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21.07.2015

14:29 Uhr

Cannabis-Debatte

Kretschmann für Legalisierung von Cannabis

Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir hat's vorgemacht. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zieht nach. Er ist für eine Legalisierung von Cannabis. Einig ist sich die rot-grüne Koalition nicht.

Die Legalisierung von Cannabis würde die Droge entkriminalisieren, sagt Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. dpa

Legalisierung von Cannabis

Die Legalisierung von Cannabis würde die Droge entkriminalisieren, sagt Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

StuttgartBaden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich grundsätzlich für eine Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. Dadurch werde der Stoff entkriminalisiert, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart.

Das Thema stehe aber nicht auf der Agenda der grün-roten Koalition, in der es dazu keine Übereinstimmung gebe, sagte er mit Blick auf das Plädoyer des neuen Bremer Regierungschefs Carsten Sieling (SPD) für eine Legalisierung der Droge.

Wissenswertes zu Cannabis

Was ist Cannabis eigentlich?

Cannabis ist ein Sammelbegriff für alle Rauschgiftdrogen der Sorte Hanf. Die Hauptwirkstoffe, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden, heißen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabinoid (CBD). Die Bestandteile haben eine berauschende sowie eine schmerzlindernde Wirkung.

Unterschied zwischen Marihuana und Haschisch

Nicht jedes Gras ist auch grün. Marihuana, auch bekannt als Gras wird aus den getrockneten Blüten und Blättern der Cannabispflanze gewonnen. Hingegen entsteht Haschisch aus dem Harz der weiblichen Hanfpflanze. Haschisch hat einen höheren Wirkstoffgehalt als Marihuana.

Veraltetes Gesetz

Cannabis fällt in Deutschland genauso wie andere Rauschgiftdrogen unter das Betäubungsmittelgesetz. Im Jahr 1925 wurden die ersten Regeln zu Cannabis gesetzlich festgehalten, wobei diese 1994 zum letzten Mal überarbeitet wurden. Vor 20 Jahren also. Allerdings hat das Verfassungsgericht Köln erst im Juli den „Heimanbau“ von Marihuana zu medizinischen Zwecken erlaubt. Das gilt in der Hanf-Szene als ein Paukenschlag in der Legalisierungsdebatte.

Ausnahmen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat 300 Leuten in Deutschland die Genehmigung erteilt, getrocknete Cannabisblüten über Apotheken zu beziehen. Natürlich nur, wenn der Konsum schmerzlindernde Gründe hat. Die Krankenkassen beteiligen sich jedoch bisher nicht an solchen Ausnahmen.

Wer stellt legales Cannabis her?

Nicht viele Firmen dürfen in Deutschland legales Cannabis produzieren. In Frankfurt gibt es beispielsweise das Pharmaunternehmen THC Pharm.

Cannabis vs. Alkohol

In Europa geben sich laut dem Europäischen Drogenbericht 2013 mittlerweile mehr als 100.000 Menschen in eine Therapie, die Cannabis als Leitdroge angeben. Hingegen gelten circa 1,3 Millionen Deutsche als alkoholabhängig. Mehr als neun Millionen Menschen konsumieren hierzulande Alkohol in schädlicher Form.

Tabak

Tabak ist der am meisten verbreitete Suchtstoff in Deutschland. Das steht im Drogenbericht der Bundesregierung. Von Tabak sind rund 5,6 Millionen Deutsche süchtig.

Der Görlitzer Park in Berlin

Einer der größten Brennpunkte in Deutschland ist der Görlitzer Park in Berlin. Dort sind Gewalt und polizeiliche Einsätze an der Tagesordnung und die Medien überschlagen sich vor Neuigkeiten über den Schauplatz des illegalen Drogenhandels. Erst im September wurde er von der Berliner Morgenpost als „Kriminalitätsschwerpunkt“ bezeichnet. Als Reaktion auf zunehmende Kriminalität hat die Berliner Polizei härter durchgegriffen und die Präsenzkontrollen im Park verstärkt, weshalb laut des Tagesspiegels erste Verbesserungen zu bemerken seien.

Legal Highs

In den vergangenen Jahren kamen die sogenannten „Legal Highs“ in Mode. Das sind Kräutermischungen, in denen legale Inhaltsstoffe sind, die genauso rauschend wirken sollen, wie die der Cannabis-Pflanze. Diese Stoffe heißen „Research Chemicals“ und fallen unter das Arzneimittelgesetz. Im Internet sind diese Kräutermischungen auf zahlreichen Online-Seiten erhältlich.

Für knapp 60 Euro für neun Gramm erhält man dann Produkte mit Namen, wie „Alians“ oder „Vulkan“. Diese werden von den Betreibern dieser Webseiten als „100% legal“ angepriesen. Fragwürdig sind die Legal Highs in jedem Fall; nicht zuletzt, weil man fast immer mit der Bestellung seine Volljährigkeit bestätigt. Kontrolliert wird das nicht.

Wie gefährlich diese synthetisch hergestellten Stoffe in Wirklichkeit sind und ab welcher Menge der Besitz und Handel künstlicher Cannaboide strafbar sein soll, will der Bundesgerichtshof laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa am 14. Januar 2015 entscheiden.

Die Debatte werde dadurch besonders schwierig, dass die alte Kulturdroge Alkohol zwar erlaubt, aber nicht weniger gefährlich sei als das illegale Rauschmittel.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Manfred Zimmer

21.07.2015, 14:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Helmut Weinberg

21.07.2015, 17:29 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Helmut Weinberg

21.07.2015, 17:31 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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