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24.05.2012

21:30 Uhr

CDU in NRW

Doppelspitze soll das Röttgen-Debakel beseitigen

Nach der Wahlschlappe in NRW will die CDU vor allem eins demonstrieren: Zusammenhalt. Statt gegeneinander zu kämpfen, wollen Laschet und Laumann eine Doppelspitze bilden. Jetzt muss die Basis für dafür gewonnen werden.

Armin Laschet und Karl-Josef Laumann wollten beide für das Amt des Parteivorsitzenden kandidieren. Jetzt soll Laschet die Partei und Laumann die Fraktion leiten. dpa

Armin Laschet und Karl-Josef Laumann wollten beide für das Amt des Parteivorsitzenden kandidieren. Jetzt soll Laschet die Partei und Laumann die Fraktion leiten.

DüsseldorfAnderthalb Wochen nach ihrer historischen Wahlschlappe bei der Landtagswahl soll eine Doppelspitze die nordrhein-westfälische CDU aus der Krise führen. Er kandidiere für den Posten des Landesvorsitzenden, Karl-Josef Laumann solle Chef der Landtagsfraktion bleiben, sagte Landes-Vize Armin Laschet am Donnerstagabend nach einer Sitzung des Landesvorstands. Der ehemalige Integrationsminister will Norbert Röttgen nachfolgen, der nach dem Debakel bei der Landtagswahl am 13. Mai seinen Rückzug von der Spitze der NRW-CDU angekündigt und später auch seinen Posten als Bundesumweltminister verloren hatte.

Die Ankündigung seiner Kandidatur und die Pläne für die Doppelspitze mit Laumann seien vom Landesvorstand „wohlwollend zur Kenntnis genommen worden", versicherte Laschet. Er wolle nun binnen vier Wochen alle 54 Kreisverbände der Landes-CDU besuchen, dann soll ein Parteitag über den neuen Vorsitzenden befinden. Die NRW-CDU müsse „tiefer im Land verwurzelt" sein und „breiter in den Themen" aufgestellt werden - „das habe ich mir vorgenommen", sagte Laschet.

Laumann sagte, die NRW-CDU sei bei ihrem „Wiederaufbau einen erheblichen Schritt vorangekommen". „Ich führe die Fraktion, Armin die Partei" - dies sei ein Konzept für die gesamte Wahlperiode, aber keine Entscheidung über die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2017. Laschet kündigte an, er wolle der NRW-CDU neues Selbstbewusstsein geben, „wir müssen nicht zur Selbst-Verzwergung neigen" - auch in der Bundespolitik nicht: „Wir nehmen unsere Interessen wahr." Eine starke NRW-CDU sei auch für das Ergebnis der Bundestagswahl im kommenden Jahr nötig.

Mit der Doppelspitze vermeidet die NRW-CDU einen offenen Machtkampf zwischen Laschet und Laumann, die beide als Kandidaten für den Landesvorsitz gehandelt wurden. Ein Landesparteitag soll am 30. Juni den Nachfolger Röttgens an der Spitze des größten CDU-Landesverbands wählen. Röttgen selbst habe die Sitzung in Düsseldorf geleitet und stehe weiter „für eine Analyse zur Verfügung", betonte Laschet. Die Verantwortung für die Wahlschlappe dürfe nicht allein bei ihm abgeladen werden.

Laschet hatte sich bereits 2010 um das Amt des Landesvorsitzenden beworben. Er unterlag er aber in einer Mitgliederbefragung - der Sieger hieß damals Röttgen. Die CDU verlor bei der Landtagswahl am 13. Mai über acht Prozentpunkte und erzielte mit 26,3 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis im bevölkerungsreichsten Bundesland. Sieger der Wahl waren SPD und Grüne, die Koalitionsverhandlungen für eine neue Landesregierung führen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Baier

25.05.2012, 09:36 Uhr

warum geht Laschet nicht zu den GRünen? Da würde er viel besser hinpassen. Er wird die CDU nicht aus dem Umfragetief holen!

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