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12.03.2013

07:52 Uhr

„Bundeszuschuss-Jojo“

Krankenkassen kritisieren Zuschusskürzung

Die Bundesregierung möchte die Zuschüsse zum Gesundheitsfonds stärker zu kürzen als geplant. Die Krankenkassen laufen Sturm und sehen eine Zweckentfremdung ihrer Einnahmen.

Die Vorsitzende des Kassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, kritisiert die geplante Kürzung des Steuerzuschusses. dpa

Die Vorsitzende des Kassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, kritisiert die geplante Kürzung des Steuerzuschusses.

BerlinDie Krankenkassen haben scharfe Kritik an der geplanten Kürzung der Steuermittel für die Krankenversicherung in Milliardenhöhe geübt. „Dieses Bundeszuschuss-Jojo ist das Gegenteil einer verlässlichen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung“, sagte die Vorsitzende des Kassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Die Einnahmen aus den Portemonnaies der Beitragszahler werden zur Sanierung des Bundeshaushaltes zweckentfremdet“, sagte sie. Die Kassen würden mit den familienpolitischen Leistungen, die sie im Auftrag des Staates übernehmen, mehr und mehr alleine gelassen. Hintergrund ist, dass die Koalition die Zuschüsse zum Gesundheitsfonds 2014 um 3,5 Milliarden Euro senken will. Bisher war eine Senkung von nur 2 auf 12 Milliarden Euro geplant. Das Vorhaben ist Teil der geplanten Konsolidierung des Bundeshaushalts.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Die gute Konjunktur und moderate Ausgaben hatten der gesetzlichen Krankenversicherung im vergangenen Jahr Rekordreserven von 28,3 Milliarden Euro beschert. Allein das Polster des Gesundheitsfonds wuchs um 3,6 auf 13,1 Milliarden Euro. Doch ab kommendem Jahr sollen die Zahlen nach bisherigen Erwartungen wieder nach unten weisen.

Laut Kassen-Verband werden von den versicherungsfremden Leistungen für insgesamt gut 30 Milliarden Euro schon jetzt nicht einmal die Hälfte vom Steuerzahler beglichen. Darunter werden unter anderem die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern verstanden.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

12.03.2013, 08:05 Uhr

Aber die Bürger sollen doch für die Gewinne der Zocker und Vermögenden bei den Banken zahlen, und nicht für ihre Gesundheit!
In schlechten Zeiten werden dann endlich die von den gelben Chaoten gewünschten Zusatzbeiträge erhoben, um die Privatkassen der Besserverdieneden zu stärken.

heinz

12.03.2013, 09:09 Uhr

Unser Gesundheitsminister Daniel Bahr. Ja, ja, ein von der Commerzbank gehaltslos beurlaubter Mitarbeiter sitzt jetzt an der richtigen Stelle, um die Beiträge der GKV zu rauben und zur Sanierung des Bundeshaushalts zu verwenden. Was erlaubt sich dieser Minister überhaupt? Die Beiträge gehören weder der GKV noch Dainel Bahr und schon gar nicht Wolfgang Schäuble. Finger weg von unseren Geldern! Finger weg von unserer Rentenkasse! Versicherungsfremde Leistungen innerhalb der GKV sowie der Rentenkasse gehören aus Steuermitteln bezahlt, nicht aus Beiträgen! Sieht man sich die Lebensläufe unserer Politiker an, so finden sich Beamte, Rechtsanwälte, Bänker. Wo sind die Interessenvertreter des deutschen Wählers? Es verwundert nicht, dass weder Beamtenpensionen gekürzt werden wie die staatlichen Renten noch Banken für die Finanzkrise bezahlen müssen. Es verwundert nicht, dass Gesetze nur noch von Lobbyisten geschrieben und diese in den Parlamenten abgenickt werden. Pfui Deibel!

Waehler

12.03.2013, 11:20 Uhr

Volksabstimmung
JA zur Bürgerversicherung!!!!
sofort!!!!

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