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26.10.2011

14:40 Uhr

Bundeswehrreform

Wie Städte auch ohne Kaserne überleben können

VonKonrad Fischer
Quelle:WirtschaftsWoche

Insgesamt 31 Bundeswehr-Standorte will Verteidigungsminister de Maizière schließen. Statt die freiwerdenden Flächen zu sanieren, droht vielen der teure Verfall. Dabei gibt es Alternativen.

Hier soll ein Asylbewerberheim entstehen: eines der beiden Kasernengebäude auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Oldenburg. dpa

Hier soll ein Asylbewerberheim entstehen: eines der beiden Kasernengebäude auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Oldenburg.

DüsseldorfJetzt sind sie einfach verschwunden. 3500 Unterschriften aus Volkach, Unterfranken. 3400 aus Unna, Westfalen. 4000 aus Daun, Vulkaneifel. Im ganzen Land sind in den vergangenen Monaten Menschen von Haus zu Haus gegangen, haben Unterschriften gesammelt für den Erhalt der Kaserne in ihrem Ort. In Aktenordner hefteten sie die Erklärungen mit Name, Adresse und Unterschrift. Ein Fototermin mit der lokalen Presse, dann schickten sie die Ordner nach Berlin, Bendlerblock, Bundesverteidigungsministerium. Und jetzt das. „Über den Verbleib der Unterschriftenlisten ist mir nichts bekannt“, bemerkt ein Ministeriumssprecher lapidar. Dabei geht es für die Unterzeichner um viel, denn zu jedem Garnisonsort gibt es eine absehbare Leidensgeschichte. Die Soldaten und ihre Angehörigen leben im Ort, Kindergärten und Schulen wurden für sie gebaut, der Einzelhandel braucht sie.

Heute hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sein Standortkonzept zur Verschlankung der Bundeswehr vorgelegt. Funktionalität, Kosten, Attraktivität und Präsenz in der Fläche, nach diesen Kriterien wird ausgesiebt. Bürgerliebe steht da nicht. 31 Standorte werden dichtgemacht. Aus 220 000 Soldaten sollen durch die Reform 185 000 werden, das ergibt ein Minus von 15 Prozent. Es trifft vor allem den Norden, hier ist die Soldatendichte besonders hoch. Während beispielsweise in Hessen auf 1000 Menschen nur 1,1 Soldaten kommen, sind es in Mecklenburg-Vorpommern 8,7. Dazu kommt: Auch britische und amerikanische Streitkräfte ziehen gerade aus Deutschland ab – die Nachfrage nach Plätzen für weitere Regionalflughäfen und Fachschulen ist erschöpft.

Zurück bleiben marode Gebäudebatterien und toxische Kerosinlager. „Konversion“, Umwandlung, heißt der Euphemismus der Fachleute für das, was nach der Schließung kommt. Doch nicht das Entstehen von Neuem an der Stelle des Alten ist die Regel, sondern der teure Verfall. Kompetenzgerangel, Prestigedenken, Pech: Die Geschichte der Nachnutzung von Kasernengeländen offenbart, warum es oft nicht zur Weiterentwicklung kommt. Aber sie zeigt auch, dass das nicht so sein muss.

Kommentare (1)

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26.10.2011, 16:45 Uhr

Glücksburg wird das künftige Armenhaus des Deutschen Nordens !!!
Das wird Arbeitsplätze kosten , und nicht wenige !
Das wird Infrastruktur kosten , gerade für den Ländlichen raum eine Katastrophe !
Doch NRW ist noch verhältnismäßig gut davon gekommen , Bayern und einige Marinehäfen trifft es besonders stark !
Für Bayern sieht es nicht so schlimm aus wie für Glücksburg , Glücksburg wird das künftige Armenhaus des Deutschen Nordens !!!

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