Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.03.2013

17:17 Uhr

CDU fordert Konsequenzen

Debakel um BER-Berater bringt Platzeck unter Druck

VonDietmar Neuerer

Neuer Rückschlag für das Krisenprojekt Berliner Hauptstadtflughafen. Ein wichtiger Berater springt wegen Indiskretionen ab. Die Landes-CDU macht dafür Brandenburgs Ministerpräsidenten verantwortlich.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft des neuen Flughafens Berlin Brandenburg (BER), Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). dpa

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft des neuen Flughafens Berlin Brandenburg (BER), Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).

BerlinMehrere CDU-Bundestagsabgeordnete haben nach der Entscheidung von Wilhelm Bender, nicht Chefberater am neuen Hauptstadtflughafen BER werden zu wollen, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) aufgefordert, als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft zurückzutreten. Platzeck habe bereits mit seinem Eintreten für das Nachtflugverbot die Grundlagen des Flughafens zerstört. „Er muss zurücktreten, um weiteren Schaden vom Flughafen abzuwenden“, sagte der Berliner CDU-Politiker Frank Steffel Handelsblatt Online. „So findet er weder Berater noch einen neuen Geschäftsführer.“ Jetzt müsse endlich ein Fachmann an die Spitze des Aufsichtsrats.

Platzeck habe „die Lage nicht im Griff“, sagte auch Steffels Parteifreund, Karl-Georg Wellmann. „Durch unprofessionelles Verhalten seiner Flughafengesellschaft sagen die guten Leute ab“, sagte Wellmann Handelsblatt Online. Es sei Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden, „erstklassige“ Berater für den Vorstand zu finden. „Die Vertraulichkeit wurde jedoch in einer Weise gebrochen, dass Herr Bender abgesagt hat.“

Gastbeitrag Nikolaus Fuchs: Berliner Airport-Rettung leicht gemacht

Gastbeitrag Nikolaus Fuchs

Berliner Airport-Rettung leicht gemacht

Die Suche nach einem neuen Chef für den Berliner Pannen-Airport gestaltet sich schwierig. Ein Headhunter soll jetzt helfen. Doch worauf muss er bei den Kandidaten achten? Welche Qualifikationen sind wichtig? 

Platzeck sei auch schon deshalb überfordert, weil er sich in einem Interessenkonflikt befinde, sagte Wellmann weiter. „Die wirtschaftlichen Interessen der Flughafengesellschaft sind nicht automatisch kongruent mit den Interessen des Landes Brandenburg.“

Bender erklärte zu seinem Verzicht: Er sehe „keine ausreichende Gewähr dafür, dass seine Tätigkeit für den BER erfolgreich sein kann“. Dabei war der Mann aus Frankfurt als Hoffnungsträger für das einstige Vorzeigeprojekt gehandelt worden. Chef des Projekts wollte er zwar nicht werden, wohl aber als Berater zwei Tage pro Woche dem Technikchef Horst Amann zur Seite stehen.

Die Starttermine für den Flughafen BER

30. Oktober 2011

Dieser Termin wird 16 Monate zuvor gekippt. Begründung: Neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand.

3. Juni 2012

Nur vier Wochen vorher wird der Start abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich ist in dem Neubau noch viel mehr nicht fertig.

17. März 2013

Dieses neue Datum wird nach neuerlicher Verschiebung im Mai 2012 genannt und einen Monat später schon wieder in Zweifel gezogen. Anfang September wird klar: Auch dieser Termin wird nicht zu halten sein.

27. Oktober 2013

Nach einer Analyse des neuen Technikchefs Horst Amann legt der Aufsichtsrat diesen Termin am 7. September als neuen Eröffnungstag fest.

Frühestens 2014

Anfang Januar 2013 wurde bekannt, dass auch der Termin im Herbst des Jahres nicht zu halten sein wird. Frühestens 2014 wird das Großprojekt nun seiner Bestimmung übergeben werden können.

Doch zuletzt hatte es Debatten um ein in Medienberichten genanntes Tageshonorar von 4000 Euro gegeben. Hintergrund ist zudem ein Streit zwischen den beiden Hauptanteilseignern des Flughafens, Berlin und Brandenburg. Brandenburgs Regierungschef Platzeck hatte sich zuletzt überraschend hinter ein Volksbegehren für ein erweitertes Nachtflugverbot gestellt. Dies hatte ihm Kritik von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eingebracht.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

kerrmalominarivinova

04.03.2013, 18:02 Uhr

steffel der neue teppich-wissensträger aus spandau...? warum ist bender zurückgetreten? nicht nur wegen vertrauensbrüche...lächerlich, der hat die akten bbi eingesehen und seine ohren fingen an zu schlackern, da wird noch einiges an unwohlbehagen und noch mehr zum vorschein kommen...txl muss bleiben!

Samweis

04.03.2013, 18:35 Uhr

Hm.... 4000 Euro Tagessatz für einen Top-Manager als Berater?
Das war ja günstig...
Wenn so viel Gutmütigkeit dann mit gezielter Indiskretion beantwortet wird, hätte ich auch gesagt "FU!".

DuDu1

05.03.2013, 08:59 Uhr

wegen 4000 deutschmark der rückzieher, das glaube ich auch nicht, die märchenstunde geht bei wowi weiter bis a) plaazeg seine wiederwahl gewonnen hat oder b) klaus gehen muss für immer

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×