es Verteidigungsministerin von der Leyen, das Schlimmste zu verhindern?

Streit um Bundeswehr

Grüne: Desaster im Verteidigungsministerium

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BerlinDie Rüstungsprojekte der Bundeswehr könnten sich zu einem unkalkulierbaren Kostenrisiko für die Steuerzahler entwickeln. Das legt ein Gutachten von Wirtschafts- und Rechtsexperten im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums nahe.

Zahlreiche Projekte hätten in ihrer Entwicklung „die ursprünglich vorgesehenen Projektbudgets überschritten und Mehrkosten zu bewältigen“, heißt es in der Analyse, die dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) vorliegt. Begründet wird dies damit, dass das Kosten- und Finanzmanagement der Projekte nicht zuletzt aufgrund politischer und sonstiger projektexterner Vorgaben von einem „optimistischen Ansatz (Best-Case-Szenario)“ ausgehe, der „keine ausreichenden Budgets zur Überwindung eingetretener Risiken berücksichtigt“.

In einer dreimonatigen Prüfung identifizierten die Experten bei den neun größten Projekten 140 Probleme und Risiken. In ihrer Analyse kommen sie zu dem Ergebnis, „dass eine Optimierung des Rüstungsmanagements in nationalen und internationalen Großprojekten dringend und ohne Verzug geboten ist“.

Die Mängelliste der Bundeswehr

Kampfhubschrauber

Von den 31 TIGER-Kampfhubschraubern stehen dem Heer derzeit nur 10 zur Verfügung

Transporthubschrauber

Nur 8 von 33 NH90-Transporthubschrauber sind aktuell einsatzbereit

Kampfjets

Der sogenannte Buchbestand an EUROFIGHTER-Kampfjets liegt bei 109, davon sind theoretisch 74 verfügbar, aber nur 42 einsatzbereit.

Marine

Bei der Hubschrauberflotte der Marine sieht es besonders düster aus. Nur 3 von 15 Hubschraubern des Typs SEA KING könnten derzeit abheben. Bei den SEA LYNX sind es 4 von 18.

Fahrzeuge

Bei allem, was Räder hat, sieht es besser aus. Von den 180 gepanzerten BOXER-Transportfahrzeugen könnten aktuell nur 70 in einen Einsatz geschickt werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Experten der Unternehmensberatung KPMG, der Ingenieurgesellschaft P3 und der Kanzlei Taylor Wessing mit der Überprüfung beauftragt, weil sie mit der internen Kontrolle der Projekte unzufrieden war. Heute wurde der Bericht offiziell übergeben.

Von der Leyen sprach in einer ersten Reaktion von „einem Raummeter an wertvollen Hinweisen“. Der Bericht werde „ein gutes Bild darüber geben, wo die Vorzüge und wo die Probleme liegen“ sowie auch darüber, „welches die Muster der Probleme sind“. Es sei darum gegangen, Schwachstellen aufzuzeigen und Handlungsbedarf deutlich zu machen. Von der Untersuchung betroffen seien alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr.

Kommentare (18)

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Frau Helga Trauen

06.10.2014, 14:56 Uhr

Die Bundes-Uschi demontiert vor allem sich selbst. Ihre Ambitionen auf eine Kanzlerschaft werden so zielstrebig konterkariert. Wenigstens bleibt uns das erspart.
Die Frau ist untragbar - außer für die Kindergärten bei der Truppe. Bundes-Uschi eben...

Frau Ute Umlauf

06.10.2014, 15:18 Uhr

Leyen wirkt auf mich psychisch angeschlagen.
Das mangelnde Fachwissen zehrt an ihren Kräften. Als 42 kg Person hat sie kaum Reserven. Der Gesamtumfang Drohne wird ihr Ende. Anfang 2015 wird sie fallen.

Sergio Puntila

06.10.2014, 15:20 Uhr

Hier steht noch etwas ganz anderes zur Disposition: wie lange VdL und Bundesregierung erforderliche Monitoring- wie Evaluationsarbeiten eigtl noch ausstehen lassen wollen.

Das Rüstungsgeschäft hat sich stets benommen wie ein noli me tangere.

Es wird Zeit, dass das mal überprüft wird.

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