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23.02.2012

12:59 Uhr

Bundesweites Gedenken

Merkel: Eine „Schande für unser Land“

In Berlin wurde den Opfern der Neonazi-Morde gedacht. Angela Merkel versprach dabei Entschlossenheit und Aufklärung. Die ist auch weiterhin dringend nötig. Auch die Wirtschaft beteiligte sich am Gedenken.

Gedenkfeier für die Neonazi-Opfer

Video: Gedenkfeier für die Neonazi-Opfer

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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat den Opfern rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland gedacht. Die Kanzlerin bedankte sich zunächst bei den Familien der Opfer, dass sie zu der zentralen Gedenkveranstaltung für die Neonazi-Opfer am Donnerstag in Berlin gekommen waren. Die im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt entzündeten Kerzen stünden für „Opfer einer kaltblütigen Mordserie“, sagte Merkel. Sie mahnte vor den 1.200 Gästen: „Wir vergessen zu schnell, wir verdrängen zu schnell.“

Merkel sagte ein entschlossenes Eintreten des Staates gegen Rechtsextremismus und Gewalt zugesagt. Als Kanzlerin versichere sie den Angehörigen: „Wir tun alles, um die Morde aufzuklären und alle Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen“, sagte sie bei der zentralen Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Mordserie am Donnerstag in Berlin. Es gelte alles zu tun, „damit sich so etwas nie wieder wiederholen kann“. Erste Weichen für eine bessere Zusammenarbeit der Behörden würden bereits gestellt.

Merkel betonte, überall, wo an den Grundfesten der Menschlichkeit gerüttelt werde, sei Toleranz fehl am Platz. „Die Morde der Thüringer Terrorzelle waren auch ein Anschlag auf unser Land. Sie sind eine Schande für unser Land.“

Auch aus der Wirtschaft gab es heute Zeichen der Solidarität. Bei Porsche in Zuffenhausen und Daimler in Sindelfingen standen um Punkt 12 Uhr die Bänder still. „Wir Porscheaner leben die Integration, und dafür treten wir auch öffentlich ein“, sagte Porsche-Betriebsrat Uwe Hück in Stuttgart. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, sagte: „Wir müssen ein sichtbares Zeichen gegen Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus setzen.“ Die Rückmeldungen von Betrieben zu der von Gewerkschaften und Arbeitgebern organisierten Schweigeminute seien überwältigend. „Ich wünsche mir, dass sich viele Menschen beteiligen und unser Land eine Minute innehält.“ Viele Betriebe und der Zusammenhalt vieler Belegschaften seien positive Beispiele für erfolgreiche Integration, Respekt und Toleranz.

Kommentare (31)

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23.02.2012, 11:47 Uhr

Selbstverständlich sind Nazi-Morde eine Schande für unser Land.

Aber weshalb wird die Gedekfeier nicht vom Bundespräsidenten -bzw seinem Vertreter, derzeit Seehofer- durchgeführt. Wenn sich Frau Merkel dergestalt in den Vordergrund drängt, soll sie sich bitte auch zur nächsten Wahl des BP stellen.

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23.02.2012, 11:48 Uhr

Die richtigen Punkte sind hier schon angesprochen. Sie wären allerdings überzeugender, wenn den vielen guten Initiativen der Zivilgesellschaft nicht das Geld gestrichen würde. Das ZDF zeigte einen Fall, wo Romakinder, die nur deutsch sprachen, nach 20 Jahren Aufenthalt der Eltern von ihren Freunden weggerissen und in den Kosovo abgeschoben wurden, wo sie fast verhungerten. Der Rassismus ist leider auch in deutschen Amtsstuben zuhause. Siehe auch den Fall Oury Yallo, der in einer Zelle in Dessau an Händen und Füssen gefesselt bei lebendigem Leib verbrannte.

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23.02.2012, 12:40 Uhr

Dies schwarz7weiss Fotos mit dem Zwickauer Trio wird uns noch jahrelang täglich unter die Nase gerieben von der Presse, damit haben wir bene den endlosen Diskussionen zur BP-Wahl wieder Themen, die von der uferlosen Ad-hoc-Politik ablenken sollen, die Merkel und der Richtungs-befreite Rest der CDU täglich vollführt. Merkel kommt sich doch schon vor wie die unkündbare Königin von Deutschland mit Allmachts-Phantasien.

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