Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2010

11:50 Uhr

CDU-Gesundheitsexperte Spahn

„Zusatzbeiträge unumgänglich“

Die Krankenkassen können den Wirbel um die Zusatzbeiträge nicht verstehen, zu unrecht an den Pranger gestellt fühlt sich die DAK. Unterdessen will die Politik nicht von ihrer Marschroute abweichen: CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn nennt den extra-Obulus "unumgänglich".

Ab heute erheben rund ein Dutzend Kassen in Deutschland einen Zusatzbeitrag vom Versicherten. dpa

Ab heute erheben rund ein Dutzend Kassen in Deutschland einen Zusatzbeitrag vom Versicherten.

HB BERLIN. Gesundheitsexperten halten langfristig höhere Beiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen für unvermeidlich. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn sagte am Montag im ARD-Morgenmagazin, es werde auf jeden Fall teurer. "Wir werden sicher nicht auf alle Zeiten etwa auch Beitragssatzerhöhungen ausschließen können."

Laut Gesetz können die Kassen die allgemeinen Beiträge anheben, wenn zwei Jahre lang die Einnahmen in den Gesundheitsfonds die Ausgaben zu weniger als 95 Prozent decken. Zusatzbeiträge sind schon jetzt möglich. Ohne Einkommensprüfung können von den Versicherten bis zu acht Euro im Monat zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz erhoben werden.

Spahn sagte, schon jetzt werde versucht, an der einen oder anderen Stelle zu sparen. "Aber das geht auch nur in begrenztem Maße, weil bei den Arzneimitteln ja nicht Hustensaft, sondern neue Krebsmittel teurer geworden sind." Die Frage sei jetzt, wie das zu finanzieren sei. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hatte am Wochenende angekündigt, die Preise der Arzneimittelfirmen genau zu untersuchen.

Der Vorstandsvorsitzende der DAK, Herbert Rebscher, verwahrte sich gegen Vorwürfe von Politikern an den von Kassen geplanten Zusatzbeiträgen. "Es ist schon befremdlich, wenn Politiker, die die Gesundheitsreform selbst beschlossen haben, jetzt die Kassen dafür kritisieren", sagte Rebscher der "Süddeutschen Zeitung".

Schuld an der finanziellen Situation der Krankenkassen sei die Finanzlücke des Gesundheitsfonds, erklärte Rebscher. "Weil es diese Unterfinanzierung im Gesundheitsfonds gibt, werden bis zum Jahresende alle Kassen einen Zusatzbeitrag beschließen müssen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×