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24.01.2017

09:46 Uhr

Bundeswehrverband beklagt Mängel

„Ohne Moos nix los“

Die Aufgaben der Bundeswehr wachsen in der ganzen Welt. Deutschland will gestalten und eine aktivere Rolle spielen. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands sagt jedoch, es gebe weiterhin einen extremen Sanierungsstau.

Anforderungen und Ausstattung passten bei der Bundeswehr nicht zusammen, sagt der Vorsitzende des Bundeswehrverbands André Wüstner. dpa

Modernisierungsbedarf bei der Bundeswehr

Anforderungen und Ausstattung passten bei der Bundeswehr nicht zusammen, sagt der Vorsitzende des Bundeswehrverbands André Wüstner.

BerlinDer Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, hat ein Missverhältnis zwischen Aufgaben und Ausstattung der Streitkräfte beklagt. In der Bundeswehr gebe es nach wie vor einen extremen Sanierungsstau und Modernisierungsbedarf, kritisierte Wüstner am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin. Zugleich würden die Anforderungen stetig wachsen. Das passe nicht zusammen. Die Stärkung der Truppe müsse dringend beschleunigt werden. „Ich glaube, das wird heute auch der Kern sein der Botschaft des Wehrbeauftragten.“

Der Wehrbeauftragte der Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), stellt an diesem Dienstag seinen Jahresbericht vor. Er gilt als „Anwalt der Soldaten“, jährlich erreichen ihn Tausende Anliegen und Beschwerden von Soldaten. Die Bundeswehr sieht sich seit Jahren auch international immer stärker gefordert. Deutschland beteiligt sich derzeit mit 3300 Soldaten an internationalen Einsätzen - von der Abschreckung Russlands im Rahmen der Nato im Baltikum bis zur UN-Friedenssicherung in Mali.

Baustellen der Bundeswehr

Personal

Die Bundeswehr befand sich 25 Jahren auf Schrumpfkurs, militärische Planung orientierte sich an Sparzwängen. Auch für die Aussetzung der Wehrpflicht waren Sparvorgaben der Ausgangspunkt. Bestand die Bundeswehr 1990 aus mehr als einer halben Million aktiver Soldaten, sind es nun gerade noch etwas mehr als 177 000. Nun soll die Truppenstärke wieder wachsen.

Ausrüstung

Die Ausrüstung der Bundeswehr ist teils marode, teils veraltet und sorgte die vergangenen Jahre für viel Spott. Vergangenes Jahr bescheinigte der Wehrbeauftragte der Bundeswehr gar eine „planmäßige Mangelwirtschaft“. Kurz darauf verkündete das Verteidigungsministerium aber ehrgeizige Pläne zur Truppensanierung für 130 Milliarden Euro bis 2030.

Einsätze

Deutschland beteiligt sich derzeit mit 3300 Soldaten an internationalen Einsätzen - von der Abschreckung Russlands im Rahmen der Nato im Baltikum bis zur UN-Friedenssicherung in Mali. Die Aufgaben der Bundeswehr wachsen in der ganzen Welt. Deutschland will gestalten und eine aktivere Rolle spielen. Aber ist die Truppe den neuen Aufgaben gewachsen?

Wüstner forderte zugleich eine Erhöhung des Verteidigungshaushaltes. „Ohne Moos, nix los“, betonte er. Dabei gehe es nicht nur um die notwendige Modernisierung der Truppe, sondern auch um die Lastenteilung in der Nato – „mit dem entsprechenden Signal in Richtung Amerika“. Hinter dem Nato-Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, bleibe Deutschland weiterhin zurück. Hier sei ein Umdenkprozess in der gesamten Politik nötig.

US-Präsident Donald Trump hat die Daseinsberechtigung der Nato infrage gestellt. Kritik übt er vor allem die Lastenteilung innerhalb der Verteidigungsallianz.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

24.01.2017, 10:24 Uhr

Sanierungsstau wo wir doch das weltbeste Material (AM z.B.) haben?

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