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05.03.2012

07:23 Uhr

Bundesweite Streiks

Wo Bus und Bahn ab heute später kommen

Die Gewerkschaft Verdi beginnt in vielen deutschen Städten mit Warnstreiks. Betroffen sind Berufstätige, die auf den Nahverkehr oder Kindergärten angewiesen sind. Erster Schwerpunkt ist der Raum Frankfurt.

Warnstreiks im öffentichen Dienst gestartet

Video: Warnstreiks im öffentichen Dienst gestartet

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DüsseldorfZahlreiche Angestellte des öffentlichen Dienstes in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben am Montag mit Warnstreiks begonnen. In Frankfurt am Main legten die Fahrer von U-Bahn und Straßenbahn mit Schichtbeginn ihre Arbeit nieder, wie der Landesbezirksleiter Hessen der Gewerkschaft Verdi, Jürgen Bothner, sagte. Es werde den ganzen Tag fast keine Bahn in der Stadt und der Umgebung fahren. „Der Nahverkehr heute in Frankfurt wird ziemliche Probleme haben“, sagte Verdi-Sprecher Thomas Wissgott.

In Rheinland-Pfalz traten einem Gewerkschaftssprecher zufolge Krankenhausmitarbeiter als erste in den Ausstand. Die Bürger müssen in dieser Woche in zahlreichen deutschen Städten wegen eines Warnstreiks mit Einschränkungen im öffentlichen Dienst rechnen. Bis Freitag will Verdi täglich wechselnd unterschiedliche Regionen in Deutschland bestreiken. Die Tarifverhandlungen für Beschäftigte des Bundes und der Kommunen waren am Donnerstag nach einer ersten Verhandlungsrunde ergebnislos vertagt worden. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent, monatlich jedoch mindestens 200 Euro mehr Lohn für die zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Ländern. 

Der Verhandlungsführer der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, hatte am Donnerstag erklärt, er sei insbesondere nicht bereit, einen Mindestbetrag zu vereinbaren. Er verwies wiederholt auf die Rekordverschuldung der Kommunen von 128,7 Milliarden Euro.

Dagegen argumentieren die Gewerkschaften, die Beschäftigten im öffentlichen Dienst hätten sich lange mit Lohnforderungen zurückgehalten. Sie sehen einen Nachholbedarf.

Auch angesichts der guten Konjunktur im vergangenen Jahr hätten sie ein deutliches Plus verdient. Die Verhandlungen sollen am 12. März fortgesetzt werden. Im Laufe der Woche soll es bundesweit zu Warnstreiks kommen. 

Region Frankfurt

Nach der ergebnislos verlaufenen ersten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Ländern am Donnerstag rief Verdi in Hessen unter anderem die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) zum Warnstreik auf. Die Bürger müssten sich darauf einstellen, dass weitestgehend keine U-Bahnen oder Straßenbahnen fahren würden, erklärte der Landesverband. Die ebenfalls an den Tarifverhandlungen beteiligte Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief die Erzieherinnen und Erzieher in städtischen Kindertagesstätten Frankfurts zu Arbeitsniederlegungen auf. 

In Hessen sind vom Streikaufruf rund 125.000 Beschäftigte bei den Dienststellen des Bundes (z. B. des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden und des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach a. M.) sowie der Städte, Gemeinden und Landkreis betroffen. Der Schwerpunkt der Aktionen am Montag werde in Frankfurt und umliegender Region liegen. Hier werden die Beschäftigten der kommunalen Verwaltungen wie der Stadt Frankfurt, den Städten Bad Homburg, Oberursel, Neu-Anspach oder Bad Soden zum Warnstreik aufgerufen. 

Auch die Beschäftigten des Main-Taunus, sowie des Hochtaunuskreises werden von Verdi aufgerufen werden. Gleiches gelte für den Bereich der Verkehrsgesellschaft Frankfurt a. M. (VGF). Ab 11.30 Uhr werde sich ab dem Bürgerhaus „Gallus“ ein Demonstrationszug Richtung Innenstadt/Hauptbahnhof formieren. Gegen 12.15 Uhr finde eine Kundgebung am „Kaisersack“ (Nähe Hauptbahnhof) statt.

In Frankfurt und Offenbach werde zusätzlich im Bereich des privaten Omnibusbereichs ein weiterer Warnstreik stattfinden, da die dort parallel laufenden Tarifverhandlungen am Mittwochabend ohne Ergebnis abgebrochen wurden. Somit sei im gesamten Nahverkehr den ganzen Tag über mit erheblichen Behinderungen zu rechnen.

Auch in Hanau würden die Beschäftigten der Stadtverwaltung, sowie der umliegenden Gemeinden sowie des Alten- und Pflegeheimes des Main-Kinzig-Kreises in den Ausstand treten.

 

Kommentare (12)

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nanoflo

04.03.2012, 20:23 Uhr

Undemokratischer_Druck
sehe ich genauso!!!!!!!!!
Besonders weil die Beamten nur davon profitieren wollen.Aber null Risiko in schlechten Zeiten haben.Es reicht!!!!!!!!!
Leere Kassen und null Produktivitätssteigerung beim öffentlichen Dienst(besonders Beamte)= keine Lohnerhöhung!!!!!!!!
Nämlich genau dieses Argument ist der Grund warum die Autoindustrie ihre Leute besser bezahlt als vor ein paar Jahren.
Oder kennt von euch jemand einen Lehrer.... der schneller das Wissen vermittelt als zuvor????????

Account gelöscht!

05.03.2012, 03:57 Uhr

Bin auch kein Freund dieser Steiks, vor allem angesichts der leeren Kassen in den Kommunen.
Dennoch, ein klein wenig Verständnis habe ich für die Leute mit sehr niedrigen Einkommen, wie z.B. Krankenschwestern und -pfleger. Vor allem, wenn -ebenfalls bei leeren AKssen des Bundes u. der Länder - der ehemalige Bundespräsident, der aufgrund persönlicher Gründe = persönlicher Bereicherungen und Vorteilsnahme im Amt, nun die Steuerzahler jedes Jahr an die 500.000 Euro kosten soll. Der Kerl ist 52 und soll doch arbeiten gehen, z.B. als Krankenpfelger. Wozu erhält dieser unrühmlich aus dem Amt Geschiedene, gegen den immerhin die Staatsanwaltschaft mittlerweile ermittelt, dieselben Privilegien wie die ex-Präsidenten, die unser Land wirklich ehrenhaft verteten haben???
Es sind unsere Politiker, die dem einfachen Volk Maßlosigkeit und Vorteilnahme vorleben.
Warum also soll der "kleine Mann" auf der Straße nicht auch überzogene Forderungen (plus 6,5% Lohnerhöhung) fordern????

jemsor

05.03.2012, 06:13 Uhr

Derzeitige Forderungen sind für Arbeitgeber nicht verhandelbar. Mindestbetrag von € 200 lässt tief blicken. Forderungen d. Gewerkschaften sind fü rmich daher realitätsfern.

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